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Di, 19:43 Uhr
15.11.2011

Was sonst noch beschlossen wurde...

Das gab es an diesem späten Nachmittag im Plenarsaal des Nordhäuser Landratsamtes nicht nur amüsante Kost wie das Spendenkonto, sondern auch richtig ernste Arbeit. Hier eine Zusammenfassung...

In die Erhebung von Gebühren für die Nutzung von Sportstätte wird jetzt auch die Wiedigsburghalle mit einbezogen. Die Änderung wurde einstimmig beschlossen.

Die Besoldung der Landrätin/des Landrates in der Amtszeit 2012 – 2018“ soll nach der Besoldungsgruppe B5 erfolgen. Hier hatte die FDP-Fraktion eine Besoldung nach B4 gefordert, weil das aufgrund der zurückgegangenen Einwohnerzahlen zulässig sei. Ein Einsparwillen des Kreistages war nicht zu erkennen. Es wird weiterhin nach B5 bezahlt.

Danach wurde eine Resolution gegen den Kommunalen Finanzausgleich für das Jahr 2012“ verabschiedet und schließlich ausgiebig über die Einführung eines Sozialtickets diskutiert. Dagmar Becker, die SPD-Fraktionsvorsitzende, setzte sich zum wiederholten Male für das Sozialticket ein, schließlich koste der Bus ja dasselbe, egal wie viele darin sitzen – der Landkreis müsse ihn sowieso bezahlen. Matthias Jendricke (SPD) erinnerte noch einmal daran, wie lange das Sozialticket schon in der Diskussion sei und immer habe die Verwaltung vertröstet.

Jendricke führte das Beispiel Hochschulticket an und meinte, um die tatsächlichen Kosten zu beziffern, müsse man rechnen, wie viele Studenten schon vorher eine normale Karte für den ÖPNV hätten und nun Einnahmen verloren gingen, wenn diese das subventionierte Ticket zahlen. Das seien nicht viele und deshalb lohne sich das Hochschulticket. Maik Schröter aus Heringen war vehement dagegen, einen ohnehin schon stark subventionierten Bereich noch weiter zu subventionieren. Hannelore Haase (LINKE) sprach sich dafür aus, statt der benannten Berechtigtengruppen eine Einkommensgrenze festzulegen. Loni Grünwald (LINKE), die zweite Beigeordnete der Verwaltung. nannte die Summe von 250.000 Euro, die ein Sozialticket kosten würde, wenn es 5.000 Nutzer gebe. Legt man die genannten Zielgruppen zugrunde, gebe es im Landkreis Nordhausen rund 16.000 Berechtigte. Im Kyffhäuserkreis gibt es wohl im Jahr 2.000 Nutzer des dortigen Sozialtickets, die dafür ja nach Stufe 20 bis 25 Euro zahlen.

Der Landrat sah sich erstaunlicherweise eher auf der Linie mit Matthias Jendricke: Es komme auf die Sichtweise an: "Gehe ich davon aus, die Nutzer des Sozialtickets hätten sonst ein normales gekauft, entsteht natürlich ein Verlust. Gehe ich allerdings davon aus, die Nutzer hätten sonst gar keinen ÖPNV genutzt, zahlen so aber wenigstens einen Anteil und die Auslastung steigt, entsteht ein Gewinn", so die Logik des gelernten Mathe-Lehrers.

Hier bat Joachim Claus auch um die Diskussion bei den Verkehrsbetrieben, deren Aufsichtsrat sich auf seinen Wunsch neben dem Finanz-, Wirtschafts- und Sozialausschuss mit dem Thema beschäftigen soll.
Autor: nnz

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Kommentare
Zukunft
15.11.2011, 19:58 Uhr
Da kann ich nicht zustimmen
In diesem Land wird immer nur darüber nachgedacht, wie man den sozial Schwachen noch mehr entgegenkommt. Jetzt sollen die noch ein Sozialticket bekommen. Da werde ich mich auch arbeitslos melden, nach einem Jahr gibt es Hartz und dann lebe ich in Saus und Braus.

