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Mo, 17:20 Uhr
10.06.2024
Auszeichnung für Helga Rathnau

Ohne Wenn und Aber

Vergangene Woche wurde Helga Rathnau für ihr unermüdliches Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, heute man sie dafür in den Reihen ihrer SPD noch einmal hoch leben lassenů

Ehrung für die Geehrte, v.l.: Manfred Breitrück, Barbara Rinke und Helga Rathnau (Foto: agl) Ehrung für die Geehrte, v.l.: Manfred Breitrück, Barbara Rinke und Helga Rathnau (Foto: agl)


Helga Rathnau bleibt auch nach der Auszeichnung gewohnt bescheiden, zum Fest zu ihren Ehren wünscht sie sich nur, auch ein paar ihrer langjährigen Mitstreiter einladen zu dürfen. Am Kaffeetisch geht es um die alten Zeiten und die Alltagsnöte der Nordhäuser Tafel. Die hat sie 1996 mitbegründet und leitet die Organisation bis heute, durch alle Höhen und Tiefen hinweg. Zu sehen mit wie viel Mut und Engagement sie die Tafel führt, sei faszinierend und nicht hoch genug zu würdigen, sagt Hans-Georg Müller, der Ortsvorsitzende der SPD.

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Man kennt sich, noch aus DDR-Tagen, als Rathnau die Bibliothek im Schachtbau leitete. Die Wende wird zum großen Bruch, die Betriebsbibliothek muss als erstes gehen und Rathnau mit ihr. In der Stadtverwaltung findet sie neuen Anschluss auch dank alter Kontakte zu Klaus Wahlbuhl und Volker Fütterer. Die sind es auch, die ihr die SPD nahe bringen, wobei den Ausschlag aber ein Satz ihres Vaters gegeben habe, erzählt Rathnau heute. Dessen Vater war im Ersten Weltkrieg gefallen, er selbst im zweiten Weltkrieg in russische Gefangenschaft geraten. Kein leichtes Los für die Familie und wie es mit den Generationen so üblich ist, geraten Vater und Tochter auch einmal aneinander. Bei eben einer solchen Gelegenheit habe ihr der Vater gesagt, wenn er noch einmal jung wäre, wäre er in die SPD gegangen, weil das die Partei der kleinen Leute sei.

Nach der Wende beschreibt Rathnau genau diesen Weg und hat nie zurück geblickt, über 30 Jahre gehört sie zum Gefüge der Nordhäuser Sozialdemokraten und vertritt die Partei lange auch im Stadtrat. Avancen anderer Fraktionen sie „abzuwerben“ gab es, erinnert sich die Tafel-Chefin im Kreise der Genossen, aber die haben nie gefruchtet. „Da gab es nie ein Wenn und Aber, auch nicht in schlechten Zeiten. Ich habe hier immer Unterstützung gefunden, egal was war.“.
Hilfe und gute Kontakte, die der Tafel und den Bedürftigen der Stadt bis heute nützen. Wenn man sich über etwas beklagen wolle, dann das hohe Arbeitspensum für die Ehrenamtlichen, mahnt Rathnau an, insgesamt aber stehe die Tafel eben dank der vielen Kontakte in die Region, zu ihren Unternehmen und Verwaltungen gut da. Man habe im Kreise der Thüringer Tafeln die beste Versorgung und könne dank der vielfältigen Unterstützung unabhängiger arbeiten, als andere.

Schöner wäre es freilich noch, wenn das in einem reichen Land wie Deutschland gar nicht erst nötig wäre, meint die Tafel Chefin. Aber daran kann auch eine Helga Rathnau nichts ändern und arbeitet stattdessen weiter. Die Hochachtung dafür haben sie und ihr Team verdient, mit oder ohne Bundesorden und nicht nur aus den Reihen ihrer Partei.
Angelo Glashagel
Autor: red

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