eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 13:54 Uhr
18.11.2011

Tag des Bewerbers

Am "Tag des Bewerbers" sollen Arbeitgeber und Arbeitssuchende in besonderer Form zusammengebracht werden. Wie genau diese Zusammenkunft abgelaufen ist lesen sie mit dem bekannten Klick...

Im Foyer der Agentur für Arbeit stand schon ein kleines Willkommensteam, das den Weg wies – zum „Tag des Bewerbers“, den das Jobcenter des Landkreises Nordhausen kürzlich veranstaltet hat. Es herrschte eine rege Atmosphäre: An langen Tischen saßen Firmenvertreter, potentielle Arbeitgeber, bei denen sich die Arbeitssuchenden vorstellten. „Der Tag des Bewerbers ist eine besondere Form, Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammenzubringen. Für uns ist das der erste Aufschlag“, sagte Heiko Röder, Geschäftsführer des Jobcenters.

Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper) Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)

Die Stimmung erinnerte ein wenig an eine Absolventenmesse in einer Hochschule. „Ich finde das Ambiente hervorragend. Durch die Blumen und die Aufsteller haben die Bewerber nicht das Gefühl, in eine leere Halle geschubst zu werden“, sagte Dirk la Baume, Manager der Randstad-Niederlassung in Nordhausen.

Zeitarbeitsfirmen waren die Hauptanbieter beim Tag des Bewerbers, denn momentan reagierten die Firmen auf die gute Auftragslage mit Zeitarbeitern, so die Erfahrung des gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters. Deshalb gebe es dort das größte Stellenangebot, in der Menge und in der Breite.

„Es waren einige interessante Bewerber dabei. Wir nutzen diese Gelegenheit hier auch, um mit Vorurteilen aufzuräumen, beispielsweise dass es bei uns keine Jobs im sozialen Bereich gibt.“ Auch anderen Vorurteilen gegen ihre Branche wollten die Firmen entgegenwirken – zum Beispiel dass Zeitarbeiter immer weniger verdienen als ihre festangestellten Kollegen.

„Oder mehr“, sagten Dirk la Baume und Reinhilde Bock von IC Team Personaldienste wie aus einem Mund. Beide verwiesen auf die neuen Mindestlöhne in der Zeitarbeit: 7,01 Euro für Helfer und 8,71 Euro für Facharbeiter. „Gerade im Helferbereich kommt es vor, dass Zeitarbeiter mehr verdienen als Festangestellte“, sagte Reinhilde Bock. „Unsere Kunden haben dazugelernt. Früher gab es viele Unterschiede zwischen Zeitarbeitern und Festangestellten. Heute wissen die Firmen, je besser man die Mitarbeiter integriert, umso wohler fühlen sie sich, was sich natürlich positiv auf die Arbeit auswirkt“, so Dirk la Baume.

Gut gefiel den Bewerbern, dass sie die Firmen ohne den Druck eines Vorstellungsgesprächs kennen lernen konnten. „Der Tag des Bewerbers ist eine gute Idee, denn man kann viele Kontakte knüpfen. Die Atmosphäre ist locker, es fällt nicht schwer, auf die Leute zuzugehen, es gibt keine Berührungsängste“, fand Corina Kieber. Auch Einzelhandelskaufmann Thomas Roesner nutzte den Aktionstag und hinterließ gleich bei mehreren Firmen seine Bewerbungsunterlagen.

Bei Einigen hat der Tag des Bewerbers bereits Früchte getragen: So hat beispielsweise eine gelernte Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft schon einen Job in der Tasche. Nächste Woche fängt er an.

Im Landkreis waren 2010 rund 1.000 Menschen in der Zeitarbeit beschäftigt. Gesucht werden Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen, oft im Handwerk: Holzverarbeitung, in Metall- und Elektrobetrieben, aber auch in der Pflege. Rund 120 Arbeitssuchende, die vom beruflichen Hintergrund passen und motiviert sind, hat das Jobcenter zum Tag des Bewerbers eingeladen. Gemeinsam mit den Arbeitssuchenden haben die Berater die Bewerbungsunterlagen aktualisiert und die Bewerbungen in eine einheitliche Form gebracht, so dass sich die Arbeitssuchenden mit professionellen Unterlagen vorstellen konnten.

