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Mo, 14:34 Uhr
10.10.2022
Fernsehproduktion brauchte seltenen BMW 326

Requisitensuche war in Thüringen erfolgreich

Requisiten sind seit alters her wichtige Bestandteile gelungener historischer Aufführungen. Mitunter sind seltene teile nur schwer zu finden, wie unser Leser Hubert Rein vom Ost Klassiker Klub in Wolkramshausen im folgenden Artikel berichtet …

Das Objekt langer Suche: ein BMW 326 aus den Dreißiger Jahren (Foto: H.Rein) Das Objekt langer Suche: ein BMW 326 aus den Dreißiger Jahren (Foto: H.Rein)

Bereits in frühen Lebenskulturen der Menschheit entstanden erste Formen der Unterhaltungskunst. Später in der griechischen Antike wurde das öffentliche Theater geboren, welches in der Zeit des Römischen Reiches eine starke Ausprägung in den Arenen fand.
Nachweislich gehörten auch damals schon Requisiten zur Ausstattung der Theaterinszenierungen, die dem bewegten Schauspiel eine ergänzende Wirkung in der Darstellung boten.

In der Zeit der barocken Hofkultur entstanden in den prächtigen Schlossanlagen zahlreiche Hoftheater, zu deren Ausstattung ein Fundus an Requisiten gehörte ohne die eine erfolgreiche Aufführung kaum noch möglich war. Neben kleinteiligen Gegenständen wie z. B. Möbel, Kostüme oder auch Waffen, entstanden zunehmend großflächige Bühnenbilder, die auch eine neue Kunstrichtung schufen. Auch entstand ein völlig neues Berufsbild des sog. Requisiteurs, der sich mit spezifischen Fachwissen um die Rahmenbedingungen einer Theaterinszenierung bemühte.

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Mit der Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Entwicklung der Fotografie, in Folge auch der bewegten Bilder, entstanden neben dem traditionellen Theater neue Unterhaltungsformen wie Kino und Fernsehen, für deren Produktionen auch die Ansprüche an die Bereitstellung der notwendigen Requisiten bezogen nun auf die sog. Innen - und Außenrequisiten einen gewaltigen Aufschwung nahmen.

Der heutige Bedarf an stets neuen Film – und Fernsehproduktionen zu aktuellen aber auch zu historischen Themen, stellt den Bereich der Requisiten vor ständig wachsende Anforderungen, um eine Idee bzw. um ein Drehbuch auch wirkungsvoll und mit viel Erfolg umsetzen zu können.

Im vorliegenden Beispiel suchte die Probono Fernsehproduktion GmbH mit Sitz in Köln und Berlin für eine historische Filmdokumentation über ein Massaker in der Endphase des 3. Reiches an Zwangsarbeitern im Arnsberger Wald, bei den Orten Warstein, Suttrop und Eversberg, einen weitgehend originalen PKW der Marke BMW 326, der mit einer Cabriolet Autenrieth Karosse und einem 6 Zylinder Motor ausgestattet war und in der 1930er Jahren hergestellt wurde. Die Suche nach einem baugleichen Fahrzeug gestaltete sich für die Fernsehproduktion GmbH über einen längeren Zeitraum sehr schwierig. Aber durch einen Zufall, während einer öffentlichen Oldtimerveranstaltung in Apolda, entdeckten die Filmproduzenten ein vergleichbares Fahrzeug, was sich seit Jahren im Besitz von Dipl. Ing. Joachim Mäder befindet. Mäder zählt in Thüringen zu den profunden Fahrzeugexperten bezogen u.a. auf die Marken BMW und EMW am Standort in Eisenach. Seinen Fähigkeiten ist es zu verdanken, dass dieses historische Fahrzeug in einem weitgehend originalen Zustand bis heute erhalten ist und somit bestens die Ansprüche der Fernsehproduktion GmbH erfüllen konnte.

Joachim Mäder (Mitte) fährt seinen Oldtimer im Film selbst (Foto: H.Rein) Joachim Mäder (Mitte) fährt seinen Oldtimer im Film selbst (Foto: H.Rein)

Ein solches Fahrzeug war für die geplante Filmproduktion als Vergleichsmodell äußerst wichtig, da das Originalfahrzeug welches einst dem Architekten, Dr. Ing. Hans Friedrich Karl Franz Kammler, SS- Obergruppenführer und General der Waffen – SS, (* 26.08.1901, + 09.05.1945) als personengebundenes Dienstfahrzeug diente, nicht mehr vorhanden ist.
Kammler war als Leiter von Bau – und Rüstungsprojekten bis zu seinem Selbstmord in der Nähe von Prag für das 3. Reich tätig. Die Ermordung von 208 Zwangsarbeitern in seinem Zuständigkeitsbereich geschah unter seiner Befehlsgewalt.
Der seltene BMW 326, Bj. 1936 wurde daraufhin zu Dreharbeiten in die Nähe von Köln transportiert. Joachim Mäder, der mit den technischen Besonderheiten und Fahreigenschaften seines Klassikers bestens vertraut war übernahm bei den Dreharbeiten auch die Rolle des einstigen Fahrers von SS- General Kammler, Kurt Preuk.

Nach Angaben der Fernsehproduktion GmbH wird die Filmdokumentation durch die ARD am 31. Oktober im Abendprogramm ausgestrahlt.
Hubert Rein
Autor: red

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Kommentare
DDR-Facharbeiter
11.10.2022, 11:15 Uhr
SS-General Hans Kammler starb nicht am 9.5.1945, laut ZDF-History starb er später in den USA
SS-General Hans Kammler war für Nordhausen nicht nur wichtig, sondern auch tödlich. Am 6. April 1945 befahl er dem Nordhäuser Volkssturm die Verteidigung der zerstörten Stadt entlang einer Hauptkampflinie Contagstraße-Gehege-Wildes Hölzchen-Rüdigsdorfer Schweiz. Am 11. April 1945 verschwand er mit Stab lt. Fred Dittmann im Nord-Harz.
Ein auf den 30. Mai 1945 datiertes Dokument des Geheimdienstes der US-Luftwaffe listet eine Reihe hochrangiger deutscher Kriegsgefangener auf, die zum Verhör zur Verfügung stehen: neben Albert Speer und Hermann Göring auch Hans Kammler – drei Wochen nach dessen angeblichem Tod. Im November 1945 ordnete der Geheimdienstchef der U.S.-Luftstreitkräfte in Europa an, Kammler aufgrund seines Wissens über die wichtigsten bombensicheren unterirdischen Rüstungsanlagen zu vernehmen, da Erkenntnisse darüber für künftige mit Raketen und Atombomben geführten Kriege von Bedeutung sein könnten. Quelle : ZDF-History.
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