Mit immer mehr Zugeständnissen, die vor den Wahlen sicher noch mehr sprudeln werden, verschwindet immer mehr der Anreiz, aus dieser sozialen Schieflage herauszukommen.
Luftikus
15.11.2011, 21:22 Uhr
Einseitige Stützung
Immer sind es HarzIV Empfänger die Vergünstigungen erhalten sollen, ich kann da nur Zustimmen, wenn allen ein Sozialtiket geboten wird, also auch denen die arbeiten gehen und ein geringes Nettoeinkommen haben.
Janko
16.11.2011, 00:49 Uhr
unglaublich...
...dass noch immer das vorurteil herrscht, hartz4-empfänger würden in "saus und braus" leben.
ich frage mich, in welcher realität "zukunft" lebt. ich unterstelle jetzt mal, in der "realität", wie sie von BILD und RTL2 von einzelnen hartz4-betrügern gezeichnet und verallgemeinernd als status-quo bezeichnet wird.
Herr Taft
16.11.2011, 07:54 Uhr
den Schwachen (und nur denen !!!)...
...muss man helfen, die Starken helfen sich selbst...deshalb ist die Einkommensgrenze für die Har(t)z-Tickets völlig in Ordnung. Ich freue mich aber schon über den Aufschrei in diesem Forum, wenn der Erste sein Sozialticket beantragt und seine Einkommensverhältnisse offenlegen muss *lach*. Die Berechnung des vergünstigten Ticket-Preises sollte sich jedoch an den tatsächlichen Beförderungskosten orientieren.

@Zukunft: das ist der Geist der Zeit! Ich bin aber überzeugt, dass das irgendwann so nicht mehr finanziert werden kann - und aus dem Sozialstaatseitigen Fördern dann doch ein Fordern wird...
Retupmoc
16.11.2011, 07:59 Uhr
Sozialneid
Und wieder ist es den Regierungen (diesmal regional) gelungen, bei einigen Bürgern Sozialneid aufzurufen. Was allein bisher in der Diskussion richtig ist, das die Bezieher von Niedriglöhnen so ein Ticket auch bekommen müssten. Ich hätte allerdings die bessere Idee. Alle Bezieher von Löhnen die unter dem Armutsniveau sind ( etwas über 900 Euro netto ) sollten geschlossen die Arbeit niederlagen und kein Arbeitsloser geht als Streikbrecher los. Mal sehen wie lange das gut geht.

Ansonsten sind es bestimmt nicht die Almosenempfänger und die Niederiglohnarbeiter, die in diesem Staat in Saus und Braus leben, sondern doch wohl eher Politiker, Wirtschaftsbosse, neuerdings auch V - Männer usw. Irgendwie leben hier einige nur noch in der beBILDerten Welt.
NDHler
16.11.2011, 08:34 Uhr
Sozialticket
Ich finde die Idee mit dem Sozialticket sehr gut, wenn man mal beachtet, dass die Busse im LK meist nur spärlich besetzt sind! Ich würde sogar versuchen die DB mit einzubeziehen, denn auch die gehören zum Nahverkehr. Ich glaube nicht, dass besonders viele dieses Ticket nutzen werden, die vorher den normalen Preis bezahlt haben, ich glaube eher, dass man zusätzliche Fahrgäste gewinnen würde.

Sogar eine Kooperation über die Landkreisgrenzen hinaus ist dabei denkbar. Schön das auch Landrat Clauß positiv darüber denkt. Umso unverständlicher finde ich die Äußerungen des Heringer Bürgermeisters! Hat dieser etwa Angst vor einer wachsenden Mobilität „seiner“ Einwohner?
Sissi
16.11.2011, 09:02 Uhr
Und wieder
diese Hetzkampanien gegen Hartz IV Empfänger. Furchtbar sowas, dass wir Deutschen uns gegenseitig fertig machen müssen.
mmm
16.11.2011, 10:42 Uhr
Gute Idee!!!
Es ist doch schön, d. die "sozial Schwachen" auch dieses Ticket noch bekommen sollen, ist ja noch nicht genug, was sie sonst noch so bekommen. Es sind einfach zuviele einkommensabhängige Vergünstigungen!!! (Kindergartenbeiträge, Praxisgebühr, GEZ, Sozialanschluss...).

Am Ende zahlt doch der drauf der minimal über der (eh schon zu tief angesetzten Einkommensgrenze!) verdient, denn der hat am Ende weniger Geld als ein H4 Empfänger. Nur vergesst nicht, irgendjemand muß den ganzen Sozialluxus auch erwirtschaften!!!
Immer schön den (unterern) Mittelstand schröpfen!
Isaan
16.11.2011, 12:31 Uhr
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