„Man merkt gleich, dass das Jobcenter die Damen und Herren gut vorbereitet hat“, meinte Katrin Krumpholz. Die Lidl-Filialleiterin suchte mit ihrer Kollegin Cindy Schulze ebenfalls neue Mitarbeiter – keine Aushilfen auf 400-Euro-Basis, sondern Verkäuferinnen in Teilzeit, wie es in den Lidl-Geschäften üblich sei, so die Filialleiterinnen. Auch einem IT-Fachmann konnten sie ein Vorstellungsgespräch für eine freie Stelle anbieten. Warum Lidl sich am Tag des Bewerbers beteiligen, kann Katrin Krumpholz schnell erklären: „Weil wir definitiv noch Personal suchen.“ Dem kann Reinhilde Bock von IC Team Personaldienste nur zustimmen.

„Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, wo man überall in der Region arbeiten kann. Wir werden dabei sehr vom Arbeitgeber-Service unterstützt. Und schließlich verfolgen wir ja alle dasselbe Ziel: Möglichst viele Leute in Arbeit zu bringen.“
Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)
Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)
Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)
Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)
Tag des Bewerbers (Foto: Jessica Pieper)
Autor: agl

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Wolfi65
19.11.2011, 11:03 Uhr
Überflüssig
Dieser Artikel ist eigentlich überflüssig, da die Wirtschaft im Moment brummt und die Arbeitslosenzahlen im Keller sind. Es ist nicht zu verstehen, dass in Aufbruchszeiten so eine negative Berichterstattung abgezogen wird, da wir uns der Vollbeschäftigung immer weiter annähern. Die jetzt noch ohne Arbeit sind, haben sowieso keine Lust!
wehmeyer
19.11.2011, 14:54 Uhr
Wirtschaft brummt??? Aufbruchzeiten???
@Wolfi65
es gibt viele arten von kommentaren - manche sind sehr gut, einige sind neutral, eine menge sind nur provokant, viele sind schlecht recherchiert und manche sind nur dazu da, den eigenen senf zu verbreiten, der kein hand und fuß hat!!! ich zähle ihren zu den 2 letzt genannten.

ohne das ich mir den eigentlichen artikel durchgelesen habe, klickte ich nur auf die überschrift in der startseite "überflüssig", um zu sehen, was denn "überflüssig" sei? ich stellte fest, dass dies eigentlich nur ihr kommentar ist!

in was für einer gazetten-welt bekommen sie ihre aktuellen infos, news oder sonstiges zum aktuellen weltgeschehen - haben sie verpasst, dass griechenland ein wenig geld brauchte, um ein paar weitere maßnahmen durchzuführen, um überhaupt noch handlungsfähig zu sein? deutschland musste dort ein wenig aushelfen, nur so am rand bemerkt.

leider fehlt mir im augenblick die zeit, um ihnen hier genauere details darzulegen. aber vielleicht lesen sie ja mal diesen artikel einer renomierten tageszeitung, die ihre "brummende wirtschaft" nicht ganz so sieht, wie sie. ( Link: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/deutschland-steht-am-rande-der-rezession/4605820.html ) nur eins - wenn ein Institut für Wirtschaft (IfW) die wirtschaftswachstumsprognose von 1,6 % auf 0,8 % senkt für 2012, kann man nicht unbedingt von "brummender wirtschaft" und "aufbruchszahlen" schreiben!

zum schluß möchte ich aber noch kurz auf ihre bemerkung "...Die jetzt noch ohne Arbeit sind, haben sowieso keine Lust" eingehen - nur drei worte dazu "absolut inkompetente äußerung"!

