Mi, 08:30 Uhr
28.04.2010
"Die Polizei macht keine Hausbesuche"
Wie man sich vor Betrügern schützt, und Falschgeld genauso erkennt wie gefährliche Internet-Seiten, erklärte gestern Abend der Opferschutzbeauftragte der Nordhäuser Polizei, Kriminaloberkommissar Reiner Stranz. Die nnz war dabei und präsentiert ihnen die gerissensten Maschen der Betrüger.
"Jeder kann Opfer von Betrügern werden", und mit fast 30 Jahren Kripo-Erfahrung wusste Kriminaloberkommissar Reiner Stranz genau, wovon er bei der Präventivveranstaltung "Wie kann ich mich vor Straftaten schützen?" sprach. Es wurde ein breites Themenspektrum angesprochen: Vom Schutz des eigenen Hauses, über Internetbetrug und das richtige Verhalten am Geldautomaten bishin zu falschem Geld und echten Polizeimarken.
Dem einem oder anderen dürfte zum Beispiel der "Enkeltrickbetrug" bekannt sein. Die Betrüger rufen gezielt ältere Mitbürger an und geben sich als Verwandte in finanziellen Nöten aus. Sie geben keine Namen an, sondern beginnen das Gespräch möglichst allgemein, bis sie den Namen eines Verwandten von dem ahnungslosen Opfer erfahren haben.
Eine größere Investition, ein Hausbau oder dergleichen, stehe an und man bittet die lieben Verwandten um Hilfe in Form von Bargeld. Wer darauf hereinfällt kann viel Geld verlieren. Doch schon ein einfacher Anruf bei den Kindern kann klären, ob der Enkel denn tatsächlich ein Haus bauen will, oder nicht.
Aktuell recht beliebt ist die Masche, die im Volksmund unter dem Begriff "Autobahngold" firmiert. Die Täter täuschen an der Ausfahrt einer Autobahnraststätte oder auch auf großen Straßenkreuzungen, eine Panne vor. Der hilfsbereite Verkehrsteilnehmer ist ihr potenzielles Opfer. Die, wie Kommissar Reiner Stranz zu berichten weiß, meist osteuropäischen Täter erklären wortreich das sie sich in einer prekären Lage befinden und dringend Bargeld bräuchten.
Im Gegenzug bieten sie billigsten Ramsch, den sie als wertvolles Familiengold ausgeben. Sogar die Putzzeichen oder auch Karatzahlen, die den Wert des Goldes angeben, werden gefälscht, um die Opfer in die Falle zu locken. Die Empfehlung des Opferbeauftragten ist, nur in offensichtlichen Notsituationen zu helfen und sich auf keinen Fall auf irgendwelche windigen Geschäfte einzulassen.
Ganz ohne persönlichen Kontakt kommt die Masche "1-Cent Überweisung" aus. Die Täter verschicken Miniüberweisungen an zufällig gewählte Kontonummern. Ist die Überweisung erfolgreich, wissen sie das sie an ein richtiges Konto geraten sind, und beginnen per Lastschriftverfahren Geld von dem Konto zu ziehen. Das ist vor allem möglich, da nach einer neuen EU-Richtlinie der Name des Kontoinhabers für solche Vorgänge nicht mehr angegeben werden muss.
Da hilft nur regelmäßig seine Kontoauszüge zu prüfen. Fällt einem eine solche Miniüberweisung auf, sollte man sich mit der Bank und der Polizei in Verbindung setzen, um den Fall möglichst schnell zu klären.
Übrigens: die Polizei in Nordhausen sowie in Nordthüringen ist mit ihrer Aufklärungsrate an zweiter Stelle in Thüringen, wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht (siehe nnz-Archiv), mit der Reiner Stranz seinen Vorträge immer beginnt. Auch wenn es also Trickbetrüger, Gauner und Ganoven in unserer Mitte gibt, leben wir verhältnismäßig sicher. Nur ihre Maschen sollte man kennen, und sich nicht übers Ohr hauen lassen.
