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So, 19:07 Uhr
28.02.2021
Thüringer HC

THC tut sich schwer gegen den VfL Oldenburg

Der Thüringer HC schließt das Doppelspielwochenende mit einem 27:22 (14:11) Erfolg über den VfL Oldenburg ab. Der THC tat sich gegen das junge Team der Gäste schwer und brauchte lange, um einen komfortablen Vorsprung herauszuspielen...

Beide Mannschaften zeigten deutliche Schwächen im Abschluss und so blieben die Thüringerinnen trotz des Sieges hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Beste Werferin für den THC war mit sieben Toren Marketa Jerabkova. Sechs Treffer erzielte Merle Carstensen für den VfL.

Nach der enttäuschenden Niederlage gegen die HSG Blomberg-Lippe sollten beide Punkte in der Salza-Halle bleiben. Nur einen Tag nach ihrem 31. Geburtstag absolvierte Beate Scheffknecht ihr 100. Bundesligaspiel von insgesamt 161 Spielen für den Thüringer HC. Es wäre also das perfekte nachträgliche Geburtstagsgeschenk der Mannschaft.

Heute spielten die beiden unberechenbarsten Mannschaften der Liga gegeneinander. Die Leistungen beider Teams waren in der laufenden Saison so unvorhersehbar, dass man nie wusste, was am Ende rauskam. Von Beginn an im Tor, zeichnete sich Laura Kuske mit schönen Paraden aus. Im Angriff klemmte es auf beiden Seiten, sodass nach knapp zehn Minuten ein 4:4 auf der Anzeigetafel stand. Einzig die Torhüterinnen zeigten mit ihren Klasse Paraden eine gute Leistung. Den ersten Strafwurf verwandelte Merle Carstensen nach 13 Minuten für die Gäste sicher zum 4:5. Der THC kam nun besser ins Spiel und übernahm die Führung. Mitte der ersten Halbzeit traf Emma Ekenman-Fernis zur ersten Zweitoreführung zum 7:5. Eine Minute später setzte sich Kerstin Kündig im Eins-gegen-eins durch und netzte zum 8:5 ein.

Die Gäste ließen sich davon nur wenig beeindrucken und spielten auf Augenhöhe mit. Dem THC gelang es nicht, sich deutlicher abzusetzen. Im Angriff wurden einfach zu viele Fehler produziert, durch Abspielfehler die guten Ansätze zunichtegemacht. Der VfL nutzte die Unsicherheiten und verkürzte nach 20 Minuten auf ein Tor - 9:8. Das ließ Herbert Müller keine andere Wahl, als die grüne Karte zu legen. Deutlich war zu erkennen, dass er mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft nicht zufrieden war. Einzig Einzelaktionen brachten beim Gastgeber die Torerfolge, auf die der VfL die richtigen Antworten fand. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff brachte folgerichtig Merle Carstensen den Ball zum 11:11-Ausgleich im THC-Tor unter. Nach der ersten Zeitstrafe gegen Marloes Hoitzing verwandelte Emma Ekenman-Fernis den Strafwurf sicher zum 13:11. Die zwei Minuten Überzahl ließen die Gastgeberinnen ungenutzt und schafften es nicht, die Führung auszubauen. Erst als auch noch Merle Carstensen auf die Bank musste, erzielte Beate Scheffknecht in der letzten Minute vor der Pause den Dreitorevorsprung zum 14:11-Halbzeitstand.

Laura Kuske blieb in der zweiten Halbzeit im Tor und knüpfte an die guten Leistungen aus der ersten Hälfte an. Emma Ekenman-Fernis schaffte per Strafwurf den Torerfolg zum 15:12. Das Überzahlspiel aufgrund einer Zeitstrafe gegen Kerstin Kündig nutzen die Gäste, um auf 16:14 heranzukommen. Der Thüringer HC schaffte es nicht, eine Vorentscheidung zu erringen. Zu viele glasklare Chancen blieben liegen oder wurden leichte Beute für Julia Renner. Nach 40 gespielten Minuten erzielte Toni-Luisa Reinemann den Treffer zum 19:17 und der VfL war dem Anschlusstreffer in dieser Phase näher als der THC einer Dreitoreführung. Herbert Müller reagierte und wechselte im Tor - Marie-Skurtveit-Davidsen kam für Laura Kuske zwischen die Pfosten. In der 46. Minute bat er außerdem die ganze Mannschaft an die Seitenlinie, um deutliche Worte zu finden und seine Unzufriedenheit über die vielen Fehler auszudrücken. Seine Ansprache zeigte Wirkung. In die Schlussphase ging es beim Stand von 22:19. Nun nahm VfL-Trainer Niels Bötel seine zweite Auszeit, weil er mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft nicht zufrieden war.

Der THC nutzte sich ergebende Lücken und Lydia Jakubisova erzielte ein sehenswertes Tor zum 23:19, der THC lag nun mit vier Toren vorn. Der VfL Oldenburg steckte nicht auf und wehrte sich, doch den guten Reaktionen der THC-Torhüterin Marie Skurtveit Davidsen war es zu verdanken, dass die Gastgeberinnen die Führung halten konnten. Den Vorsprung deutlicher auszubauen, gelang dem THC nicht, zu viele Bälle fanden nicht den Weg ins gegnerische Tor. Am Ende gewann der THC gegen ein gut spielendes, junges Team aus Oldenburg mit 27:22.
Martin Holzheier/Bernd Hohnstein
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