Welche Rolle spielt Nordhausen?
Rüstungsfirma vor Ansiedlung in der Region
Siedelt sich ein Rüstungsunternehmen im knapp 40 Kilometer entfernten Industriegebiet in Sangerhausen an? Mit dieser Frage wird sich an diesem Donnerstag der dortige Stadtrat im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung beschäftigen. Was diese Entwicklung für das Industriegebiet in Nordhausen bedeutet...
Im Nordhäuser Industriegebiet an der A 38 passiert auf absehbare Zeit wohl nichts. (Foto: ssc)
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der vergangenen Woche in der kleinen Kreisstadt im benachbarten Landkreis Mansfeld-Südharz. Wie die dort erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet, führt die Sangerhäuser Stadtverwaltung aktuell konkrete Gespräche mit einem deutschen Rüstungszulieferer, dessen Mutterkonzern im Nahen Osten sitzt. Auch in Nordhausen hat man die Nachricht aus dem Nachbarkreis in Sachsen-Anhalt längst beim Unternehmerverband (NUV) vernommen. Dessen Vorstandsvorsitzender Niels Neu beobachtet das Vorgehen genau: Sollte Sangerhausen die Ansiedlung gelingen, könne man der Stadt nur gratulieren, sagte Neu am Montag gegenüber nnz-online.
Ist es womöglich die Firma, die auch Interesse am Nordhäuser Industriegebiet hatte? Im vergangenen Jahr, Richtung Sommer, hatte Landrat Matthias Jendricke (SPD) das Thema einer Ansiedlung der Rüstungsindustrie im Industriegebiet Goldene Aue auf das Tableau gebracht. Wir haben immer mal wieder Anfragen von interessierten Firmen, doch eine Rüstungsfirma war nie dabei, relativierte Neu. Auch Kreissprecherin Jessica Piper bestätigte am Montag genau das: Es hat nie eine konkrete Anfrage einer Rüstungsfirma für Nordhausen gegeben. Vielmehr gehe es dem Landrat darum, für alles offen zu sein, so seine Sprecherin.
Sprich: Die Firma, die nun in Sangerhausen Interesse an einer 130 Hektar großen Fläche westlich der Kreisstadt an der A 38 hat, hatte das Industriegebiet in Nordhausen wohl auch gar nicht auf dem Schirm.
Verkaufserlös in zweistelliger Millionenhöhe
Wie die MZ weiter berichtet, stellt das Unternehmen Komponenten für den Verteidigungsbereich her. Was konkret, ist derzeit noch nicht öffentlich bekannt. Auch nicht, wie viele Arbeitsplätze entstehen würden. Inoffiziell war die Rede von 400 neuen Jobs. Konkreter wird es hingegen beim Geld: Je nach Vertragsmodell rechnet Sangerhausen mit erheblichen Einnahmen. Als möglicher Verkaufserlös wird ein zweistelliger Millionenbetrag genannt. Sollte ein Erbbaurechtsmodell gewählt werden, könnten jährlich deutlich über eine Million Euro in die Stadtkasse fließen.
OB soll weiterführende Vertragsverhandlungen führen
Der Stadtrat soll nun Oberbürgermeister Torsten Schweiger (CDU) am 21. Mai beauftragen, weiterführende Vertragsverhandlungen zu führen. Ziel ist es, ein Kaufangebot über maximal 130 Hektar zu unterbreiten. Bereits jetzt führt das Thema im Vorfeld der Stadtratssitzung zu kontroversen Diskussionen. Die Linke und die Ratsfraktion der SOS haben ihre Ablehnung bereits deutlich gemacht. Die anderen Fraktionen um CDU, SPD, AfD und BIS äußerten sich bislang gar nicht oder nur zurückhaltend.
