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Mo, 19:15 Uhr
30.03.2026
Aus dem Kulturausschuss

Zwei Neue für die Kultur

Kulturell steht der Stadt Nordhausen spätestens im kommenden Jahr mit dem 1.100 Stadtjubiläum und dem Thüringentag einiges bevor. Zwei zentrale Stellen waren im Rathaus dazu jüngst unbesetzt. Eine Personalie wurde heute im Kulturausschuss vorgestellt, die zweite soll demnächst folgen…

Der Kulturausschuss tagte heute im Museumscafé der Flohburg, vorgestellt wurde dabei auch der neue Sachgebietsleiter für Stadtmarketing, Tourismus, Veranstaltungen, Christian Macke (Foto: agl) Der Kulturausschuss tagte heute im Museumscafé der Flohburg, vorgestellt wurde dabei auch der neue Sachgebietsleiter für Stadtmarketing, Tourismus, Veranstaltungen, Christian Macke (Foto: agl)

Christian Macke ist seit dem 16. März im Rathaus zuständig für das Veranstaltungswesen, Tourismus und Stadtmarketing. Von Haus aus kommt der gebürtige Nordhäuser aus der Gastronomie - die Familie betrieb eine Gastwirtschaft, er selber hat an der Hotelfachschule Leipzig gelernt und in Österreich und der Schweiz Erfahrungen gesammelt. In seinem neuen Aufgabenfeld konnte sich der erste Neuzugang in Sachen kulturelles Leben bereits ein wenig umschauen. Macke ist Pragmatiker, wo in der Vergangenheit viele Ideen aufgenommen und auch viel versprochen wurde, möchte er in Zukunft etwas weniger versprechen und dafür mehr umsetzen, sagt der Veranstaltungsmanager zur Vorstellung vor dem Kulturausschuss, man müsse sich nicht an Dinge knüpfen, die in der Umsetzung zum Scheitern verurteilt sind.

„Es kommen herausragende Aufgaben und eine engagierte Bürgerschaft auf Sie zu“, mahnte Hildegard Seidel, die ehemalige Bibliotheksleiterin, wünschte dabei aber auch gutes Gelingen und viel Kraft. Üben könne Macke ja erst einmal am „kleinen Rolandsfest“ in diesem Jahr, ehe dann in 2027 das Jubiläumsjahr gemeistert werden will.

Im Rathaus freut man sich über Verstärkung für das gerade einmal vierköpfige Team, das bisher die großen Veranstaltungen der Stadt wie Roalndsfest, Weihnachtsmarkt und „Parknick“ schultert, so Bürgermeisterin Rieger. Macke ist aber nicht die einzige frische Personalie, am Mittwoch wird man im Rathaus den neuen Leiter im Kulturamt begrüßen können, Tobias Schnickenfittich. Auch ihm soll ein wenig Eingewöhnungszeit gegönnt werden, die Vorstellung im Ausschuss ist für den 22. Juni geplant.

Die Planungen für Jubiläumsjahr und Rolandsfest inklusive Thüringentag laufen bereits, berichtet Rieger. Auf das Budget schlägt dabei unter anderem die Sicherheit, zweimal 50.000 Euro sieht der neue Haushalt für die Anschaffung von mobilen Sicherheitsbarrieren vor, die man bisher anmieten musste. Große Augen hat man im Kulturamt zuletzt auch bei den Preisen für (namhafte) Künstler gemacht, bisher habe noch keine Anfrage ins Budget gepasst. Die Hausaufgaben für die beiden neuen Herren im Feld liegen also schon bereit.

Bibliothek zieht Bilanz
Weiter im Text ging es mit der Stadtbibliothek. Hausleiterin Marie-Kathrin Haase stellte kurz die Bilanz des letzten Jahres vor und fing mit den „Leseäffchen“ an. An dem Programm für angehende Schulkinder nehmen inzwischen fast alle Kindergärten der Region teil, insgesamt 30 an der Zahl. Im vergangenen Jahr konnte man so 500 angehende ABC-Schützen an die Bibliothek und das Lesen heranführen.

Nach fünf Jahren musste man zudem den Titel „erlesene Bibliothek“ verteidigen, das Qualitätssiegel wurde erneuert vergeben, allerdings gehen damit ein paar Hausaufgaben einher. „Wir wurden jetzt noch einmal als Bibliothek im Mittelzentrum geführt, wenn wir das Siegel in fünf Jahren wieder erhalten wollen, würden wir als Oberzentrum behandelt“, erklärte Haase dem Ausschuss. Im Kriterienkatalog finden sich etwa die Anforderungen für „technische Arbeitsplätze“, im Mittelzentrum musste man zwei Rechner vorhalten, aufgestellt hat man vier. Als Oberzentrum müsste die Bibliothek nun zehn Geräte bereitstellen, möglich wäre das aber eventuell auch über die Ausgabe von Tablets, so die Bibliotheksleiterin. Die Voraussetzungen für das Oberzentrum erfülle man bereits in den meisten Punkten, Mangel hat man vor allem im technischen Bereich.

Dem Haus würde es gut zu Gesicht stehen, man sei schon jetzt so etwas wie der „größte Jugendclub der Stadt“, meint Bürgermeisterin Rieger und meint damit vor allem die Schülerinnen und Schüler, die sich in freien Stunden zum Lernen oder zum Abarbeiten der Hausaufgaben im Haus tummeln. Unter anderem für diese Zielgruppe hat man die Preisgelder verwendet, die man in 2024 als „Bibliothek des Jahres“ erhalten hatte. Angeschafft wurde diverses Mobiliar sowie eine Popcorn-Maschine, die vor allem bei den Veranstaltungen der Bibliothek zum Einsatz kommt.

Von denen gab es eine ganze Menge darunter das Bibliotheksfest, die Wandermesse „BuchKids Harz“, mehrere Ausstellungen oder auch neue, feste Formate wie englischsprachige Abende in Zusammenarbeit mit der Hochschule. Insgesamt 840 Veranstaltungen mit rund 13.000 Besuchern fanden im Bürgerhaus 2025 statt, gut die Hälfte davon ging auf das Konto des Hauses selbst, 26 Prozent entfielen auf kommunale Events und rund 18 Prozent als Vermietungen Dritter.

Auch in diesem Jahr hat man sich einiges vorgenommen, unter anderem wird man die 5. Kinder- und Jugendliteraturtage ausrichten, die über die ganze Region verteilt 30 Lese-Veranstaltungen zu Kindern und Jugendlichen bringen soll.

Im Ausschuss wird viel nachgefragt, vor allem zu den Bedingungen für die Auflagen zum Oberzentrum und Haase darf dabei auch einmal Wünsche äußern, um die Qualität des Hauses auch personell zu halten. Wenn sie könnte wie sie wollte würde sie eine Stelle für einen Medienpädagogen oder einen Veranstaltungsmanager schaffen, um die Querschnittsaufgabe zwischen Bibliothek und Bürgerhaus besser bearbeiten zu können, sagt Haase, aber schön wäre schon grünes Licht für eine lang ersehnte Azubi-Stelle im Haus, immerhin hat man in den Fachkreisen einen exzellenten Ruf als moderne Bibliothek.

Hohenrode, IFA-Museum und Marktsatzung
Die Liste der Beschlussvorlagen war heute übersichtlich, der Kulturausschuss befürwortete einstimmig geplante finanzielle Hilfen für den Förderverein Park Hohenrode und das IFA Museum. Außerdem bereite man mit Blick auf den Thüringentag 2027 Änderungen an der Marktsatzung der Stadt vor.
Angelo Glashagel
Autor: red

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