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Mi, 09:27 Uhr
17.11.2021
Kirchenmusikdirektor Wolfgang Kupke an alter Wirkungsstätte

Requiem in St. Blasii mit gutem, alten Bekannten

Auf dem Programm steht das Requiem von Gabriel Fauré. Er schrieb das Werk im Alter von 42 Jahren unter dem Eindruck des Todes seiner Eltern. Thomas Kohl wird singen und an der Orgel können sich die Nordhäuser auf einen Mann freuen, der seinen Ex-Arbeitsplatz besucht...

KMD Professor Wolfgang Kupke wirkte viele Jahre in der St.Blasii-Kirche (Foto: St.Blasii) KMD Professor Wolfgang Kupke wirkte viele Jahre in der St.Blasii-Kirche (Foto: St.Blasii)

Die Tage werden kürzer, grauer und dunkler, das Kirchenjahr neigt sich dem Ende entgegen und die Gedanken kreisen um die Lieben, von denen wir uns in den vergangenen Tagen, Monaten und Jahren verabschieden mussten. Es ist eine tröstliche, schöne Möglichkeit, dies mithilfe von Musik zu tun, denn „die Musik drückt das aus, was mit Worten nicht gesagt werden kann und worüber es unmöglich ist, zu schweigen“ das wusste schon Victor Hugo. Seit vielen Jahren bringt die Nordhäuser Kantorei zum Ende des Kirchenjahres Werke zur Aufführung, in denen verschiedene Komponisten ihre Beschäftigung mit Tod und Auferstehung zum Ausdruck gebracht haben, so auch in diesem Jahr.

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Auf dem Programm steht das Requiem von Gabriel Fauré. Er schrieb das Werk im Alter von 42 Jahren unter dem Eindruck des Todes seiner Eltern. Erstmals erklang das Stück 1888 in der Pariser Kirche La Madeleine und ist seitdem ein oft gespieltes Werk, das nach langer Pause wieder in Nordhausen zur Aufführung kommt. Die relativ dunkle Kirche Madeleine hat Fauré nicht abgehalten, ein unglaublich helles Werk zu schreiben, in dem der Tod nicht als düsteres Schreckgespenst thematisiert wird. Vielmehr richtet sich der Blick nach oben, gerade das letzte Stück „In Paradisum“ wirft musikalisch schon einen Blick durchs Schlüsselloch des Himmels, engelsgleich singen die Chordamen „In Paradisum“ „Ins Paradies werden dich die Engel begleiten“. Fauré selbst schuf zwei Fassungen des Werkes, in den vergangenen Jahren haben einige Komponisten das Werk für weitere Gegebenheiten arrangiert. Wie für Nordhausen gemacht ist die Fassung des jungen Amerikaners Edgar Girtain, er bearbeitete das Werk für Streicher, Chor und Orgel und bringt damit gleich zwei musikalische Gruppen rund um St. Blasii wirkungsvoll zum Einsatz, zudem erweist sich die große Schusterorgel nach der Reinigung als idealer Partner im Zusammenspiel.

Eingeleitet wird das Konzert von Johann Sebastian Bachs Kantate „Ich habe genug“ BWV 82. Im barocken Lebensverständnis war das Leben nur Durchgangsstation und die Sehnsucht nach dem Tod als Erlösung ist in vielen barocken Werken enthalten. Aus heutiger Sicht sind solche Werke oftmals nur schwer verständlich, aber in Bachs Kantaten steckt neben grandioser Musik auch eine sehr tröstliche Theologie: Weil wir im Glauben schon wissen, was uns nach dem Tod erwartet, können wir unser Leben getröstet leben.

Thomas Kohl (Bariton) singt die Solopartien in der Kantate sowie dem Requiem. An der Oboe spielt Marius Schifferdecker, die Orgel spielt ein alter Bekannter: KMD Prof. Wolfang Kupke ist der Einladung nach Nordhausen gern gefolgt und begleitet das Konzert von seinem alten Arbeitsplatz aus. Die Nordhäuser Kantorei und das Streichorchester der Kantorei musizieren unter Leitung von Kantor Michael Kremzow.

Eintrittskarten für das Konzert am Sonntag, dem 21. November zu 10 Euro sind an der Abendkasse erhältlich. Das Konzert findet unter 2G-Bedingungen statt. Wir bitten Sie, ihre Impf- bzw. Genesennachweise mitzubringen, damit der Einlass ab 17.30 Uhr zügig ermöglicht werden kann.
Autor: red

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