Am 1. Oktober 2012 war Spatenstich für das Industriegebiet. (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen, Patrick Grabe)
Niels Neu findet das Vorgehen in der gerade einmal rund 25.000 Einwohner großen Kreisstadt grundsätzlich richtig: Erst einmal muss man sich doch anhören, was konkret produziert werden soll. Rüstungsindustrie ist heutzutage so vielschichtig, das kann von Drohnentechnik bis zur Zulieferindustrie alles sein, sagte Neu. Wichtig sei es, offen in die Diskussion zu gehen und transparent zu machen, worum es eigentlich gehe. Dann kann man in die tieferen Diskussionen einsteigen.
Taskforce für "Goldene Aue" in 2025 gegründet
Für das knapp 100 Hektar große Industriegebiet in Nordhausen gibt es derweil keine Neuigkeiten. Seit Jahren werden für das brachliegende Areal zwischen Bielen und Urbach Firmenansiedlungen ersehnt. Spatenstich für das hiesige Industriegebiet war bereits im Herbst 2012, wurden seither allein rund 32,5 Millionen Euro in die Erschließung gesteckt. Im vergangenen Juli war nun eine Taskforce gegründet worden. Es war ein Neustart für die Vermarktung der Flächen vor den Toren der Stadt, unmittelbar an der A 38. Unter Leitung des Nordthüringer Unternehmerverbandes hatten sich im Rahmen eines Wirtschaftsdialoges im Sommer folgende Akteure zu einer Taskforce zusammengeschlossen: Die beiden CDU-Abgeordneten David Gregosz (MdB) und Carolin Gerbothe (MdL), Nordhausens Landrat und Oberbürgermeister Kai Buchmann, die IHK Nordthüringen sowie die Landesentwicklungsgesellschaft LEG und das Thüringer Wirtschaftsministerium. Es gebe regelmäßige Treffen, und es gebe viele konkrete Nachfragen von Firmen. Etwas Ernstes habe sich daraus bisher jedoch nicht ergeben, so Niels Neu.
Investoren beobachten die Situation hier vor Ort sehr genau, sagte Neu. Leider herrsche in Nordhausen nicht immer ein investitionsfreundliches Klima, so der NUV-Chef. Vieles werde schon im Vorfeld zerredet. Wir machen hier leider oft den zweiten vor dem ersten Schritt, sagte Neu. Man solle keine Industrie von vornherein und kategorisch ausschließen, so Neu.
LEG kennt Ansiedlungspläne in Sangerhausen nicht
Bei der LEG Thüringen zeigte man sich am Montag überrascht über die Entwicklungen in Sachsen-Anhalt. Von einer möglichen Ansiedlung in Sangerhausen habe man bislang keine Kenntnis, sagte LEG-Pressesprecher Holger Wiemers. Zugleich betonte er die Bedeutung des Industriegebiets Goldene Aue für die Landesentwicklungsgesellschaft. Die Vermarktung des Standorts werde weiterhin intensiv vorangetrieben. Warum dann aber auf der Internetseite der LEG derzeit jedoch lediglich das Gewerbe- und Industriegebiet Darrweg in Nordhausen aufgeführt ist, und das an der A 38 gar nicht zu finden ist, das konnte Wiemers nicht beantworten. Er versprach aber, sich zu kümmern.
Susanne Schedwill
Autor: ssc
Kommentare
Fönix
18.05.2026, 17:48 Uhr
Was für ein Schuss in den Ofen!
Das Industriegebiet "Goldene Aue" ist der Ladenhüter schlechthin. Ein Industriegebiet in der Provinz ohne Bahnanschluss, was für ein Reinfall. Ehe sich da das Tor für einen ersten Investor öffnet, muss die ganze vorbereitete Infrastruktur sicher das erste Mal generalsaniert werden ...
Und den Damen und Herren in Erfurt geht das ganze Drama offensichtlich am Allerwertesten vorbei!
Motte83
18.05.2026, 18:58 Uhr
Nordhäuser werben für Industriegebiet
Wenn sich potenzielle Investoren erstmal online in unserer Region umschauen, sehen sie schnell, dass die Menschen hier in der Region eine richtig coole Wilkommenskultur für Neuansiedlungen haben: Vorausgesetzt natürlich, es wird keine Serverfarm errichtet, kein Batterierecycling, kein Logistiker und natürlich auch keine Rüstungsindustrie. Sollte das anzusiedelnde Unternehmen den Strom aus regenerativen Energien haben wollen, müssten die Windräder natürlich woanders stehen. Aber mit einer Überlandleitung darf der den Strom natürlich nicht ins Industriegebiet holen. Versteht sich doch von selbst, oder?!?
