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Di, 18:56 Uhr
02.04.2024
Baustellengespräche im Bürgerhaus

Ein bisschen Sperrung muss sein

Im Ratssaal wurde heute Nachmittag zum Bürgerdialog geladen, Themenschwerpunkt: Baugeschehen. Insbesondere die Arbeiten an der B4 sowie die Brückensanierung in Krimderode wollte man dabei in den Blick nehmen…

Die Vollsperrung der B4 hatte im vergangenen Jahr schon für einigen Unmut gesorgt, inzwischen wurden Lösungen gesucht (Foto: nnz-Archiv) Die Vollsperrung der B4 hatte im vergangenen Jahr schon für einigen Unmut gesorgt, inzwischen wurden Lösungen gesucht (Foto: nnz-Archiv)


Die gute Nachricht zuerst: am 12. April, das ist Freitag kommender Woche, wird der Verkehr auf der B4 zwischen Niedersachswerfen und Nordhausen wieder ungehindert rollen können, vorerst zumindest. Die Bauarbeiten an dem neuralgischen Punkt des regionalen Verkehrsgeschehens ruhen bis zu den Sommerferien, erläuterte am späten Nachmittag Andreas Bode vom zuständigen Landesamt für Bau und Verkehr. Am 03. Juni fällt der Startschuss für zwei weitere Bauabschnitte, die man in diesem Jahr realisieren will, fünf sind des insgesamt. Abschnitt Nummer Eins erstreckt sich vom Ortsausgang bis zur Höhe des Autozentrums, das bis dahin weiter von Norden her erreichbar sein wird. Abschnitt zwei ermöglicht die Erreichbarkeit danach von Süden her und zieht sich vom vorherigen Endpunkt bis zur Kreuzung an der Zufahrt zum Gewerbegebiet in Niedersachswerfen. Da es sich bei den Arbeiten nicht um eine komplette Sanierung handelt und man lediglich „Verschleißschichten“ austauschen muss, soll die Sache schnell über die Bühne gehen und beide Teilabschnitte zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein.

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Gute Nachricht Nummer Zwei: auch für die verbleibenden drei Abschnitte hat sich eine hoffentlich praktikable Umleitungslösung gefunden. Wenn in Niedersachswerfen selber gebaut werden muss - die Abschnitte ziehen sich von der Kreuzung „Im Steinfeld“ vorbei am Bahnhof bis zum Verkehrsknoten in der Ortsmitte - wird zumindest der „ortsnahe“ Verkehr nicht den Umweg über Neustadt und Buchholz nehmen müssen. Stattdessen wird eine Umleitung entlang des Kohnsteins über die Kohnsteinbrücke geführt, die von Pkw, Schulbussen und dem Lieferverkehr für Niedersachswerfen befahren werden darf. Für den Schwerlastverkehr gilt aber weiter die großräumige Umleitung.

Ein paar Ausbesserungsarbeiten entlang der Umleitungsstrecke stehen noch aus, wenn die Arbeiten in den Sommerferien abgeschlossen sind, soll hier der Verkehr aber rollen dürfen. Wenn alles gut geht soll auch das im Dezember Geschichte sein, für 2025 verbleibt dann noch der letzte große Bauabschnitt auf der Parkallee. Hier hatte man zuletzt den Verkehr einspurig entlang geführt, da der Wasserverband im „Sperrschatten“ der B4-Sanierung seinen Verpflichtungen zur Instandsetzung der Infrastruktur bereits nachgekommen ist. Gearbeitet wurde dabei vor allem am Straßenrand, wenn es an die Oberflächensanierung der Fahrbahn geht ist das nicht möglich, erläuterte Bode, eine Vollsperrung der Straße ist nach Recht und Gesetz unumgänglich. Da der Wasserverband bereits fertig ist und das Landesamt hier dann alleine zu Gange ist, sollte sich das Baugeschehen aber zügig gestalten.

