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So, 10:25 Uhr
02.05.2010

nnz-Forum: Zurückziehen als Antwort

Die nnz hatte bereits gestern über die Meinungsverschiedenheiten zwischen LINKE und SPD in Vorbereitung auf die Feier zum 1. Mai berichtet. Jetzt gibt es ein ausführliches Statement von der Nordhäuser LINKEN.


DIE LINKE.Nordhausen beteiligt sich materiell und finanziell gemeinsam mit der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und weiteren Verbänden und Vereinen an der Kundgebung des DGB-Kreisvorstandes zum 1. Mai. In der Vorberatung beim DGB wurde auch über die Rednerliste gesprochen.

DIE LINKE hatte darum gebeten, noch einmal darüber nachzudenken, ob Steffen Lemme, der aus der Gewerkschaftsbewegung kommt und jetzt Bundestagsabgeordneter der SPD Thüringen ist, als Hauptredner auf der Maikundgebung reden sollte. Aus unserer Sicht hätte ein DGB Funktionär ohne Bundestagsmandat sprechen sollen, zumal der die Veranstaltung eröffnende Kreisvorsitzende der Gewerkschaft zugleich Ortsvorsitzender der SPD Nordhausen und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat ist.

Unserem Anliegen wurde vom DGB nicht entsprochen. Ebenso war es nicht erwünscht, dass die LINKE einen kurzen Redebeitrag von 3 bis 5 Minuten zum gesetzlich flächendeckenden Mindestlohn, zu Hartz IV, zur Rente mit 67 und zur Beendigung des Afghanistankrieges hält. Auch das Argument des DGB-Kreischefs, dass nur in den Jahren, in denen Wahlen anstanden, Parteien Statements abgeben durften, hat sich dieses Jahr überholt.

Kritik an der Veranstaltung wurde uns von den Anwesenden vielfach kundgetan. So seien die Ausführungen von Lemme zum Mindestlohn nicht glaubhaft rübergekommen. Die SPD hätte die Einführung eines gesetzlich flächendeckenden Mindestlohnes in der großen Koalition in der Hand gehabt oder hätte aus der Regierung raus gehen sollen. Es werde von vielen nicht vergessen, unter welcher Verantwortung die stümperhaften Hartz IV Gesetze überhaupt eingeführt wurden.

Auf einer Maiveranstaltung sich dann hinzustellen und gegen die jetzige Bundesregierung und die Banken zu wettern sei nicht glaubhaft. Jüngstes Thüringer Beispiel der vergangenen Woche war in der Haushaltsdiskussion unter der SPD-Juniorpartnerschaft zu sehen. Hier wurden alle Vorschläge der Opposition abgeschmettert.

DIE LINKE wird in der morgen stattfindenden Kreisvorstandssitzung den Beschluss fassen, sich künftig aus der kreislichen Veranstaltung des DGB zurückzuziehen und sich an Maifeiern in den Städten und Gemeinden zu beteiligen. Die grundlegenden Ziele der Gewerkschaften werden wir auch weiterhin mit aller Kraft unterstützen. Dies wird den Forderungen unserer Basis vor Ort entsprechen.
Rainer Bachmann, Kreisvorsitzender
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
H.Buntfuß
02.05.2010, 21:36 Uhr
Rückzug der Linken
Herr Bachmann hat Recht, wenn er sagt, dass die SPD bezüglich ihrer jetzigen Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn völlig unglaubwürdig ist. Aber es geht mir hier nicht um die SPD.

Nehmen wir doch mal die Aussagen der Nordhäuser Linken: Ist denn das nicht eigentlich nur populistisches Geschwätz? Herr Bachmann will über Angelegenheiten diskutieren, auf die er oder seine Partei überhaupt keinen Einfluss haben. Es ist leicht etwas zu verlangen, wofür man nicht verantwortlich gemacht werden kann, wenn es nicht durchgeführt wird.

Ich habe schon in einen Kommentar darüber geschrieben. Herr Bachmann verlangt im Kreistag hin und wieder die Erhöhung der Regelsätze, die ja bekanntlich vom Bund gezahlt werden. Ich habe Herrn Bachmann noch nie sagen hören, dass die Kosten für Miete und Heizung (KdU) – die ja vom Kreis getragen werden – erhöht werden müssen, da viele Betroffene einen Teil der Miete von ihrem Regelsatz bezahlen.

Aber da greift DIE LINKE nicht ein. Im Gegenteil: Es ist eine Genossin von Herrn Bachmann, die in regelmäßigen Abständen eine Kürzung der KdU verlangt. Ist die Nordhäuser LINKE dann nicht genauso unglaubwürdig wie die SPD?
Mister X
02.05.2010, 22:09 Uhr
DDR in Person
Sehr seltsam, Herr Bachmann weiß am Sonntag schon, was der Kreisvorstand am Montag beschließt. Das ist genau das Schema der „SED“.