Und zu guter Letzt, wenn der Millionär, der hier investiert, hier auch wohnen möchte, dann bitte in der Platte, auf jeden Fall aber in der Innenstadt. Am See geht nicht, da würde der falsche dran verdienen.
Aber abgesehen von diesen paar Kleinigkeiten freut sich der gemeine Nordhäuser über jede Industrieansiedlung. Wir sind doch voll wirtschaftsfreundlich. ;-)
Kobold2
18.05.2026, 20:51 Uhr
Ist schon lustig
Ein Industriegebiet ohne Bahnanschluss als Reinfall zu sehen. Ich kenne ein ganze Menge Industriegebiete, die alles andere, als ein Reinfall sind, da hat der dazugehörige Ort nicht mal einen Bahnanschluss. Welches Industriegebiet hat denn nicht nur hier einen Bahnanschluss? Welche Firma setzt denn im Landkreis auf Bahnverladung und empfängt seine Waren mit der Bahn? Selbst der vor rd.15 Jahren extra geschaffenen und gefeierte Gleisanschluss bei MDC in Kölleda ist nur noch ein Besichtigungsobjekt.
In Sangerhausen gibt es zwar auch Widerstand und Bedenken gegen die Ansiedlung, aber ich würde schmunzeln, wenn es was wird.
Das würde dann gut zu den ganzen Ablehnung hier, vom jahrelangen Kampf gegen den Autohof über die ganzen Projetke, die mein Vorkommentator schon aufgezählt hat, passen.
icke58
18.05.2026, 21:07 Uhr
Goldene Aue
Wer hat da eigentlich den Hut auf weiß gar nicht wieviel Jahre leer steht...Hat Nordhausen schon mal richtige Unterstützung von Erfurt bekommen gibt doch nur Weimar,Jena Erfurt und dann Südthüringen..Hier oben kommt doch nix an...
Hohensteiner2020
18.05.2026, 21:07 Uhr
Blödsinn
Ein Rüstungsbetrieb wird zu 100 % durch den Staat finanziert, was volkswirtschaftlich nur als reiner Konsum angesehen wird.
Rein rational bringt so ein Unternehmen dem Staat überhaupt nichts.
Da wäre es theoretisch billiger das Geld den dort Arbeitenden direkt zu zahlen.
Vollkommen wirtschaftliche Sackgasse!!!
H.Freidenker
18.05.2026, 21:35 Uhr
Der Gedanke, Nordhausen und Rüstungsindustrie
ich denke, dass hatten wir schon einmal.
Die daraus entstandenen Konsequenzen sind bekannt.
Das braucht man kein zweites Mal !!!
Schniedel Castro
18.05.2026, 22:26 Uhr
Ja, in Nordhausen dauerts immer etwas länger.
Brücke in Bielen, 16 Jahre.
Bahnhofsklo, 15 Jahre.
Es geht voran.
euer Schniedel Castro
P.Burkhardt
18.05.2026, 22:45 Uhr
Boaaahhh Hohnsteiner...
...wo haben Sie denn diesen Blödsinn her ?
Ein Rüstungsunternehmen ist ein Unternehmen, wie jedes andere auch. Seine Kunden sind in aller Regel Staaten... und zwar in aller Welt. Richtig ist, dass bei Exporten von Rüstungsgütern der Staat (also unserer) prüft und zustimmen muss.
