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Sa, 12:00 Uhr
27.02.2021
ThüringenForst startet Waldbrand-Überwachungssaison

Brände gefährden Thüringer Wälder

In den nächsten acht Monaten überwacht ThüringenForst die Wälder auf mögliche Brandherde. Es gab bereits einen ersten Waldbrand des Jahres im Thüringer Forstamt Sonneberg. Pünktlich zum 1. März startet ThüringenForst die diesjährige Waldbrand-Überwachungssaison, die bis Ende Oktober andauert...

Wldbrände verhindern (Foto: ThüringenForst) Wldbrände verhindern (Foto: ThüringenForst)


Mit Hilfe eines Waldbrandprognoseverfahrens wird nunmehr täglich die Waldbrandgefahr ermittelt, einer der fünf Waldbrandgefahrenstufen zugeordnet und veröffentlicht. Hierzu arbeitet die Landesforstanstalt eng mit dem Deutschen Wetterdienst zusammen, der thüringenweit zweiunddreißig Vorhersageregionen auswertet.

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Die Wälder im Freistaat galten bisher, mit Ausnahme des Ostthüringer Raumes, wo brandgefährdete Kiefern in lichten Waldstrukturen auf recht trockenen Böden stocken, als durch Feuer gering bedroht. Der Klimawandel, infolgedessen die Anzahl an Witterungsextremen zunimmt, lässt Försterinnen und Förster allerdings mit Sorgen in die Zukunft blicken. Auch deshalb hatte ThüringenForst in den letzten Jahren bei der Waldbrandvorbeugung und -technik deutlich aufgerüstet.

Witterungsbedingte Waldbrandgefährdung nimmt stetig zu. „Der Klimawandel wird die Waldbrandgefahr zukünftig tendenziell erhöhen. Auf die damit verbundenen Szenarien haben wir uns mit finanzieller Unterstützung des Landes vorbereitet, sowohl in der Waldbrandvorbeugung wie auch der Wald- brandbekämpfung ", so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Klimaprojektionen gehen davon aus, dass sich die witterungsbedingte Waldbrandgefährdung künftig weiter erhöhen wird, wobei die tatsächliche Brandgefahr in den Wäldern in den einzelnen Landesteilen unterschiedlich ausfallen kann.

Deshalb hatte ThüringenForst in den letzten Jahren die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Aufklärung über Waldbrandursachen verstärkt, die Instandsetzung von rund 155 Löschwasserteichen im Wald gestartet, Löschwasseranhänger für die Forstämter gekauft sowie Waldbrandlöschrucksäcke und Feuerpatschen für die Waldbrandbekämpfung beschafft.

Dies erfolgte mit Hilfe eine Sonderprogramms des Landes für allen Eigentumsformen. Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren verstärkt, etwa durch gemeinsame Waldbrandübungen. Auch der Einsatz des einzigen Löschwasserhubschraubers im Freistaat wurde in Zusammenarbeit mit der Thüringer Polizei optimiert. Allein im vergangenen Jahr wurden hierfür 400 Tausend Euro investiert.

„Wir sind nun technisch wie organisatorisch besser vorbereitet", so Gebhardt weiter. Der sorglose Waldbesucher bleibt ein Risiko. Die zunehmende Inanspruchnahme des Naturraumes Wald etwa durch Waldbesucher, Mountainbike- Fahrer oder auch Geo-Cacher wird, so die Waldbrandexperten, künftig eine Zunahme von Brandereignissen wahrscheinlich werden lassen. Auch wenn im Freistaat ein nicht unerheblicher Teil der Brandursachen ungeklärt blieben, gelten die meisten Waldbrände in Deutschland als vom Menschen verursacht. Insbesondere die Missachtung des gesetzlich verankerten, ganzjährigen Rauchverbots oder auch das fahrlässige Grillen im Wald oder Waldesnähe sind Ursachen für Waldbrände.

Löschfahrzeuge auf Waldwegen nicht behindern
Ungeachtet dieser nüchternen Deutschland-Bilanz bittet Gebhardt zu Beginn der Waldbrandüberwachung alle Waldnutzer eindringlich, speziell an den ersten warmen Frühjahrstagen, Kraftfahrzeuge keinesfalls seitlich an Waldwegen zu parken. Großen Löschfahrzeugen wird damit gegebenenfalls die schnelle Zufahrt zum Brandherd genommen. Die Folge können empfindliche Schadensersatzforderungen des vom Brand betroffenen Waldbesitzers gegenüber dem Fahrzeugbesitzer sein.

Der erste Waldbrand dieser Saison ereignete sich Mittwoch dieser Woche im Forstamt Sonneberg: Ein einhundert Quadratmeter großes Bodenfeuer loderte in einem Kiefernbestand, der durch die Schalker Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte.
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