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Do, 10:00 Uhr
28.07.2011

Ist der Boden erreicht?

Die Zahlen der offiziellen Arbeitsmarkstatistiken kennen seit Monaten nur ein trendiges Ziel: nach unten. Im Juli stagnierte der Trend. Ist das nur eine kurze Verschnaufpause? Wir haben alle Daten und Zahlen für Sie aufbereitet...

Arbeitslosenquote Juli 2011 (Foto: wirsinds) Arbeitslosenquote Juli 2011 (Foto: wirsinds)

Ende Juli waren in Nordthüringen 13.646 Menschen arbeitslos gemeldet, 150 mehr als im Vormonat und knapp 1.500 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, liegt mit 9,5 Prozent weiterhin im einstelligen Bereich. Im Vorjahr betrug die Quote 10,4 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt profitiert weiter von der stabilen Konjunktur“, führt Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordhäuser Arbeitsagentur aus. „Fachkräfte mit Metall- und Elektroberufen sind von den Firmen sehr gefragt.“

Die Arbeitsmarktlage hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verbessert. Neben den Arbeitslosen wurden rund 5.200 Personen im Juli durch die Arbeitsförderung unterstützt. Auf Grund der guten Konjunktur und der geringen finanziellen Möglichkeiten in den Jobcentern ist die Zahl der Förderungen um 2.000 gegenüber 2010 gesunken. Arbeitslosigkeit und Förderung zusammen ergeben die sogenannte Unterbeschäftigung von 18.841. Ohne die Förderung durch Jobcenter und Agentur für Arbeit läge die Arbeitslosigkeit rechnerisch bei 12,9 Prozent. Vor zwei Jahren betrug dieser Wert noch über 18 Prozent.

Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen stieg im Juli saisonüblich an. 1.339 Arbeitslose unter 25 Jahren waren Ende des Monats auf der Suche nach einem Job, fast 21 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,5 Prozent.

Die wirtschaftliche Situation bietet derzeit gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Agentur für Arbeit nutzt die starke Fachkräftenachfrage, um die Jugendlichen kurzfristig in eine Beschäftigung des ersten Arbeitsmarktes zu vermitteln. 

Die Arbeitslosigkeit bei den Frauen entwickelt sich parallel zu der der Männer. 7.075 Frauen sind derzeit in Nordthüringen ohne Arbeit, knapp 10 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Das Risiko arbeitslos zu werden ist auf Grund der Fachkräftesituation deutlich gesunken, aber von Beruf zu Beruf unterschiedlich. Die verarbeitenden Bereiche bieten nach Meinung des Agenturchefs mehr Beschäftigungschancen für Frauen als noch vor einem Jahr.

Unternehmen halten an ihren Fachkräften fest und Entlassungen werden weniger. Um rund 12 Prozent ging die Zahl der Meldungen aus Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes, verglichen zum Jahr 2010, zurück.

Das Berufsberatungsjahr 2010/2011 geht in die heiße Phase. Die Ausbildungschancen in der Region sind gestiegen. 1.500  Ausbildungsstellen (+2,2% zum Vorjahr) wurden angeboten, 98 Prozent von den Betrieben (+ 7% zum Vorjahr). Um knapp 15 Prozent ging die Zahl der Bewerber (1.574) zum Vorjahr zurück. Rund 400 junge Leute waren zum Monatsende noch ohne Ausbildungsvertrag, 16 Prozent weniger als 2010.

Die Berufswünsche der Jugendlichen passen sich immer mehr den Ausbildungsmöglichkeiten an. „Wer jetzt die alternativen beruflichen Chancen erkennt, hat gute Karten auf dem hiesigen Ausbildungsmarkt“, bestätigt der Agenturchef. „Aus meiner Sicht sollten die jungen Frauen die Chancen in Metall- und Elektroberufen stärker nutzen.“

Der Blick in die Regionen

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Juni auf Juli geringfügig um 18 auf 4.525 Personen verringert. Das waren 460 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 10,0%; vor einem Jahr belief sie sich auf 10,9%. Dabei meldeten sich 904 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 288 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 922 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-220).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 7.858 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 1.346 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 7.794 Abmeldungen von Arbeitslosen (-1.998). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 14 Stellen auf 265 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 7 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 184 neue Arbeitsstellen, 12 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.286 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 204.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Juni auf Juli um 82 auf 5.301 Personen gestiegen. Das waren 444 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 12,8%; vor einem Jahr belief sie sich auf 13,5%. Dabei meldeten sich 1.006 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 368 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 919 Personen ihre Arbeitslosigkeit (-499). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 8.016 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 1.676 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 8.129 Abmeldungen von Arbeitslosen (-2.031).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 15 Stellen auf 357 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 71 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 146 neue Arbeitsstellen, 1 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.135 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 151.
Autor: nnz

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