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Mi, 09:46 Uhr
01.07.2026
Klassenstufe 10 des Herder-Gymnasiums für Bühnenstück gefeiert

Emotionales Chaos bunt in Szene gesetzt

Bunte Luftballone schmücken den Eingang, die Gäste werden persönlich begrüßt und es gibt einen liebevoll vorbereiteten Empfang. Es ist 17 Uhr und noch knapp 60 Minuten vor Beginn der Projektpräsentation...

Bild: Theaterinszenierung DG-Kurs der Klassenstufe 10 des Herder-Gymnasiums
Theaterinszenierung DG-Kurs der Klassenstufe 10 des Herder-Gymnasiums (Foto: Tammo Wiese)


Trotz der Hitze fand sich ein breites Publikum, bestehend aus Mitschülern, Freunden, Eltern und Lehrern. Während sich die Gäste bereits in Gesprächen vertieften, kleine Snacks und kühle Getränke zu sich nahmen, war im Saal ein geschäftiges Treiben zu beobachten: ein letztes Proben einzelner Szenen, aufgeregtes Suchen nach Requisiten, ein Zurechtzupfen der Kostüme, Maskenbildnerm und Friseur aus den eigenen Reihen in Aktion. Die Spannung stieg und noch 30 Minuten bis zum Beginn. Einlass und eine erste Orientierung für das Publikum in Form des Bühnenbildes sowie Flyern. Noch 15 Minuten.
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Für ihr Theaterstück entschieden sich die Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellen und Gestalten für eine Aufführung im Jugendclubhaus Nordhausen. Drei intensive Probentage liegen abschließend hinter ihnen (letztere vor Ort auf der Bühne).

Noch vor einem Jahr, als die Idee für das Stück geboren wurde, hätte kein Teilnehmer gedacht, dass es für das Gelingen essenziell sein wird, umfassend mit Kostümen, Requisiten und vor allem Licht und Technik zu proben. Und der gesamte Aufwand hat sich gelohnt.

Nicht ohne Stolz verkündet Kursleiterin Sarah Schollmeyer, dass die Inspiration zwar in Anlehnung an den Pixars-Film „Alles steht Kopf“, den sich der Kurs während eines DG-Abends ansah, entsprang, aber eine völlige Eigenproduktion darstellt. Die Hauptfigur Ella mit ihren Eltern wurde in eine neue Story gesetzt, in der sich die Teenagerin mit der Emotion der Liebe konfrontiert sieht – nicht nur für sie selbst eine Herausforderung, sondern für die Gefühlswelt Ellas, in der Freude, Zweifel, Angst, Wut, Verzweiflung, Ekel und Trauer ablehnend auf die Leidenschaft reagieren.

Das emotionale Durcheinander lösten ein neuer Anfang, eine neue Schule sowie streitende Eltern aus - eine besondere
Begegnung, die Ellas Herz berührt, lässt zudem Hoffnung und Unsicherheit im Widerstreit keimen. Die Liebe verstärkt demnach das Gefühlschaos, verteidigt sich aber vehement, lässt sich nicht von den anderen Empfindungen isolieren und kämpft für ihr Recht der Existenz.

So entstand in Anlehnung an einen Disneyfilm ein Theaterstück, an dem alle 28 Kursmitglieder beteiligt sind, die Hälfte schauspielernd, andere zudem oder auch separat für die Kostüme, Technik, Ausstattung und Regie zuständig sowie auch für die Organisation des Abends. Viele Gedanken und Anregungen wurden gesammelt und besprochen, Bühnentexte verfasst, Musikeinspielungen, auch life am Klavier, vorbereitet, Tanzeinlagen einstudiert, das Bühnenbild kreiert, farbintensive Kostüme selbst entworfen, Plakate und Flyer gestaltet sowie Licht- und Tontechnik abgestimmt. Ein Rundumpaket, das dem Projektcharakter des Kurses gerecht wird und den Kurs zu einer wirklichen Gemeinschaft wachsen ließ. Und dies spürte der Zuschauer beim Empfang, der Aufführung sowie den After-Show-Gesprächen und honorierte es nicht nur mit tobendem Applaus, sondern auch mittels Spende am Ausgang.

Lisa Ahromov bedankte sich im Namen der DG-Schüler der Jahrgangsstufe für das Coaching durch die Kursleiterin, das Engagement des Kurses und die Unterstützung durch Eltern sowie Mitschüler, wie Tammo Wiese, der sein Hobby des Fotografierens und Videografierens uneigennützig zur Verfügung stellte.

Ein Großteil der Kursmitglieder wird das Fach auch in den Klassenstufen 11 und 12 belegen. Das Verschmelzen von Theorie und Praxis, Kreativität und Improvisation, Musik, Bewegung, Tanz und das Spiel auf der Bühne lässt eigene Inszenierungen entstehen und so manch einen Kursteilnehmer über sich hinauswachsen. Wer weiß, vielleicht erwartet
den DG-Interessierten in zwölf bis fünfzehn Monaten noch einmal eine Aufführung des Kurses.
H. Roeder Herder-Gymnasium Nordhausen
Autor: emw

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