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Do, 10:00 Uhr
11.06.2026
Nach 34 Jahren: Abschied in der Alexander-Puschkin-Straße

Nordhäuser Familienzentrum zieht in Rothleimmühle

34 Jahre lang war das Familienzentrum des Jugendsozialwerks in der mintfarbenen Villa in der Alexander-Puschkin-Straße in Nordhausen zu Hause. Im Spätsommer endet diese Ära. So wurde der Tag der offenen Tür nicht nur zur Gelegenheit, die vielfältigen Angebote kennenzulernen, sondern auch zu einer kleinen Abschiedsparty…

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Vivian Grabe, Anke Dunkel, Conny Mönnich und Petra Dienemann (v.l.n.r.) arbeiten seit vielen Jahren im Familienzentrum. (Foto: ssc)
Wuselige Geselligkeit herrschte am Mittwoch zwischen bunten Wimpeln, selbst gebackenem Kuchen und dem Duft von frischem Kaffee. Das Familienzentrum um Leiterin Vivian Grabe und ihre zwölf Mitarbeiterinnen ist für viele Familien seit Jahren eine feste Anlaufstelle. Im Spätsommer zieht die Einrichtung in die Rothleimmühle um. Damit wird der erste öffentlich sichtbare Schritt auf dem Weg zum geplanten Familiencampus des Jugendsozialwerks vollzogen.
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„Wir sind natürlich etwas wehmütig, freuen uns aber auch auf den Neubeginn in der Rothleimmühle“, sagt Vivian Grabe. Dabei ändere sich für die Familien vor allem eines nicht: „Das Angebot und das Team bleiben auch in der Rothleimmühle dieselben. Das Konzept Familienzentrum bleibt eins zu eins erhalten.“ Es verändert sich nur der Ort.
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Musikpädagoge Uwe Schulz vom benachbarten Kinderheim "Kinderland" sagt: Das Familienzentrum hat eine wichtige Funktion in der Stadt Nordhausen". (Foto: ssc)

Rund 3.000 Familien mit ihren Kindern nutzen die verschiedenen, in den allermeisten Fällen kostenfreien Angebote des Familienzentrums. Unter seinem Dach sind unter anderem die Erziehungsberatung, die Schwangerschaftskonfliktberatung, die Familienbildung sowie die Kinderschutzdienste gebündelt. Sie übernehmen diese wichtigen Aufgaben im Auftrag des Landkreises, der die Finanzierung sicherstellt.

Der Umzug des Familienzentrums ist zugleich Teil eines größeren Projekts: Auf dem Gelände der Rothleimmühle entsteht in den kommenden Jahren Schritt für Schritt der Familiencampus des Jugendsozialwerks. Seit Ende 2025 wird das Bestandsgebäude der Rothleimmühle dafür entkernt und saniert.

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Die helle Villa beheimatet seit 34 Jahren das Familienzentrum in Nordhausen. (Foto: ssc)
„Wir haben die Bettenzimmer im Altbau komplett zurückgebaut“, erklärte Vorstand des Jugendsozialwerkes, Holger Richter. Das Gästehaus reduziert seine Übernachtungskapazitäten von bislang 130 auf 78 Betten. Diese befinden sich künftig ausschließlich im Neubau. Als Grund für diese Entscheidung nennt Richter die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Der Gästehausbetrieb lasse sich in der bisherigen Form nicht mehr wirtschaftlich darstellen. Generell sei das Gästehaus ein schwieriges Geschäftsfeld geworden. Seit der Corona-Pandemie gebe es beispielsweise weniger Klassenfahrten. „Wir müssen unsere Zielgruppen neu schärfen“, sagt Richter.

Bistro mit Mittagsversorung
Im Zuge der Sanierung des alten Gästehauses entsteht zudem ein öffentliches Bistro, das auch eine Mittagsversorgung anbieten wird. „Es wird ein anderes Angebot geben als in unseren öffentlichen Kantine von HABAU und der K12-Küche in Nordhausen-Ost“, erläutert Richter. Im vierten Quartal dieses Jahres soll das Bistro eröffnet werden. Im kommenden Jahr folgen weitere Bauarbeiten, unter anderem der Anbau eines Wintergartens. Dieser soll zusätzlichem Platz für Automaten schaffen, da künftig verstärkt auf Selbstbedienung gesetzt werden soll.

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In der Rothleimmühle (hier ein Archivfoto) findet das Familienzentrum Ende des Sommers sein neues Zuhause. (Foto: agl)
Noch in diesem Herbst soll zudem der Baustart für das neue Seniorenheim erfolgen. Der Bauantrag wurde bereits im März gestellt, derzeit wartet das Jugendsozialwerk auf die Baugenehmigung. Die Gestaltung der Außenanlagen soll bis Mitte beziehungsweise Ende 2029 abgeschlossen sein. Damit wäre der Familiencampus vollständig fertiggestellt. Das Seniorenheim soll auf jener Fläche entstehen, auf der bislang das Blue-Balloon-Zelt stand.

Was künftig mit der Villa in der Alexander-Puschkin-Straße geschieht, ist derzeit noch offen. „Wir sind noch in der Ideenfindung. Ein Verkauf wäre die letzte Option“, sagt Richter.

Für das Familienzentrum beginnt mit dem Umzug in die Rothleimmühle ein neues Kapitel. „Wir sind damit auch etwas zentraler und besser an die Stadt angebunden“, sagt Vivian Grabe. Die Straßenbahn hält praktisch direkt vor der Tür, und auch das Gehege sowie der Stadtpark bieten viele Möglichkeiten für die tägliche Arbeit mit den Familien. Die Vorfreude auf den neuen Standort ist deshalb trotz aller Wehmut groß. „Wir werden es uns am neuen Standort schön machen“, bringt es Mitarbeiterin Anke Dunkel auf den Punkt.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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