Tatsächlich ist ein Bahnanschluss bei einer Vielzahl von Rüstungsbetrieben weder notwendig noch ein Standort-Kriterium. Von daher, wäre unser Gewerbegebiet so gut wie jedes andere. Ich weiß auch nicht, woran es liegt, dass niemand hier investieren will, bin aber sicher, dass die ablehnende Haltung die hier lang und breit in die Welt geblasen wurde und wird, sehr wohl eine Rolle spielt. Akzeptanz im Umfeld ist gerade bei Rüstungsbetrieben wichtig ! ...es wird bei der Standortsuche umfassend recherchiert und neben den harten Kriterien (Erreichbarkeit, Erschließungsstand, Kosten, qualifiziertes Personal) werden auch weiche Faktoren (Akzeptanz der Niederlassung, Unterstützung bei den Behörden, Wohnraumsituation, Lebensqualität für ggf. von anderen Standorten umziehende Mitarbeiter) geprüft.
Wer da bei der Recherche auf die Kommentare (und den einen oder anderen Meinungsartikel) in der nnz stößt bekommt wohl eher kein positives Bild von der Region als Investitionsstandort.
Ein Beispiel (nicht Rüstung): Ein Kollege von mir hat ein (sehr) lukratives Job-Angebot in Magdeburg abgelehnt... als in Deutschland geborener Sohn einer deutschen Mutter und eines türkischen Vaters, dem sein Vater eben auch anzusehen ist, hat er (so sagt er) Angst in den Osten zu ziehen....
Jede Region ist eben nur so gut, wie ihre Einwohner es zulassen.
Bodo Schwarzberg
19.05.2026, 00:31 Uhr
Rüstungsfirmen sind militärische Ziele
Ich finde es erschreckend, dass es Grüne, CDU und SPD offensichtlich zunehmend schaffen, das Thema Aufrüstung als angebliches friedliches Mittel in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die frühere BRD über die vormilitärische Ausbildung in DDR-Schulen herzog.
Erst die Arroganz des Westens gegenüber Russland nach dem DDR-Anschluss und nun die Aufrüstung als späte Folge dieser Arroganz.
Immermehr schafft es die deutsche Politelite, einem Krieg mit Russland den Schrecken zu nehmen. Hier wird "Psychotherapie" mit der Bevölkerung betrieben. Im Sinne westlicher Phantasie, in einen Krieg mit Russland einzutreten. Das wäre eine Apokalypse. Nur sagen das Merz. Banaschak und Klingbeil nicht.
Seit euch in diesem Zusammenhang auch der Tatsache bewusst, dass Rüstungsfirmen zum militärischen Ziel werden. Sollte es wirklich zum von Berlin permanent herbeigeredeten Krieg komrnen.
Eine Atombombe auf Sangerhausen oder das Industriegebiet? Schaut euch in der App Nukemap gern an, was das konkret bedeutet.- Auslöschung.
Geht den neuen Kriegstreibern, die Russlands Krieg gegen die Ukraine bei uns geboren hat, nicht auf dem Leim.
Fönix
19.05.2026, 04:30 Uhr
Ein schäbiges Schwarze-Peter-Spiel, das manche
hier betreiben. Schuldzuweisungen an die in der Region lebenden Bürger in der Form, dass sie irgendeine Verantwortung tragen für die offensichtliche Fehlinvestition "Industriegebiet Goldene Aue" sind so etwas von daneben, da fehlen einem fast die Worte. Das ganze Vorhaben stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Mancher wird sich noch an die Anfänge erinnern, wo z.B. die naturgegebene Präsenz des Krumbaches schon in der Planungsphase für enorme Probleme und letztendlich für eine faktische Teilung des Areals sorgte. Bekanntermaßen für Großinvestoren (und darum geht es ja bei einem Industriegebiet!) in den meisten Fällen ein klares Ausschlusskriterium. Dazu kommt dann noch auch in Verbindung mit dem Krumbach das höchst sensible Thema Hochwasser, noch verschärft durch die heikle Situation unmittelbar stromunterhalb im Bereich Windehausen. Genauso ist übrigens auch für viele potentielle Investoren ein Bahnanschluss ein wichtiges Kriterium. Ganz ähnlich wie bei Wohnhäusern der Keller oder bei Gärten der Wasser- und Stromanschluss. Nicht alle brauchen ihn, aber viele (ich gehöre in beiden Fällen dazu) möchten keinesfalls darauf verzichten. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben sind die o.g. Aspekte wesentliche Standortfaktoren, die einen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob so ein Industriestandort nachgefragt wird oder eben nicht. Völlig unabhängig davon, ob nun Rüstungsbetriebe (die ich vor dem Hintergrund der speziellen Nordhäuser Historie in jedem Fall ausschließen würde und die wohl auch kaum vorrangig im Fokus der Planer standen!), Maschinenbauunternehmen, Hersteller von Energieanlagen, Lebensmittelproduzenten oder wer auch immer sich in unserer Region gegebenenfalls niederlassen wollte.
