Kommentare
Bodo Schwarzberg
02.10.2011, 23:16 Uhr
Miss-Wahl - schön, aber vielleicht doch eine Misswahl?
Der wohl größte Fehler der Miss-Wahlen besteht wohl in ihrer Subjektivität. Denn wählen kann ja die Jury nur unter denen, die sich beworben haben. Es könnte also sein, und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Miss-Wahlen im wahrsten Wortsinne eben Misswahlen sind, weil die wahrhaft Schöne gar nicht unter den Kandidatinnen ist.
Das berühmte Grimmsche Märchen sollte man dabei nicht vergessen: "Spieglein, Spieglein.." Sie erinnern sich? Die Schönste war arm und wurde zunächst nicht entdeckt, während sich die reichen, nur aus Selbsttäuschung Schönen, geplagt von Minderwertigkeitskomplexen vor ihren Spiegeln einredeten, die Schönsten zu sein.
Und überhaupt! Nichts ist so sehr Ansichtssache wie die Schönheit eines Menschen. Zunächst einmal wäre eine Miss-Wahl nur dann halbwegs korrekt, wenn alle Frauen einer Region, in diesem Fall also des Südharzes (und wie ist der denn geografisch zu fassen?) "analysiert" würden.
Das geschieht aber nie. Zweitens fehlen objektive Kriterien: Wie lang also darf denn eine Nase maximal sein, um noch als schön anerkannt zu werden? Wer legt das fest? Wie viel Chemie im Gesicht der Kandidatinnen ist erlaubt - und vielleicht noch welcher Marke? Ist blond, rot oder brünett schön?
So publikumswirksam, wie die Misswahlen sind: Meiner Meinung nach sind sie äußerst oberflächlich und fehlerbehaftet. Hinzu kommt ja noch die Zusammensetzung der jeweiligen Jury als für eine Beurteilung ausschlaggebend, zumal ja allein schon die Kriterien für die Kür einer "Miss Kiez" oder gar "Miss Weltall" so subjektiv und unklar sind, wie die Vielfalt der Frauen groß ist.
Unter dem Strich bleibt wohl nur eines: Miss-Wahlen sind ein Instrument der Marktwirtschaft, um Kunden anzulocken und um Produkte zu vermarkten. Das ist aber auch das einzige, wirklich objektive Kriterium.
Bekannt ist, dass sich viele Mädchen wie Pop- oder andere Stars anziehen, kleiden und stylen wollen, was der Wirtschaft wiederum auf die Sprünge hilft.Nicht etwa, dass ich dagegen etwas hätte: Aber die Oberflächlchkeit und die Überbetonung des Äußeren der Miss-Kandidatinnen ist nicht unbedingt etwas, was unserer Gesellschaft gut tut, wie Sozialwissenschaftler nicht müde werden zu betonen.
Und was ist mit dem viel kritisierten Jugendwahn? In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird die "Schönheit des Alters" zu wenig publiziert. Dabei sind doch die Alten ein nicht zu unterschätzender und immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor?
Da sich heute bald jedes Dorf mit seiner Miss zwischen 16 und 23 schmückt, wird diese Inflation zunehmend langweilig. Mich wundert allen Ernstes, dass offenbar noch kaum ein Marketingstratege auf die Idee gekommen ist, Miss-Wahlen Ü 40 oder Ü 60 zu organisieren. Das wäre etwas wahrhaft Exklusives, würde der demografischen Entwicklung Rechnung tragen und der (noch) zahlungskräftigen älteren Generation und der auf sie abzielenden Wirtschaftsbereiche zu neuem Renomee und möglicherweise zu neuen Umsätzen verhelfen.
Na klar, habe ich mit diesem Kommentar wieder provoziert. Aber das ist auch meine Absicht, um zur Diskussion anzuregen. Bin daher auf weitere Kommentare gespannt, z.B. von einer oder mehreren, tatsächlichen oder gescheiterten Miss?
