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Mo, 16:20 Uhr
03.05.2010

Und er redete doch

Matthias Jendricke (SPD) ist der Bürgermeister von Nordhausen. Dadurch hat er relativ viel zu sagen. Auch im Kreistag, weil er da als Mitglied von den Menschen hineingewählt wurde. Nichts zu sagen ad hoc hat er im Kreisausschuss. Und doch redete er heute während der Sitzung und: plauderte danach munter weiter.


Der Sachverhalt war eigentlich lapidar, andererseits symptomatisch für den Umgang mit Geld im Landratsamt. In der Kreisverwaltung werden drei junge Damen ausgebildet, die an der Berufsakademie in Gera noch "nebenbei" studieren. Das kostet dem Landkreis Geld - in drei Jahren rund 30.000 Euro, wie heute Kreisausschussmitglied Winfried Theuerkauf (SPD) zusammenrechnete. Das Geld setzt sich aus Fahrt- und Übernachtungskosten der drei Studentinnen zusammen.

Bis Anfang dieses Jahres zahlte der Landkreis dieses Geld, quartalsweise oder monatsweise, bis es eine höchstrichterliche Entscheidung eine Arbeitsgerichts gab, dass ein Studium einfach nicht finanziert werden darf. Um die Diskussion im Kreisausschuss abzukürzen sei erwähnt, dass der mehrheitlich dafür stimmte, den drei Damen das Fahrt- und Übernachtungsgeld weiter zu zahlen. Dann sei Schluss.

Was aber hat nun Matthias Jendricke damit zu tun? Der saß mit am runden Tisch des kleinen Plenarsaals und sollte zur Leitstellenthematik (siehe nnz von heute) befragt werden. Zu anderen Tagesordnungspunkten darf er nur reden, wenn das beantragt und wenn darüber abgestimmt wird. Beantrag wurde das nicht, abgestimmt wurde auch nicht, Herr Jendricke gab jedoch zu bedenken, dass in der Ausschreibung bereits der Studienort Gera genannt worden sei und so folglich die Bewerberinnen wussten, auf was sie sich einlassen.

Nach der Sitzung plauderte Jendricke weiter. Hier werde einfach lax mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen und das in einer Phase, da alle Kommunen sparen müssten. Vor allem jene, denen das Wasser bis zum fiskalischen Hals stehe. Gemeint war die Kreisverwaltung. Und im Übrigen verstehe er als Mitglied des Hochschulrates der Nordhäuser FH nicht, warum denn die Studenten sich nicht am Weinberg in Verwaltungsrecht weiterbilden
lassen würden. Hier in Nordhausen gebe es die entsprechenden Angebote. Da müsse kein Student nach Gera fahren und sich Fahrt- bzw. Übernachtungskosten vom Steuerzahler erstatten lassen.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
03.05.2010, 17:13 Uhr
Privileg
Hier wäre es schon mal von Interesse, wessen Töchter das „Privileg“ bekommen, um auf Kosten der Bürger unsres verschuldeten Kreises studieren zu dürfen? Aber in diesen Fall wird wohl der Kreistag auf den Datenschutz hinweisen, obwohl es um die Steuergelder der Bürger geht.

Ich halte es überhaupt für eine Unverfrorenheit, den Steuerzahler auszuschließen, sobald es um die Finanzen des Kreises geht.

Was haben unsere Politiker zu verbergen? Hier zeigt sich wieder einmal die Abgehobenheit unserer MÖCHTEGERN - POLITIKER.
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