Sa, 10:50 Uhr
19.10.2024
Jazzfest mit Gänsehaut-Momenten eröffnet:
Ohne Lieder leben”...?
Mit einem furiosen Konzert wurde am Freitagabend das 41. Jazzfest des Nordhäuser Jazzclubs eröffnet. Die rund 300 Hörer und Zuschauer wurde mitgenommen auf ein halbes Jahrhundert exzellenten Jazz made in Germany”. Auf der Bühne gaben sich fünf Herren und eine Dame die Ehre…
Jazz pur auf der Bühne des Jugendclubhauses (Foto: psg)
Uschi Brüning und Günther Fischer - weitere Worte bedarf es auch heute nicht, um einerseits Erinnerungen zu wecken und andererseits die Erwartungen auf einen konzertanten Hochgenuss zu prägen. Mit Klaus Lenz oder Manne Krug prägten die beiden die DDR-Jazzszene und sorgten dafür, dass sie auch über das eingemauerte Land hinaus bekannt wurde. In den diversen digitalen Enzyklopädien findet sich genügend Material, das die Bedeutung von Brüning, Fischer und Co. würdigt.
Den Nordhäuser Jazzern war es denn auch tatsächlich gelungen, das komplette GF-Quintett in die Rolandstadt zu locken. Komplettiert wurden Fischer und Brüning durch Rüdiger Krause (g), Tom Götze (bg) und Matthias Bätzel am Piano. Doch halt: Einer fehlt in der Aufzählung. Es ist der Mann, der in den Musikantengruppen um Fischer nicht den Ton, dafür aber den Takt angab und immer noch angibt - Wolfang Zicke” Schneider am Schlagzeug.
Damals wie heute - Vollblut-Jazz: Uschi Brüning und Günther Fischer (Foto: psg)
Der Autor dieser Zeilen, der nicht unbedingt ein Jazzer vor dem Herrn” ist, kramte am frühen Morgen in seiner Plattensammlung und fand sie tatsächlich: die Amiga-Pressung eines legendären Konzertes am 6. April 1974 im Berliner Friedrichstadt-Palast. Schon damals behandelte” Schneider sein Schlagwerk mal brutal, mal hingebungsvoll.
Nun waren Ohne Lieder leben”, Einen Tag lang” oder Er verließ mich vor dem Morgen” live zu erleben. Als Beimischung immer mal wieder Themen aus Filmmusiken, die Fischer für Hollywood-Streifen geschrieben hatte. Als eine Zugabe brachten die fünf Musiker und die Grand Dame des Jazz auch den schönen Monat Mai” zu Gehör.
Brüning und Fischer arbeiten seit 1971 zusammen, gingen auch mal getrennte Wege. Nun standen sie wieder auf der Bühne. In Nordhausen. Den Satz von Günther Fischer Wir ticken gleich”, konnten die Gäste des Abends mehrfach in Duetten Stimme und Blasinstrument” hören. Den Hardrock-Fan erinnerten diese Konzertteile an David Gilmore (Wish You Were Here/Stimme und Gesang) oder an Blackmore-Gillan (Strange Kind of Woman/Gitarre und Gesang). Natürlich ist das nicht zu vergleichen, weil unterschiedliche Genres. Aber es schuf Erinnerungen an unvergessliche Momente. Über Generationen hinweg.
Das Ende eines großartigen Konzertes (Foto: psg)
Dem Jazzclub ist mit dem Auftakt des diesjährigen Jazzfestes ein grandioses Opening gelungen. Es macht neugierig auf das, was noch folgen wird. Auch in seiner 41. Auflage wird es über Nordhausen hinweg strahlen und wird vor allem eines deutlich machen: Jazz kann ungeheuer vielfältig sein, solange er von Musikarbeitern” auf der Bühne gemacht wird. Und: deren Handwerk” immer noch diese unnachahmliche Beziehung zu dem schafft, was man gemeinhin als Publikum bezeichnet. In Nordhausen hat er eine Heimat gefunden. Dank den Jazzern und ihren "Gönnern". Und die werden auch weiterhin an der Seite des Clubs stehen, wie Sparkassenchef Thomas Seeber bei der Begrüßung nicht nur Club-Chef Holger Gonska versicherte.
Peter-Stefan Greiner
PS 1: Jetzt schon sollten sich die Neugierigen vor allem den JazzRabazz am 2. November im Nordhäuser Theater vormerken, denn da darf nicht nur gesehen und gehört, sondern auch getanzt werden.