Wolfi65
03.10.2011, 07:56 Uhr
Oma
Wer will denn bei einer Miss-Wahl eine alte Oma sehen? Jung muessen die sein und hübsch!
Verwelkte Rosen stellt sich doch auch keiner in das Zimmer. Ü 60 Party.OK!
Quietschferkel
03.10.2011, 10:21 Uhr
"Spieglein, Spieglein"
ähmmm, korrigiert mich wenn ich mich täusche, aber "Spieglein, Spieglein an der Wand" kommt meiner Meinung nach von Schneewittchen und soweit wie ich weiss hatte die keine Schwestern, und arm (also nur weil sie einen alternativen Lebensstil bevorzugte oder bevorzugt wurde und in einer WG mit 7 Bergleuten wohnte) war sie sicher nicht *sfg*
Wolltsch da nur mal so erwähnt haben :-D
Sissi
03.10.2011, 10:22 Uhr
Oma
Auch die jungen hübschen Röschen werden mal verwelken, und werden dann Oma sein.
kompostie
03.10.2011, 12:20 Uhr
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Timmi
03.10.2011, 12:21 Uhr
Leute gibts...
Also Herr Schwarzberg sollte meiner Meinung nach bei seinen wissenschaftlichen Projekten bleiben. Man muss sich doch nicht immer über alles aufregen. Und es ist doch gut, wenn man die Möglichkeit hat, sich schöne Menschen an zu sehen.
Außerdem kritisierte er ja auch, das es eventuell noch schönere Menschen gibt, als die jenen, die zur Wahl standen. Es hätte sich auf jeden Fall jeder dazu bewerben können. Sie hätten sich ja schließlich auch bewerben können.
HeikeF.
03.10.2011, 16:22 Uhr
verwelkte Rosen ?
@ Wolfi65, es gibt auch schöne Omis und sie sind nicht alle Ü 60. Ich bin auch eine junge Omi von 44 Jahren und gehöre noch lange nicht zu den alten Eisen. Ich sitze nicht strickend auf der Ofenbank.
Inliner fahren, Motorradtouren usw.gehören bei meinem Mann und mir zu den Hobbys. Und auch junge Leute sind nicht immer hübsch und knackig.
Wolfi65
03.10.2011, 19:50 Uhr
War nur Spass
Es gibt auch junge Omis mit Hobbys und allem Drum und Dran. Ich habe das nicht böse gemeint. Aber wenn man kein provokantes Thema aufgreift, gibt es wenig Reaktionen.
Dann wird es langweilig in der NNZ. Und das will ja keiner. Um so mehr Reaktionen, um so besser.
Herr Taft
04.10.2011, 11:40 Uhr
Faszinierend...
...mit welchen tumben Mitteln, die Nordhäuser hinter dem Ofen vorgelockt werden können...
Eine Misswahl Ü40 oder gar Ü60 muss schon daran scheitern, dass es kaum Kandidatinnen geben sollte. Ab einem gewissen Alter hat man (und frau auch) gelernt, wie unbedeutend es ist von anderen schön gefunden zu werden...warum sollte man (oder frau) sich dann einem solchen Spektakel unterziehen.
Viel schöner ist doch das Lächeln oder Blinzeln des unbekannten Passanten, als das Gejohle und Geklatsche eines RTL-verzogenen Mobs. So what...
Momentmal
04.10.2011, 17:00 Uhr
regionale Schönheiten ?
Den Sieg davon trugen 2 Teilnehmer aus den alten BL. Habe auch gelesen,daß sich nur eine Dame aus dem Ldkr. Nordhausen bewarb. Zu wenig traute der hiesigen Mädels ?
An "Catwork"Womans mangelt es beileibe nicht in NDH. Manche hat das sogar als Logo auf der Heckscheibe ihres Autos stehen. Aber eben alles oder vieles mehr Schein als Sein.
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