Letztendlich bleibt zu konstatieren, dass die Standortentscheidung ganz offensichtlich keine gute war. Die Tatsache, dass hier wertvollstes Ackerland umgewidmet wurde, ist auch nicht gerade eine Ruhmestat, von der Zerstörung einer der letzten Hamsterpopulationen in der Region ganz zu schweigen.
Dabei hat Nordhausen mit der Hochschule für innovative Investoren durchaus ein ausgesprochen attraktives Argument. Aber gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.
Schade !!!
Filzstift und Lineal
19.05.2026, 06:33 Uhr
"Talk force" statt "task force"
Laber, laber, laber - taskforce Nordhausen samt LEG, die nicht weiß, dass nebenan eine Investition ansteht. Darüber hinaus ein NDH Phantom OB, das alles ist "talk force" statt "task force". Gute Nacht NDH.
Echter Sundhäuser
19.05.2026, 10:06 Uhr
Dasselbe umgekehrt @ P.Burkhardt
Hab vor fast 20 Jahren meinen lukrativen Job in einer westdeutschen Großstadt hingeschmissen.
Irgendwie war mir nicht danach meine Jungs in eine Kita/Schule zu stecken die mit 80-90% Migrantenteil aufwartet.
Davor hatte ich Angst und bin in die ostdeutsche Provinz geflüchtet.
Jedes Land ist eben nur so gut wie deren Politiker es zulassen, nicht wahr?
P.Burkhardt
19.05.2026, 12:06 Uhr
na dann..
...müssten Sie ja in NDH/Sundhausen glücklich und zufrieden sein - oder etwa nicht ? Worauf begründete sich denn Ihre Angst ? Gab es Hetzjagten, oder Beschimpfungen, wurden Ihre Kinder blöde angeguckt, bedroht oder ausgegrenzt ? Ich verbringe die meiste Zeit in genau diesem von Ihnen beschriebenen Umfeld und kann derartiges Verhalten nur bei einigen Idi0ten feststellen... mit denen der Rest (egal welcher Herkunft) nicht viel zu tun haben will...
Alles, was den Landstrich voran bringen könnte, wird abgelehnt, weil sich dafür ja auch Dinge ändern müssten... und genau das (jedenfalls nach vorne), will irgendwie keiner - eher zurück in die piefigen 50er, als die N*ger noch N*ger waren und die Frauen an den Herd gehörten, oder ?
Zum Thema noch kurz: Herr Schwarzberg hat einen interessanten Gedanken aufgeworfen, der bereits früher diskutiert wurde: Mit der Rüstungsindustrie vor Ort wären wir ein potenzielles Angriffsziel. Ja, das Risiko würde steigen - aber wie wir in der Ukraine sehen, interessiert es Herrn Putin herzlich wenig, ob er Rüstungsindustrie, Krankenhäuser oder Schulen bombardiert. Es gibt nun mal keine 100%ige Sicherheit mit so einem Aggressor vor der Haustür.
...wenn wir vor allem Angst haben, dann verkriechen wir uns am Besten, preppern Klopapier und Nudeln und machen gar nichts mehr - den Vogel Strauß hat sein Vorgehen vielleicht das eine oder andere Mal gerettet, weil sein Angreifer sich über ihn totgelacht hat...
nur eine kurze Reaktion auf direkte Ansprache - ich äußere mich nicht weiter dazu.
