Mo, 08:06 Uhr
20.09.2010
Stimmung in der CDU
Die CDU hat es in diesen Tagen wahrlich nicht einfach. Ob nun im Bund oder im Land - überall gibt es Koalitionspartner, die ihr das Leben schwer machen. Im Landkreis ist es die eigene Basis, die Probleme bereitet.
Politisch interessierte nnz-Leser kennen Manfred Grund. Der Eichsfelder wurde im Jahr 1994 das erste Mal in den deutschen Bundestag gewählt, hat sich zu einem von fünf parlamentarischen Geschäftsführern hochgearbeitet und wird vermutlich diesen Job noch bis an das Ende seiner aktiven Lebensarbeitszeit machen.
Doch der Herr Grund will mehr. Er wollte jetzt stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei in seinem Heimatbundesland werden. Und dazu wollte er sich der Rückendeckung der Parteimitglieder versichern, die zu seinem Wahlkreis gehören. Also, auch der Basis im Landkreis Nordhausen. In der Sitzung des CDU-Kreisvorstands vor dem Kreisparteitag tauchte Manfred Grund auf, scheinbar unangemeldet. Er spricht sodann über die Berliner Politik und er spricht über seine Kandidatur zur Stellvertretung von Christine Lieberknecht. Doch, und das hörte man, soll Kreisvorsitzender Klaus Zeh da nicht so amüsiert gewesen sein. Es solle der Kreisparteitag ein Votum für Manfred Grund aussprechen, wird schließlich festgelegt.
Und auf dem Kreisparteitag in Werther, "In der Hoffnung", hofft der Herr Grund auf ein Votum der CDU-ler, die ja nun mal von der Basis delegiert wurden. Um es abzukürzen: Nach einigen Widerständen und Taktierereien aus dem Vorstand der Kreis-CDU stellt ein Delegierter dann doch den Antrag, um Manfred Grund für seine landespolitischen Ambitionen den Rücken zu stärken. Das Votum fällt ganz klar für Grund aus.
Doch genutzt hat es dem Eichsfelder nichts. Er hatte Konkurrenz aus dem eigenen Revier. Christina Tasch heißt die Frau. Die Küllstedterin galt und gilt als Polit-Vertraute von Dieter Althaus und sie ist: weiblich. Deshalb hat sie nun im künftigen Landesvorstand als Stellvertreterin bessere Chancen, weil Ex-Minister Andreas Trautvetter sich nicht aus dem Landesvorstand zurückziehen will und das Geschlechtergleichgewicht gewahr bleiben muss. Trautvetter wiederum hatte und hat keine sonderliche Nähe zu Dieter Althaus, der neben seinem Job bei Magna immer noch gern einige Fäden in der Thüringer CDU zusammenhalten will. Und da kommt ihm Frau Tasch gelegener als Herr Grund, der sich im vergangenen Jahr nicht unbedingt zu Dieter Althaus bekannte. Diese Front ist zu mächtig, Manfred Grund zieht seine Kandidatur zurück. Gegenüber dem MDR sagt er, dass eine verstärkte Parteiarbeit in Erfurt nur schwer mit seinem Job in Berlin zu vereinbaren sei. Warum er dann überhaupt kandidiert hat, bleibt unbeantwortet.
Die CDU im Landkreis Nordhausen hat aber neben diesem Thema noch ein weiteres Problem. Vor allem in Nordhausen. Dort kursiert seit Mitte April ein anonymer Brief, der auf Themen aufmerksam macht, die vielen an der Basis unter den Nägeln brennen, die jedoch kaum einer offen anzusprechen wagt. Es geht um die Altersstruktur der Partei und vor allem um das Festhalten "altbewährter" Kader an der Macht. "Lieber Norbert, da wir in Nordhausen nun nach 20 Jahren einen Parteizustand wie im Politbüro erreicht haben, sollte nun endlich etwas geschehen. ... Jüngere, fachlich fähige Mitglieder werden vergrault, abgestoßen. Die alte Opa-Fraktion im Stadt- und im Kreistag mauert und taktiert. Wer sich bewegt, verliert den Posten. Wie im Politbüro."
Und es werden - das macht den Brief so pikant - zwei Namen herausgepickt: Dr. Manfred Schröter und Prof. Heinrich Markgraf. Letzteren wird Versagen bei der Spesa vorgeworfen, Dr. Schröter seine DDR-Vergangenheit. Der Brief endet mit: "Alles ist Dr. Zeh bekannt. Sollten nicht endlich einmal junge Leute herangebildet werden oder will diese alte Garde noch in 30 Jahren an den Pfründen hängen? Damit verlieren wir jede Wahl."
