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Mi, 16:37 Uhr
01.10.2025
Revision im Bauaktenarchiv

Tiefer Einblick in die Nordhäuser Baugeschichte

Am Freitag vergangener Woche startete erstmals eine umfassende Bestandsrevision im Bauaktenarchiv. Die Sammlung des Bauordnungsamtes beinhaltet tausende von historischen und laufenden Bauanträgen, Plänen und zugehörigem Schriftverkehr aus der Jahre 1850 bis 2025...

Die Revision wird durch die Fachfirma ARCHIVALISM ausgeführt, die Büros in Brandenburg und Thüringen unterhält.

Insbesondere der Bestand der historischen Bauakten der Stadt aus ca. 1840 bis 1990 ist überlieferungsgeschichtlich vernachlässigt worden. Er ist zwar durch Auslagerung 1944/1945 teilweise und im Unterschied zu großen Teilen des städtischen Archiv- und des laufenden Verwaltungsschriftgutes erhalten geblieben, aber durch - aus heutiger Sicht mangelnde konservatorische Fürsorge - geschädigt worden.

Im Bauaktenarchiv werden 175 Jahre Geschichte aufgearbeitet (Foto: Stadt Nordhausen) Im Bauaktenarchiv werden 175 Jahre Geschichte aufgearbeitet (Foto: Stadt Nordhausen)

Seit der Unterbringung der Bauakten nach 1945 im 2. Kellergeschoß des Neuen Rathauses, d.h. einem ehemaligen Luftschutzkeller, ist deren langfristige Erhaltung und zeitgemäße Benutzung durch die unzureichenden klimatischen und archivfachlichen Umstände gefährdet. Starkregen, Baufeuchte, Klimaschwankungen und die schiere Masse des aufgelaufenen Schriftgutes verlangten dringend nach einer umfassenden Revision.

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Zeitgemäße Bestandserhaltung dürfte freilich nur in anderen geeigneten Räumlichkeiten und mit fachgemäßem Personaleinsatz gewährleistet werden können. Auch kann digitale Sicherung, wie sie z.B. im Stadtarchiv Jena erfolgte, nur nach Klarheit über Umfang, Informationswert, Schutz- und Konservierungsbedarf angegangen werden.

Aufgrund eines Förderantrages des Stadtarchivs aus 2024 konnte die Bestandsrevision jetzt im Rahmen eines mit 6.000 Euro durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und seitens der Stadt Nordhausen mit 10.000 Euro Eigenmittel ausgestatteten Projektes beginnen. Ziel des Projektes ist es, diese Bauakten mengenmäßig zu analysieren, den Arbeits- und Materialbedarf für standardgemäße Schutzverpackung zu ermitteln und mittels eines Schadensgutachtens Handlungsempfehlungen für die Sicherung dieses wichtigen Bestandteils des kommunalen Gedächtnisses vorzugeben. Die nach Ausschreibung im Sommer beauftragte Fachfirma mit Hauptsitz in Neu-Seddin bei Potsdam wird innerhalb von voraussichtlich 25 Arbeitstagen in den Keller des Neuen Rathauses diese Aufgabe bis Jahresende 2025 absolvieren.
Autor: red

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Kommentare
Wanderwölfin
01.10.2025, 22:01 Uhr
Historiker
Und wer bezahlt das Alles?
Warrior
02.10.2025, 04:40 Uhr
Digitalisierung
Hier wird noch einmal sehr deutlich, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in Sachen Digitalisierung ein Entwicklungsland ist. Es kann doch nicht sein, dass ich als Bürger eine Bauakte auf den Tisch gelegt bekomme und mir selbst Kopien anfertigen darf.

Anstelle in die weitere Papierarchivierung zu investieren sollte vorrangig über eine Digitalisierung nachgedacht werden.
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