Jäger53
19.05.2026, 12:56 Uhr
Rüstungsfirma
Bestimmte Kreise in Deutschland haben nach dem Ende des 2 Weltkrieges nichts weiter zu tun als wieder Aufzurüsten, ganz egal wo Rüstungsfirmen entstehen. Deutschland wird nur noch durch Angst regiert. Der Verteidigungsminister wird nicht müde zu sagen das Deutschland von Herrn Putin angegriffen werden wird. Putin muss seid Jahren für alles herhalten, und er würde nicht mit einem Angriff warten bis Deutschland stark genug geworden ist. Die Gelder die für eine unsinnige Aufrüstung verbraten werden, werden an anderen Stellen nötiger gebraucht. Gebiete wo Rüstungsfirmen entstehen sind immer die Angriffspunkte Nummer eins. Das brauchen wir nicht noch einmal.
Anmerkung techn. Support:
Nur mal so zur »Einordnung«.
Ihr Kommentar enthält legitime Fragen zur Rüstungspolitik, vermischt diese aber mit einer Relativierungsstrategie, die Putins konkretes Handeln ausblendet.
Da hätten wir zuerst mal fünf schöne Beispiele bei denen Putin unmißverständlich Verantwortlich ist:
Angriffskrieg gegen die Ukraine (seit 2022)
Russland führt seit Februar 2022 einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zehntausende Tote, Millionen Vertriebene, systematische Zerstörung ziviler Infrastruktur.
Kriegsverbrechen und Deportationen
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat 2023 einen Haftbefehl gegen Putin persönlich ausgestellt — wegen der illegalen Deportation ukrainischer Kinder nach Russland.
Annexion fremder Gebiete
Krim (2014), Donezk, Luhansk, Saporischschja, Cherson (2022) alles Völkerrechtsbrüche, die international nicht anerkannt werden.
Unterdrückung im Innern
Politische Gegner werden inhaftiert, vergiftet (Nawalny, Skripal) oder sterben unter ungeklärten Umständen. Freie Presse existiert in Russland faktisch nicht mehr.
Destabilisierung europäischer Demokratien
Nachweislich orchestrierte Desinformationskampagnen, Einmischung in Wahlen, Finanzierung rechtsextremer Parteien in Europa, u.a. in Deutschland, Frankreich und Italien.
Nicht verantwortlich ist Putin u.a. für:
Die NATO-Osterweiterung
Die Entscheidung, osteuropäische Staaten aufzunehmen, trafen souveräne Länder und die NATO selbst. Putin hat diese Entwicklung nicht verursacht - sie ist aber ein realer geopolitischer Kontext, den seriöse Analysten nicht ignorieren.
Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands
Inflation, Fachkräftemangel, Haushaltskrise — das sind strukturelle deutsche und europäische Probleme. Der Krieg hat einige verschärft (Energiepreise), aber die Ursachen liegen anderswo.
Die AfD als politisches Phänomen
Sie ist ein Produkt deutscher Verhältnisse: Vertrauensverlust in Institutionen, soziale Spaltung, Migrationsdebatte. Russische Einflussnahme existiert, hat die AfD aber nicht erschaffen.
andere militärische Eskalation weltweit
Gaza, Sudan, Myanmar - Konflikte mit eigenen, komplexen Ursachen. Putin pauschal als globale Wurzel aller Übel darzustellen wäre analytisch unredlich.
Das deutsche Aufrüstungsprogramm als solches
Die Entscheidung für die 100-Milliarden-Sonderschuld traf der Bundestag. Man kann sie kritisieren - aber die politische Verantwortung dafür liegt in Berlin, nicht in Moskau.
Jetzt gibt es bestimmt wieder Ärger weil ich Kommentare kommentiere.
Das alles hat aber tatsächlich wenig mit dem Artikel zu tun.
