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Do, 17:30 Uhr
26.03.2026
Neues aus dem Kreisausschuss

Zu wenige Schüler: In Klettenberg fällt erste Klasse aus

Im historischen Landratsamt fand der Hauptausschuss statt. (Foto: nnz-archiv) Im historischen Landratsamt fand der Hauptausschuss statt. (Foto: nnz-archiv)
Die Tagesordnung im öffentlichen Teil des heutigen Kreisausschusses des Kreistages war überschaubar, abgesehen von zwei Vergabeentscheidungen. Thematisiert wurden außerdem unter anderem der Beitritt zum Verkehrsverbund Mittelthüringen und der Fortbestand der Grundschule in Klettenberg...

Landkreis strebt Beitritt zum Verkehrsverbund an
Der Landkreis Nordhausen und die Stadt Nordhausen wollen dem Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) beitreten. Dazu fand am Donnerstag in Nordhausen ein erstes Treffen zwischen Vertretern des Landratsamtes und des Verbundes statt.

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Landrat Matthias Jendricke (SPD) sprach von einem intensiven Austausch: „Es wurden sehr viele Details vorgetragen und Karten vorgestellt.“ Perspektivisch sollen alle Nordthüringer Landkreise dem Verbund beitreten. Mit Ausnahme des Eichsfeldkreises: Hier wird nur der Zugverkehr Teil des VMT. Als Zieltermin gilt die Fahrplanumstellung am 12. Dezember 2027. Für Fahrgäste würde der Beitritt vor allem einheitliche Tarife und besser abgestimmte Fahrpläne bringen. Gleichzeitig erhoffen sich Landkreis und Stadt durch einheitliche technische Systeme auch Kosteneinsparungen.

Regionalmanagement soll erweitert werden
Auch die interkommunale Zusammenarbeit soll ausgebaut werden: Das Regionalmanagement Nordthüringen könnte künftig um den Landkreis Eichsfeld erweitert werden. Laut Jendricke habe es dazu am Mittwoch Gespräche gegeben. Bislang gehören dem Verbund neben dem Landkreis Nordhausen der Unstrut-Hainich-Kreis und der Kyffhäuserkreis an.

Veränderungen im Kreistag
Nach der jüngsten Kreistagssitzung hat die Linken-Politikerin Katja Mitteldorf ihr Mandat aus persönlichen Gründen niedergelegt. Eine Nachrückerin wurde angefragt.

Zwei Vergaben beschlossen
Im öffentlichen Teil des Ausschusses wurden zudem zwei Aufträge vergeben: Eine Rahmenvereinbarung über 140.369 Euro ging an den Umweltservice Gunkel aus Wingerode. Das Unternehmen wird in den kommenden drei Jahren im Auftrag der unteren Wasserschutzbehörde tätig, etwa bei der Beseitigung ausgelaufener Betriebsstoffe abseits von Straßen.

Darüber hinaus wurden Planungsleistungen für die Sanierung der Turnhalle der Regelschule Bleicherode in Höhe von 129.524 Euro vergeben. Den Zuschlag erhielt nach europaweiter Ausschreibung das Nordhäuser Büro Architektur Contor Wienrich.

Grundschule Klettenberg bleibt bestehen
Klarheit gab es zur Zukunft der Grundschule in Klettenberg: Eine Schließung steht nicht bevor. Allerdings wird im kommenden Schuljahr keine erste Klasse gebildet. Das stellte Landrat Matthias Jendricke nach einer entsprechenden Anfrage von Heike Umbach (Linke) klar. Grund sind zu geringe Anmeldezahlen. Lediglich acht Kinder wurden angemeldet, notwendig wären mindestens 15 gewesen.

Wie Beigeordneter Stefan Nüßle (CDU) erläuterte, liegt die Entscheidung über die Klassenbildung bei Schulleitung und Schulamt und nicht beim Landratsamt.

Die Klettenberger Schule ist seit dem vergangenen Jahr eine Außenstelle der Grundschule Ellrich. Die betroffenen Kinder werden daher in Ellrich eingeschult. Eine Abstimmung mit Schule und Eltern habe bereits stattgefunden, die dem Vorgehen zugestimmt hätten.

Als Gründe für die niedrigen Schülerzahlen wurden neben dem demografischen Wandel auch veränderte Schulwahlentscheidungen genannt. Traditionell besuchten auch Kinder aus dem benachbarten Niedersachsen die Schule in Klettenberg. Diese Entwicklung ist jedoch rückläufig. Zudem orientierten sich Eltern aus Trebra in Richtung Bleicherode.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Otto77
27.03.2026, 12:09 Uhr
Vom Landkreis verordnetes Sterben auf Raten des Grundschulstandortes
und dann gibt der Zuständige Dezernent noch die falsche Auskunft, dass der Landkreis nicht zuständig sei. Aber gerade der Landkreis ist nach dem Thüringer Schulgesetz zuständiger Schulträger und damit auch die nach § 41c Thüringer Schulgesetz genannte zuständige Behörde, die einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zur Klassenbildung bei Unterschreitung der Mindestschülerzahl stellen kann. Es war bereits bei der Diskussion zum Schulstandort 2025 abzusehen, dass hier nicht das Wohl der Kinder, sondern die Interessen einzelner Personen im Vordergrund stehen. Auch die Eltern von Hohensteiner Ortsteil Trebra haben sich bereits 2018 im Rahmen der Schulnetzplanung dazu entschieden, den Schulstandort im Ortsteil Klettenberg nicht unterstützen zu wollen und ihre Kinder weiterhin in der Grundschule in Bleicherode unterrichten zu lassen. Der Ortsteilbürgermeister von Trebra und jetzige Bürgermeister der Gemeinde Hohenstein hat dazu 2018 eine flammende Rede pro Bleicherode vor dem Kreistag gehalten. Sein Bedauern zum geplanten Aus des Schulstandortes in Hohenstein kann ihm jeder, der die Bemühungen zur Sicherung des Schulstandortes aus dem Jahr 2018 kennt, nicht abnehmen.
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