Autor: nnzPolitisch interessierte nnz-Leser kennen Manfred Grund. Der Eichsfelder wurde im Jahr 1994 das erste Mal in den deutschen Bundestag gewählt, hat sich zu einem von fünf parlamentarischen Geschäftsführern hochgearbeitet und wird vermutlich diesen Job noch bis an das Ende seiner aktiven Lebensarbeitszeit machen.
Doch der Herr Grund will mehr. Er wollte jetzt stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei in seinem Heimatbundesland werden. Und dazu wollte er sich der Rückendeckung der Parteimitglieder versichern, die zu seinem Wahlkreis gehören. Also, auch der Basis im Landkreis Nordhausen. In der Sitzung des CDU-Kreisvorstands vor dem Kreisparteitag tauchte Manfred Grund auf, scheinbar unangemeldet. Er spricht sodann über die Berliner Politik und er spricht über seine Kandidatur zur Stellvertretung von Christine Lieberknecht. Doch, und das hörte man, soll Kreisvorsitzender Klaus Zeh da nicht so amüsiert gewesen sein. Es solle der Kreisparteitag ein Votum für Manfred Grund aussprechen, wird schließlich festgelegt.
Und auf dem Kreisparteitag in Werther, "In der Hoffnung", hofft der Herr Grund auf ein Votum der CDU-ler, die ja nun mal von der Basis delegiert wurden. Um es abzukürzen: Nach einigen Widerständen und Taktierereien aus dem Vorstand der Kreis-CDU stellt ein Delegierter dann doch den Antrag, um Manfred Grund für seine landespolitischen Ambitionen den Rücken zu stärken. Das Votum fällt ganz klar für Grund aus.
Doch genutzt hat es dem Eichsfelder nichts. Er hatte Konkurrenz aus dem eigenen Revier. Christina Tasch heißt die Frau. Die Küllstedterin galt und gilt als Polit-Vertraute von Dieter Althaus und sie ist: weiblich. Deshalb hat sie nun im künftigen Landesvorstand als Stellvertreterin bessere Chancen, weil Ex-Minister Andreas Trautvetter sich nicht aus dem Landesvorstand zurückziehen will und das Geschlechtergleichgewicht gewahr bleiben muss. Trautvetter wiederum hatte und hat keine sonderliche Nähe zu Dieter Althaus, der neben seinem Job bei Magna immer noch gern einige Fäden in der Thüringer CDU zusammenhalten will. Und da kommt ihm Frau Tasch gelegener als Herr Grund, der sich im vergangenen Jahr nicht unbedingt zu Dieter Althaus bekannte. Diese Front ist zu mächtig, Manfred Grund zieht seine Kandidatur zurück. Gegenüber dem MDR sagt er, dass eine verstärkte Parteiarbeit in Erfurt nur schwer mit seinem Job in Berlin zu vereinbaren sei. Warum er dann überhaupt kandidiert hat, bleibt unbeantwortet.
Die CDU im Landkreis Nordhausen hat aber neben diesem Thema noch ein weiteres Problem. Vor allem in Nordhausen. Dort kursiert seit Mitte April ein anonymer Brief, der auf Themen aufmerksam macht, die vielen an der Basis unter den Nägeln brennen, die jedoch kaum einer offen anzusprechen wagt. Es geht um die Altersstruktur der Partei und vor allem um das Festhalten "altbewährter" Kader an der Macht. "Lieber Norbert, da wir in Nordhausen nun nach 20 Jahren einen Parteizustand wie im Politbüro erreicht haben, sollte nun endlich etwas geschehen. ... Jüngere, fachlich fähige Mitglieder werden vergrault, abgestoßen. Die alte Opa-Fraktion im Stadt- und im Kreistag mauert und taktiert. Wer sich bewegt, verliert den Posten. Wie im Politbüro."
Und es werden - das macht den Brief so pikant - zwei Namen herausgepickt: Dr. Manfred Schröter und Prof. Heinrich Markgraf. Letzteren wird Versagen bei der Spesa vorgeworfen, Dr. Schröter seine DDR-Vergangenheit. Der Brief endet mit: "Alles ist Dr. Zeh bekannt. Sollten nicht endlich einmal junge Leute herangebildet werden oder will diese alte Garde noch in 30 Jahren an den Pfründen hängen? Damit verlieren wir jede Wahl."


