In Gabelsbauch bei Ilmenau kamen am Wochenende wieder zahlreiche Oldtimerfreunde zusammen. Auch der Ost Klassiker Klub war dort mit zwei historischen Flitzern vertreten: einem Fiat Baujahr 1924 und einem Bugatti aus dem Jahr 1928. Für die beiden Schmuckstücke ging es auf die Strecke, das "Gabelberg- Bergrennen" sollte zur Jubliäumszielfahrt werden...
Bereits seit Urzeiten existieren auch in der deutschen Sprache Redewendungen, Sprüche oder Slogan zu Personen, Ereignissen oder Prozessen um diese zu erklären bzw. zu deuten. Die eingangs formulierte Redewendung deutet salopp gesehen darauf hin, dass das Altwerden nicht in jedem Fall unmittelbar mit parallel verlaufenden Verlust an körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Menschen verbunden sein muss.
Der Ostklassiker Klub war beim Bergrennen in Gabelsbach mit zwei historischen Flizzern vertreten (Foto: Hubert Rein)
Auch in der heutigen Oldtimerszene ist dies auf zahlreichen Veranstaltungen erstaunlich erkennbar. Die fahrbare Technik hat zum Teil die 100 Jahre überschritten aber auch die Besitzer vieler Klassiker sind schon weit im Rentenalter und beherrschen grandios noch, die zum Teil auch schwierige Technik ihrer Oldtimer, auch unter Wettbewerbsbedingungen. Gegebenenfalls auch ein Argument der Befürworter aus den Reihen der politischen Eliten in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskussion für eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.
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Auf Einladung des Vereins "Gabelbach-Bergrennen Ilmenau" schlugen auch zwei Teams von der Wipper am Samstag ihr Fahrerlager an dem Ufer der Ilm, im Ilmenauer Ortsteil Gabelsbach auf. Ziel war die Teilnahme an dem diesjährigen Gabelberg – Bergrennen, welches als Jubiläumszielfahrt deklariert war. Zwei hochwertige historische Boliden, welche schon beim Entladen im Fahrerlager umringt wurden, ein Fiat 501, Baujahr 1924 gefahren von dem langjährigen Motorsportler Ingenieur (FH), Lutz Pfeil aus Kleinfurra und ein Bugatti 35 T, Baujahr 1928 gefahren von dem langjährigen technischen Prüfer, Ingenieur für Fahrzeugtechnik, Joachim Mäder aus Sondershausen gingen auf die ca. vier Kilometer lange Fahrstrecke, welche an dem Wettbewerbstag dreimal befahren werden musste.
Da auf der Strecke bereits seit 1904 motorsportliche Veranstaltungen, allerdings mit gewissen zeitlichen Unterbrechungen ausgetragen wurden, ist bis heute das Interesse an einer aktiven Teilnahme sehr groß. Dazu kommt die Tatsache, dass namhafte Rennfahrern wie Hans Stuck (*1900 – +1978), Rudolf Caracciola (*1901 – +1959) oder Bernd Rosemeyer (*1909 – +1938) der bereits vor seinem tödlichen Unfall im 3. Reich als Held stilisiert wurde und zum SS – Hauptsturmführer avancierte, auf dieser Strecke Motorsportgeschichte schrieben.
Unmittelbar an der Startlinie befindet sich heute ein Gedenkstein der an den Rennfahrer Manfred von Brauchitsch (1905 – 2003) erinnern soll. Von Brauchitsch erreichte 1933 den Streckenrekord von 2:06 Minuten auf einem Mercedes Rennwagen. Dieser Wert wurde nach Aussagen von Teilnehmern bis heute nicht unterboten. Auch von Brauchitsch war in seiner Zeit als Motorsportler ein Spielball der Politik, die das Thema Sport in den verschiedenen Kategorien für ihre jeweilige Ideologie gern einsetzt. Nach dem 2. Weltkrieg kam er aber in Konflikt mit dem Rechtssystem der damaligen BRD. Nach einer Nacht- und Nebelaktion wechselte er in die DDR und wurde unter Walter Ulbricht zu einem der hochrangigen Sportfunktionäre.
Angereist waren aus mehreren Bundesländern eine Vielzahl von edlen Personenwagen und sehr seltenen Krädern auch als Seitenwagengespanne. Trotz bescheidener Wetterverhältnisse verlief der Wettbewerb in geordneten Bahnen. Im Ergebnis des Tages konnte ein Pokal für das älteste Fahrzeug seinen künftigen Platz in Kleinfurra finden. Hubert W. E. Rein
Ost Klassiker Klub