PS 2: Es besteht die Hoffnung, dass es bei den nächsten Konzerten nicht wieder zu einem Stuhl-Chaos wie am Freitagabend kommt. Auch das macht es wieder deutlich, dass das Oberzentrum Nordhausen immer noch nicht über eine Raumangebot verfügt, das 300 bis 400 Menschen einen angenehmen Platz zum musikalischen Genießen bietet.
Autor: psg
Jazz pur auf der Bühne des Jugendclubhauses (Foto: psg)
Uschi Brüning und Günther Fischer - weitere Worte bedarf es auch heute nicht, um einerseits Erinnerungen zu wecken und andererseits die Erwartungen auf einen konzertanten Hochgenuss zu prägen. Mit Klaus Lenz oder Manne Krug prägten die beiden die DDR-Jazzszene und sorgten dafür, dass sie auch über das eingemauerte Land hinaus bekannt wurde. In den diversen digitalen Enzyklopädien findet sich genügend Material, das die Bedeutung von Brüning, Fischer und Co. würdigt.
Den Nordhäuser Jazzern war es denn auch tatsächlich gelungen, das komplette GF-Quintett in die Rolandstadt zu locken. Komplettiert wurden Fischer und Brüning durch Rüdiger Krause (g), Tom Götze (bg) und Matthias Bätzel am Piano. Doch halt: Einer fehlt in der Aufzählung. Es ist der Mann, der in den Musikantengruppen um Fischer nicht den Ton, dafür aber den Takt angab und immer noch angibt - Wolfang Zicke” Schneider am Schlagzeug.
Damals wie heute - Vollblut-Jazz: Uschi Brüning und Günther Fischer (Foto: psg)
Der Autor dieser Zeilen, der nicht unbedingt ein Jazzer vor dem Herrn” ist, kramte am frühen Morgen in seiner Plattensammlung und fand sie tatsächlich: die Amiga-Pressung eines legendären Konzertes am 6. April 1974 im Berliner Friedrichstadt-Palast. Schon damals behandelte” Schneider sein Schlagwerk mal brutal, mal hingebungsvoll.
Nun waren Ohne Lieder leben”, Einen Tag lang” oder Er verließ mich vor dem Morgen” live zu erleben. Als Beimischung immer mal wieder Themen aus Filmmusiken, die Fischer für Hollywood-Streifen geschrieben hatte. Als eine Zugabe brachten die fünf Musiker und die Grand Dame des Jazz auch den schönen Monat Mai” zu Gehör.
Brüning und Fischer arbeiten seit 1971 zusammen, gingen auch mal getrennte Wege. Nun standen sie wieder auf der Bühne. In Nordhausen. Den Satz von Günther Fischer Wir ticken gleich”, konnten die Gäste des Abends mehrfach in Duetten Stimme und Blasinstrument” hören. Den Hardrock-Fan erinnerten diese Konzertteile an David Gilmore (Wish You Were Here/Stimme und Gesang) oder an Blackmore-Gillan (Strange Kind of Woman/Gitarre und Gesang). Natürlich ist das nicht zu vergleichen, weil unterschiedliche Genres. Aber es schuf Erinnerungen an unvergessliche Momente. Über Generationen hinweg.
Das Ende eines großartigen Konzertes (Foto: psg)
Dem Jazzclub ist mit dem Auftakt des diesjährigen Jazzfestes ein grandioses Opening gelungen. Es macht neugierig auf das, was noch folgen wird. Auch in seiner 41. Auflage wird es über Nordhausen hinweg strahlen und wird vor allem eines deutlich machen: Jazz kann ungeheuer vielfältig sein, solange er von Musikarbeitern” auf der Bühne gemacht wird. Und: deren Handwerk” immer noch diese unnachahmliche Beziehung zu dem schafft, was man gemeinhin als Publikum bezeichnet. In Nordhausen hat er eine Heimat gefunden. Dank den Jazzern und ihren "Gönnern". Und die werden auch weiterhin an der Seite des Clubs stehen, wie Sparkassenchef Thomas Seeber bei der Begrüßung nicht nur Club-Chef Holger Gonska versicherte.
Peter-Stefan Greiner
PS 1: Jetzt schon sollten sich die Neugierigen vor allem den JazzRabazz am 2. November im Nordhäuser Theater vormerken, denn da darf nicht nur gesehen und gehört, sondern auch getanzt werden.
PS 2: Es besteht die Hoffnung, dass es bei den nächsten Konzerten nicht wieder zu einem Stuhl-Chaos wie am Freitagabend kommt. Auch das macht es wieder deutlich, dass das Oberzentrum Nordhausen immer noch nicht über eine Raumangebot verfügt, das 300 bis 400 Menschen einen angenehmen Platz zum musikalischen Genießen bietet.

