Die Versammlung wird zum Kaffeeklatsch, da der Beschluss schon vorgegeben ist. Und so eine Partei sollen wir wählen?
Real Human
03.05.2010, 07:46 Uhr
Majestix Bachmann
Analog zu Freud’schen Versprechern gibt es offensichtlich auch so etwas wie polit-bürokratische Ver-schreiber (Nicht: Vers-schreiber!). Dabei entfleuchen manchem routinierten „linken“ Parteipolitiker Formulierungen, als wäre die Zeit seit 1989 stehengeblieben:

„DIE LINKE wird in der morgen stattfindenden Kreisvorstandssitzung den Beschluss fassen, sich künftig aus der kreislichen Veranstaltung des DGB zurückzuziehen und sich an Maifeiern in den Städten und Gemeinden zu beteiligen. Die grundlegenden Ziele der Gewerkschaften werden wir auch weiterhin mit aller Kraft unterstützen. Dies wird den Forderungen unserer Basis vor Ort entsprechen.“

Woher wollte Herr Bachmann aber am Sonntag wissen, welche Beschlüsse „sein“ Kreisvorstand am Montag fassen wird? Mehr noch, er weiß sogar, dass „seine“ Basis seinen Forderungen „entsprechen“, also zustimmen wird! „Die Partei bin ich!“, scheint Herr Bachmann stillschweigend vorauszusetzen.

1665 rief Ludwig der XIV. sein berühmtestes Wort in eine Versammlung der französischen Stände: "L'État c'est moi – Der Staat bin ich!" 1789 wurde die absolutistische Monarchie gestürzt und am 21. Januar 1793 wurde sein Ur-Ur-Enkel Ludwig der XVI. mit einer Guillotine enthauptet. 200 Jahre später ging es in der „DDR“ bekanntlich friedlicher zu: Die Vertreter des „Ancien Régime“ mussten nicht einmal ihre Partei neu gründen. Sie gaben ihr nur (aufeinanderfolgend) zwei neue Namen. Auch sonst scheint vielerorts – nicht nur bei den „Linken“ – der alte Stil weiterzuleben.

Man sagte dem patriarchalischen Geist („Väterchen Stalin“) zwar den Kampf an, doch wie bei Asterix dem Gallier, so gibt es auch in der tiefsten deutschen Provinz irgendwo südlich des Har(t)zgebirges noch ein kleines rotes Völkchen, das mit dem Geist der Demokratie nicht viel zu tun haben und auf seinen Majestix partout bis heute nicht verzichten will. Und so braucht „Majestix“ bis heute eigentlich keine Stammesversammlung einzuberufen, denn schließlich weiß er – wie in alten Zeiten – am besten, was für „sein“ Volk das Richtige ist und er weiß folglich schon Tage vorher, dass man genau das beschließen wird, was er sich so vorgestellt hat.

Vor einer Palastrevolution braucht sich „Majestix“ vorerst nicht zu fürchten. Die Enternixe von der WASG hatten nie eine Chance und auch ein gewisser Tullius Destruktivus ist längst kaltgestellt. Und so schlummert der kleine rote Stamm südlich des Har(t)zes dahin bis eines Tages der Sensenmannix einer neuen Dynastie zur Macht verhilft.

Hoffentlich findet sich noch rechtzeitig ein Miraculix, der die richtigen Zutaten für einen Zaubertrank findet, damit des rote Volk von seinen Neurosen befreit werden kann, denn sonst ist das Volk der Deutschen hoffnungslos den Lügfixen von der „S“PD ausgeliefert, den besten Steigbügelhaltern von Angela Kruzifixa und ihrer „Freiheitsstatue“ (Nicht: „Freiheits-stute“!).

(IMMER nur „politisch korrekt“ zu sein, finde ich langweilig und auch etwas verlogen!)
WR-NDH
03.05.2010, 08:44 Uhr
KdU
Sehr geehrter Herr Werner, der guten Ordnung halber muss ich etwas zu den KdU sagen. Die zweite Beigeordnete des LRA betreffend haben Sie Recht. Sie scheint Ihre Tätigkeit nicht immer an den Interessen der Schwächsten zu orientieren. Die Linksfraktion des Kreistages betreffend haben Sie allerdings Unrecht.

Bereits im Jahre 2006 lud die Linksfraktion (leider keine andere Partei) in Vorbereitung der Verabschiedung einer neuen KdU-Richtlinie alle Wohnungsunternehmen zum Gespräch hierüber ein. Die von den WUs vorgebrachten Argumente fanden Gehör, die vorgesehene Absenkung der KdU wurde abgewendet.

Auch in diesem Jahr konnten die Wohnungsunternehmen des Kreises am 22.03.10 in einer Fraktionssitzung der Linken darlegen, wie aus unserer Sicht die KdU verändert werden sollten. Ich habe dabei den Eindruck gewonnen, dass unsere Argumente überzeugten und die Linksfraktion entsprechende Änderungsvorschläge in den Kreistag einbringen wird.

Leider interessiert dieser Bereich die anderen Parteien nicht, zumindest zeigten sie bisher kein Interesse an den Ansichten der Wohnungswirtschaftler.
Madame-Cherie
03.05.2010, 09:15 Uhr
Es spielt keine Rolle mehr ....
... welche Partei!

Von dieser Politik kann man sich nur verlassen fühlen. Man sieht nur zu wie man mit dem eigenen Hintern an die Wand kommt. Verantwortung dem Volk gegenüber kennen sie mittlerweile alle nicht mehr. Sie sind alle samt Marionetten.

Hauptsache das Brett vor dem Kopf ist Schwarz-Gelb lackiert und die Welt scheint in Ordnung zu sein. Dann wird Jim Knopf, der Lokomotivführer, uns schon retten. Wann nehmen wir, das Volk, endlich das Zepter in die Hand und zwar zusammen und nicht nur als Einzelkämpfer. Wir haben die Macht.

Hört endlich auf Euch von der Politik zu Marionetten machen zu lassen. Hört endlich auf das politische Geschwafel für bare Münze zu nehmen und schaut in die Geschichte zurück. Analysiert das was gewesen ist und zieht Eure Schlüsse daraus!
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