Tom der ungläubige
19.05.2026, 13:13 Uhr
Echter Sundhäuser! Nehmen Sie es laut Eigen, Darstellung…
… dem boshaften pieber nicht krumm. Er ist halt so . Und alles, was andere Leute als Realität empfinden, in unserem durchaus schönen Land und mit dieser nicht zufrieden sind, und sich entsprechend äußern, stellt für ihn ein Riesenproblem dar. Er möchte alles schönreden. Und natürlich haben alle recht die sagen, wenn ein Land nur noch auf Rüstung als Wirtschafts Motor setzt,, gleichzeitig die Wertschöpfung, die dieses Land groß gemacht hat, inkludiert dabei die Wissenschaft, und das Ingenieurwesen vertreibt, hat in meinen Augen verkackt und das auch für die nächsten Generationen. Ein Burkhard wird das nie verstehen und hat kein Problem damit, dass wir hier vielleicht eine Schmiede für die nächsten Waffen der Ostfront bekommen. und hier rede ich noch nicht mal von den wirklich essenziellen Problemen, die dieses Land hat, aber die offensichtlich für unseren Burkhard nur Hinweise für Defätismus sind. Immerhin hat er es geschafft in den letzten drei Kommentaren, nicht die Schwefel,partei mit einem kleinen Seiten Schlag(obwohl nicht zum Thema gehörend) zu versehen. Also es besteht Hoffnung zur Besserung. Und schön ist auch immer der letzte Satz. Der so häufig fällt. ….nur eine kurze Reaktion auf direkte Ansprache - ich äußere mich nicht weiter dazu… , macht er leider sehr oft vermutlich, wenn ihm die Argumente ausgehen à la, Winnetou: hugh, ich habe gesprochen und jetzt mal Ruhe hier!🤣
Echter Sundhäuser
19.05.2026, 13:16 Uhr
Ja war ich auch @ P. Burkhardt...
...bis 2015.
Bis dahin gab's die einzigen Migranten in Nordhausen nur im Dönerladen hinterm Tresen zu sehen. Und heute? Siehste die rudelweise rumlungern und wir bekommen allmählich die Zustände vor denen ich einst geflohen bin!
Danke nochmal Muddi...
Lautaro
19.05.2026, 13:24 Uhr
Als zynisches Burschi finde ich den Gedanken der Rüstungsproduktion bei NDH natürlich gut.
Ganz ehrlich, wenn die zukünftigen Arbeitsplätze den dortigen Arbeitnehmern ein Leben ermöglichen, welches nicht von Vorwürfen geprägt ist.... dass die lieber auf der Couch sitzen und sich keinen richtigen Job suchen ( siehe Kommentare Bahnhofsfest ! )
Ausserdem hat die hiesige Rüstungsindustrie sogar Staaten beliefert, welche mit ihren Armeen auch so 1 oder 2 Zivilisten getötet haben.
Also ...lasst uns teilhaben !
Lautaro
19.05.2026, 14:08 Uhr
Anmerkung techn. Support: Nur mal so zur »Einordnung«.
Sagen sie mal, sie sind ja klasse !
Mit Ihrer diplomatischen Analyse sind sie reif für die wirkliche Politik....obwohl dann in 6 Monaten verschlissen werden ! g
Anmerkung techn. Support:
Wer soll den dann hier die Kommentar Kommentieren? 😅
Bodo Schwarzberg
20.05.2026, 00:01 Uhr
Kritik an technischem Support: Russland
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist völkerechtswidrig und unzweifelhaft eine Aggression. Dennoch hat dieser Krieg eine vom Westen mit gemachte Vorgeschichte, zu der sich zum Beispiel Michael Gorbatschow 2014 in Berlin äußerte und die sich bis in den 2. Weltkrieg zurückverfolgen lässt. Dazu schrieb ich in der nnz kürzlich auch einen Artikel. Und andere Artikel.
Weiterhin ist der internationale Strafgerichtshof eine Luftnummer, weil selbiger westliche Angriffskriege und deren Verantwortliche nicht auf dem Schirm hat bzw. weil sich die USA nicht erst seit Trump weigern, mit ihm zusammenzuarbeiten, Putin aber verfolgt. Das ist nicht sauber im Sinne der Justizia.
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