Die Präventionsveranstaltungen, die das nötige Wissen vermitteln, finden zweimal im Jahr in Kooperation mit der Volkshochschule Nordhausen statt und sind kostenlos.
Autor: agl"Jeder kann Opfer von Betrügern werden", und mit fast 30 Jahren Kripo-Erfahrung wusste Kriminaloberkommissar Reiner Stranz genau, wovon er bei der Präventivveranstaltung "Wie kann ich mich vor Straftaten schützen?" sprach. Es wurde ein breites Themenspektrum angesprochen: Vom Schutz des eigenen Hauses, über Internetbetrug und das richtige Verhalten am Geldautomaten bishin zu falschem Geld und echten Polizeimarken.
Dem einem oder anderen dürfte zum Beispiel der "Enkeltrickbetrug" bekannt sein. Die Betrüger rufen gezielt ältere Mitbürger an und geben sich als Verwandte in finanziellen Nöten aus. Sie geben keine Namen an, sondern beginnen das Gespräch möglichst allgemein, bis sie den Namen eines Verwandten von dem ahnungslosen Opfer erfahren haben.
Eine größere Investition, ein Hausbau oder dergleichen, stehe an und man bittet die lieben Verwandten um Hilfe in Form von Bargeld. Wer darauf hereinfällt kann viel Geld verlieren. Doch schon ein einfacher Anruf bei den Kindern kann klären, ob der Enkel denn tatsächlich ein Haus bauen will, oder nicht.
Aktuell recht beliebt ist die Masche, die im Volksmund unter dem Begriff "Autobahngold" firmiert. Die Täter täuschen an der Ausfahrt einer Autobahnraststätte oder auch auf großen Straßenkreuzungen, eine Panne vor. Der hilfsbereite Verkehrsteilnehmer ist ihr potenzielles Opfer. Die, wie Kommissar Reiner Stranz zu berichten weiß, meist osteuropäischen Täter erklären wortreich das sie sich in einer prekären Lage befinden und dringend Bargeld bräuchten.
Im Gegenzug bieten sie billigsten Ramsch, den sie als wertvolles Familiengold ausgeben. Sogar die Putzzeichen oder auch Karatzahlen, die den Wert des Goldes angeben, werden gefälscht, um die Opfer in die Falle zu locken. Die Empfehlung des Opferbeauftragten ist, nur in offensichtlichen Notsituationen zu helfen und sich auf keinen Fall auf irgendwelche windigen Geschäfte einzulassen.
Ganz ohne persönlichen Kontakt kommt die Masche "1-Cent Überweisung" aus. Die Täter verschicken Miniüberweisungen an zufällig gewählte Kontonummern. Ist die Überweisung erfolgreich, wissen sie das sie an ein richtiges Konto geraten sind, und beginnen per Lastschriftverfahren Geld von dem Konto zu ziehen. Das ist vor allem möglich, da nach einer neuen EU-Richtlinie der Name des Kontoinhabers für solche Vorgänge nicht mehr angegeben werden muss.
Da hilft nur regelmäßig seine Kontoauszüge zu prüfen. Fällt einem eine solche Miniüberweisung auf, sollte man sich mit der Bank und der Polizei in Verbindung setzen, um den Fall möglichst schnell zu klären.
Übrigens: die Polizei in Nordhausen sowie in Nordthüringen ist mit ihrer Aufklärungsrate an zweiter Stelle in Thüringen, wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht (siehe nnz-Archiv), mit der Reiner Stranz seinen Vorträge immer beginnt. Auch wenn es also Trickbetrüger, Gauner und Ganoven in unserer Mitte gibt, leben wir verhältnismäßig sicher. Nur ihre Maschen sollte man kennen, und sich nicht übers Ohr hauen lassen.
Die Präventionsveranstaltungen, die das nötige Wissen vermitteln, finden zweimal im Jahr in Kooperation mit der Volkshochschule Nordhausen statt und sind kostenlos.