Die Mühlen mahlen langsam
So mancher Autofahrer wird sich dann sicher wieder Schleichwege suchen, etwa über die Freiheitsstraße in Krimderode, zum Leidwesen der Anwohner. Auch heute ist das Verkehrsaufkommen aufgrund der Sperrung der B4 hoch, obwohl der Weg keine offizielle Umleitungsstrecke ist. Verhindern lässt sich das nicht ohne weiteres, jede öffentliche Straße darf auch von jedem befahren werden, sofern dies nicht explizit verboten wurde.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Abwägung von Recht und Aufwand stehen so mancher auf den ersten Blick einfachen Lösung im Weg, das versuchen die Anwesenden Baufachleute heute auch dem Publikum zu erklären. So lässt sich zum Beispiel eine Brücke in der Regel nicht einfach zum Zwecke der Straßenbegradigung ein paar Meter verlegen ohne dabei auf Eigentumsrechte Dritter zu stoßen. Die vermeintlich einleuchtende Lösung wird so schnell zeitintensiver und verursacht am Ende mehr Kosten, als den Status Quo beizubehalten und dem Fahrer den Knick in der Straßenführung zuzumuten.

Und schon eine normale Baustelle auf dem Grund und Boden der Gemeinde sieht in ihrer Genese für Außenstehenden eher wie ein Spießrutenlauf aus, konnte der Leiter des Sachgebietes Tiefbau im Nordhäuser Rathaus, Norman Wagner darlegen.

Wir bleiben in Krimderode und in der Freiheitsstraße, denn hier führen zwei Brücken über den Mühlgraben und die Zorge. 120 solcher „Ingenieursbauwerke“ befinden sich in der Obhut der Stadt und müssen alle sechs Jahre ordentlich auf ihren Zustand hin untersucht werden. An den besagten Brückenbauwerken geschah das zuletzt 2017, die Gutachter vergaben die Note 3,0 - Instandsetzung dringend notwendig. Nun kann man leider nicht eben bei der nächsten Baufirma anrufen und los geht’s, es braucht Fördermittel, Genehmigungen, Absprachen und Abwägungen. Beim Land kassiert man für die Planungsjahre 2018 und 2019 Absagen, die dritte Anmeldung stellt man mit Blick auf die Sanierung der Grimmelallee erst einmal zurück. Ende des Jahres 2022 bittet man erneut um Aufnahme in die Förderprogramme, der Zuschlag kommt in November 2023. Derweil hat man diverse Genehmigungen über Wasser- und Naturschutz bis zum Verkehrswesen eingeholt und Absprachen mit anderen Baulastträgern und Behörden getroffen. Bevor der Frühling an die Tür geklopft hat wurde bis Ende Februar das Baufeld geräumt, am 22. April sollen die Bagger nun endlich rollen.

Die Sanierung ist dann auch keine einfache Sache, erläutert Wagner weiter, von oben mögen die Bauwerke noch gut aussehen, aber unten drunter droht Ungemach. Unter anderem wird man die Lager der Brücken erneuern müssen, was einiges an Ingenieurskunst erfordern dürfte. Für den Verkehr werden beide Bauwerke gesperrt, lediglich für Fußgänger wird es eine Führung entlang einer der Außenseiten der Brücken geben. Auch hier will man im Dezember fertig sein.

Weitere Maßnahmen im Landkreis
Im Kreis stehen diverse Großbaustellen für 2024 an. Zwischen Wipperdorf und Nohra soll ein Radweg entstehen und da die Gelegenheit günstig ist, soll eine als Unfallschwerpunkt bekannte Kurve mit entschärft werden. In Neustadt muss eine Straßenbrücke erneuert werden, hier wird ein zweispurige Umfahrung des Baufeldes möglich sein. Zu guter Letzt liegen die Ausschreibungen für die Sanierung der Straße zwischen Gudersleben und Günzerode in den letzten Zügen, im Sommer soll mit dem bauen begonnen werden sodass die im Moment gültige Sperrung für den Schwerlastverkehr bis zum Jahresende aufgehoben werden kann.
Angelo Glashagel
Autor: red

Kommentare
Alrebin
03.04.2024, 12.28 Uhr
Die Sperrungen und Umleitungen ....
.... sind in dieser Form unzumutbar. Punkt.
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