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Mi, 13:40 Uhr
02.11.2011

Gesellschaftliche Grundwerte betont

Die nnz hatte am Samstag über die diesjährige, tags zuvor im Nordhäuser Dom zum heiligen Kreuz gefeierte, Hubertusmesse berichtet. Und im Zusammenhang mit der Ansprache des CDU-Landtagsabgeordneten Egon Primas bei passender Gelegenheit einen gesonderten Bericht in Aussicht gestellt, der hier als nnz-doku realisiert wird...


Primas bei seiner Ansprache (Foto: nnz) Primas bei seiner Ansprache (Foto: nnz) Diese „passende“ und ansonsten denkbar tragische Gelegenheit sieht der Autor in einem Unfall am 29.10. auf der A5 in Hessen mit einem Wildschwein, der drei Menschen das Leben kostete (ein vierter wurde schwer verletzt). Zuvor allerdings eine Klarstellung, nachdem der Berichterstatter zur Hubertusmesse zunächst beklagte, dass nur wenige Jäger als Teilnehmer des Gottesdienstes auszumachen waren. Inzwischen steht fest, dass sie lediglich von der großen Zahl von anderen Besuchern und Gläubigen absorbiert wurden, aber durchaus in einer nicht näher auszumachenden Zahl präsent waren.

Durch diese Umstände gewinnen immerhin die „Gedanken zur Jagd“, die der CDU- Landtagsabgeordnete und passionierte Jäger Egon Primas vorgetragen hatte, beträchtlich an Gewicht, zumal es darin eine Passage gibt, die kürzlich wegen ihrer Tragik in der Region großes Aufsehen auslöste, einen Jäger und Motorradfahrer betreffend.

Aufgrund dieser Umstände also gewinnen die Ausführungen des Egon Primas unbeabsichtigt zusätzliche Bedeutung und rechtfertigen, die Ansprache im wesentlichen wörtlich wiederzugeben

Nach der üblichen Einleitung und dem Ausdruck der Freude über die „im schönen Dom Zum heiligen Kreuz, einem altehrwürdigen Nordhäuser Wahrzeichen, mit Ihnen gemeinsam die Hubertusmesse feiern zu dürfen“, leitete Primas seine Ansprache mit einem typischen Jägersprichwort ein: „Wer Hirsche schießen will, lässt die Füchse laufen“, heißt es in einem alten Sprichwort. Für Jäger heißt das eindeutig, dass er beim Ansitz den Schuss auf einen schnürenden Fuchs unterlässt, um den Hirsch nicht zu vergrämen.

Dieses Sprichwort scheint auf den ersten Blick simpel. Genauer betrachtet weist es jedoch auf tiefer greifende Zusammenhänge hin. Es verdeutlicht dem Jäger nicht nur die Entscheidung zwischen Fuchs und Hirsch, sondern führt ihn das sinnvolle Abwägen zwischen wichtig oder unwichtig, falsch oder richtig, gut oder böse, dem Tun oder Nichttun vor Augen. Das Sprichwort bringt zum Ausdruck, dass es eine Rangordnung der Werte gibt und geben muss, die durch das ganze Leben unser Tun und Lassen bestimmt und lenkt.

Demzufolge sollten wir dem Notwendigen vor dem Nützlichen und Angenehmen, dem Wichtigen vor dem Unwichtigen und der Hauptsache vor der Nebensache Vorrang geben.

Zu den herausragenden Werten unserer Gesellschaft zählen Gesundheit und Leben, Frieden und Freiheit, Familie und Beruf genauso wie die Wahrnehmung politischer und sozialer Verantwortung, Liebe, Gerechtigkeit.

Die Rangordnung der Werte wurzelt tief im menschlichen Verhalten und Miteinander.

Da sind die zehn Gebote in der Bibel mit dem wichtigsten Hinweis auf die Gottes- und Nächstenliebe. Diese Weisungen sollten wir nicht missachten oder ignorieren.