ich wünsche ihnen weiterhin
viel glück in ihrer
scheinwelt
-Insider-
19.11.2011, 16:58 Uhr
so
etwas wie sakrkasmusw (oder in wolfis fall - zynismus) ist ihnen aber bekannt, oder?

deutschlandweit spricht man von einer euphoriewelle...von hervorragenden auftragslage, von nahezu keinen arbeitslosen mehr...ja sogar von blühenden landschaften im osten und milch und honig der aus den quellen in den bergen fließt...

dumm nur, dass wir ziemlich am a**ch sind wenn griechenland, italien und co. wieder an den europäischen futtertrog rennen, der von uns deutschen immer und immer wieder gefüllt wird...während dessen hier vor ort die jauche in die bäche fließt.
wehmeyer
19.11.2011, 17:24 Uhr
dann...
...sollte man aber auch den kommentar so schreiben, dass auch ein "nichtinsider" vielleicht den hauch einer chance hat, den kommentar als "zynismus" zu erkennen. dafür gibt es auch grammatikalische möglichkeiten ;) denn es gibt auch menschen, die wirklich so denken bzw. der regierung jeden mist abnehmen, der "schöngeredet" wird!
Wolfi65
19.11.2011, 19:16 Uhr
Tut mir leid
Da es doch wieder Jemand geschafft hat, mir auf den Leim zu gehen, möchte ich mich dafür entschuldigen.
Man mu0 schon ein wenig zwischen den Zeilen lesen können.
Macht aber sonst nichts, wenn Wolfis Märchenstunde als solches nicht erkannt wird.
Notfalls kann man dann noch Merkels Märchen Glauben schenken.
Doerfler
19.11.2011, 22:59 Uhr
Weitersuchen, liebe Zeitarbeitsfirmen...
Als jemand, der schon für verschiedene dieser im Artikel genannten "Zeitarbeitsfirmen" arbeiten mußte - und das für Löhne, die jenseits von Gut und Böse sind- betrachte ich diese euphorische Selbstbeweihräucherung von wegen Fachkräftemangel und "Nahezu-Vollbeschäftigung" als pervers gegenüber Leuten, die Dutzende von Bewerbungen geschrieben haben und entweder keine oder schlimmstenfalls arrogante Antworten der Arbeitgeber zurückbekommen!

Ich habe auch vollstes Verständnis, wenn sich Leute weigern bei diesen modernen Sklavenhaltern zu arbeiten. Solange man 40 Stunden arbeitet und nur 35 (schlecht) bezahlt bekommt ist irgendetwas falsch am Modell der Zeitarbeit. Auch Lidl wird wohl kaum Leute finden: Wer möchte schon für einen Arbeitgeber arbeiten, der seine Leute mit Stasi-Methoden ausspioniert? Oder um in Abwandlung eines Shakespeare-Zitates zu sprechen: "Es ist was faul im Staate Deutschland !"
Wolfi65
20.11.2011, 13:52 Uhr
Es geht hier...
einzig und allein darum, die Leute in Arbeit zu bringen. Faire Löhne bzw. Löhne von denen man Leben kann, stehen hier offensichtlich in der Politik nicht zur Debatte. Das Zauberwort der Stunde heißt Arbeit.

Egal wie und wie wenig Lohn gezahlt wird und ob man dann doch noch zur Arge laufen und "Aufstocken" muss, Hauptsache Arbeit.

@Doerfler
Beschweren Sie sich nicht über die Zeitarbeitsfirmen, denn Sie wurden garantiert nicht gezwungen, dort einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn genug Leute diese Firmen boykottieren, haben die Zeitarbeitsfirmen keine Existenzgrundlage mehr. Solange es aber immer wieder Leute gibt, welche für noch weniger Geld arbeiten, als das Stammpersonal in den Betrieben, wird der Druck auf die ausgehandelten Tarifverträge und somit der Druck auf die Gewerkschaften größer.

Dann drohen amerikanische Verhältnisse.
Drei Jobs und trotzdem unter der Brücke.
This is the American Way of Life. (Das ist der amerikanische Weg des Lebens)
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)