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Sa, 10:18 Uhr
20.04.2024
Verdauungsbeschwerden sollte man ernst nehmen

Darmprobleme? Zahl der jüngeren Betroffenen steigt

Niemand spricht gerne über wiederkehrende Verdauungsprobleme wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall – obwohl sie die Lebensqualität vielleicht bereits erheblich einschränken. Die Zahl der Betroffenen dürfte daher weit höher liegen als derjenigen, die schon in einer Arztpraxis waren und eine Diagnose bekommen haben...

So waren laut einer aktuellen Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse in den Jahren 2012, 2017 und 2022 jeweils elf Prozent der Versicherten aufgrund eines Reizdarmsyndroms oder somatoformer Funktionsstörungen des Magen-Darm-Bereichs in ärztlicher Behandlung. Im Jahr 2022 gab es rund 189.000 Betroffene.

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Auffällig: Der Anteil der Jüngeren ist in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Den größten Anstieg von 15 Prozent verzeichnet die KKH bei den 20- bis 24-Jährigen. Während 2012 in dieser Altersgruppe 12,8 Prozent wegen verdauungsbedingter Beschwerden behandelt wurden, waren es im Jahr 2022 überdurchschnittliche 14,7 Prozent. Der weibliche Anteil ist hier besonders hoch: Mehr als jede fünfte junge Frau zwischen 20 und 24 Jahren (22 Prozent) war 2022 aufgrund von Verdauungsproblemen in ärztlicher Behandlung. Grundsätzlich sind über alle Altersgruppen hinweg Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Die Ursachen sind vielfältig. „Sowohl biologische als auch psychische und soziale Faktoren spielen eine Rolle. Forschende gehen davon aus, dass das Zusammenspiel zwischen Darm und Gehirn – die sogenannte Darm-Hirn-Achse gestört ist“, erklärt Dr. Sonja Hermeneit, Ärztin bei der KKH. Über diese Achse können auch psychische Faktoren die Funktion des Darms beeinflussen und es kann zum Beispiel zu Störungen der Darmbewegung kommen. Sowohl für die Diagnose als auch die Therapie ist es entscheidend, die verschiedenen Einflussfaktoren zu berücksichtigen und die persönlichen Muster herauszufinden, die die unangenehmen Körperreaktionen hervorrufen“, so die KKH-Ärztin.

Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. „Deshalb kann es sinnvoll sein, über einen längeren Zeitraum ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch zu führen. Auch Apps können Betroffene dabei unterstützen, das Krankheitsbild besser zu verstehen“, so Dr. Hermeneit. Digitale Gesundheitsanwendungen, sogenannte DiGAs wie Cara Care für Reizdarm, gibt es sogar zuzahlungsfrei auf Rezept. Die KKH übernimmt dafür die Kosten für ihre Versicherten. Die App analysiert mögliche Muster und Auslöser. Dadurch kann sie die Betroffenen und ihre behandelnden Ärzte und Ärztinnen dabei unterstützen, eine Diagnose zu stellen und die Behandlung optimal anzupassen und zu steuern. „Bei Interesse sollten Versicherte zusammen mit der Arztpraxis individuell abstimmen, ob und welche Angebote geeignet sind“, rät die Ärztin.
Autor: red

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