Leider ist es für uns Menschen nicht selbstverständlich, die Gebote anzuerkennen und sich an sie zu halten. Die Wirklichkeit des menschlichen Lebens sieht oft anders aus. Da gibt es erschreckende Fälle von Unordnung im Einzelfall oder in der Gesellschaft, wo durch Fehlverhalten die Rangordnung der Werte nicht beachtet, Haupt- zu Nebensache degradiert und Nebensachen an die erste Stelle gerückt werden.

So sehnen sich die Menschen aktuell in der Diskussion um die Stabilität des Euro nach einer Ordnung, nach Grundwerten wie Sicherheit, Beständigkeit und einer lebenswerten Zukunft.

An anderer Stelle stoßen vernünftige Menschen die Rangordnung der Werte derartig um und fügen damit sich und der Allgemeinheit Schaden zu.

So kam es beispielsweise im Harz zu einem Zusammentreffen zwischen einem Jäger und Motorradfahrern.
Der Jäger bat die Motorradfahrer zu rücksichtsvollem Fahren und Verständnis für die Umwelt. Dies reichte den Motorradfahrern schon, den Mann brutal zu schlagen. Mit ihrer Blindheit, den eigenen Spaß als einzig Wichtiges anzusehen, haben sie den Blick für die größere Zusammenhänge und Prioritäten verloren.

Mit ihrer falschen Entscheidung haben sie nicht nur dem Jäger geschadet, sondern vorrangig sich selbst und dem Ansehen aller Motorradfahrer. Es gibt Sachen, die macht man einfach nicht. Das gebührt der Anstand. Oder die Erziehung hat völlig versagt; es wurden keine Werte vermittelt.

Auch der Jäger hat große Verantwortung im Umgang mit Werten. Der Zusammenhalt der Jägerschaft ist ein großer Wert an sich. Das merkt man besonders, wenn man einem Jäger mit dem großen Hallali zum letzten Geleit am Grabe begleitet.

Meine Damen und Herren, liebe Gemeinde des Gottesdienstes zu Ehren des Heiligen Hubertus,
schon Hermann Löns fasste die Rangordnung der Werte bei der Jagdausübung seinerzeit in Worte:

Das Schießen allein macht den Jäger nicht aus,
wer nichts weiter kann, bleibe zu Haus.
Doch wer sich ergötzet an Wild und Wald,
auch wenn es blitzet und nicht knallt,
und wer noch hinauszieht zur jagdlosen Zeit,
wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit,
wenn mager die Äsung und bitter die Not,
und hinter dem Wilde einherschleicht der Tod,
und wer ihm dann wehret, ist Weidmann allein,
der Heger, der Pfleger kann Jäger nur sein.
Wer bloß um das Schießen hinausgeht zur Jagd,
zum Weidmann hat er es niemals gebracht.

Meine Damen und Herren,

die Ausübung der Jagd ist nicht nur das Erlegen der Tiere, sondern vielmehr Verantwortung gegenüber Wald und Wild. Wir als Kreisjägerschaft vermitteln diese Werte gern an die nachfolgenden Generationen weiter.

Mit der jährlichen Ausbildung von Jungjägern und Forstarbeitern bringen wir jungen Menschen nahe, dass die Natur unser höchstes Gut ist. Brauchtum und Traditionen werden vermittelt, Wissen über Wild und Natur sowie dem schonenden Umgang mit selbigen.

Damit wird der Fortbestand der Jagd, die Hege und Pflege von Natur und Tier für die Zukunft gesichert.

In diesem Zusammenhang wünsche ich allen Jägerinnen und Jägern ein kräftiges Waidmannsheil!

Soweit die bedenkenswerten Ausführungen des Schirmherrn dieser Hubertusmesse, Egon Primas, die eigentlich alles beinhalten, was zu dieser Thematik zu sagen ist.
Autor: nnz

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Kommentare
Alex Gösel
04.11.2011, 15:41 Uhr
Grundwerte?
Wer Herr Primas aus Zeiten der DDR kennt, der weiß sicher sehr genau dass man von dieser Rede auf der Kanzel zu halten hat!
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