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Di, 20:52 Uhr
19.06.2012

Ohne Opfer keine Wende

Klimaschutz und Energiewende in Nordhausen – das war das Thema des heutigen Stadtgesprächs. Im Mittelpunkt stand die Gründung einer Gesellschaft, die eine Biogas-Anlage errichten und betreiben soll. Auch Bürger aus Nordhausen waren in das Regenbogenhaus in Nordhausen-Ost gekommen...

Blick ins Auditorium (Foto: nnz) Blick ins Auditorium (Foto: nnz)

Die nnz hatte über die technischen Kriterien sowie die Rahmenbedingungen zur Betreibung einer solchen Anlage bereits ausführlich berichtet.

Nach mehreren Vorträgen zum Klimaschutzkonzept und zu rechtlichen Bedingungen der Gründung einer Betreiber-Gesellschaft wurde das Konzept vorgestellt. Die Bürger, die an dieser Veranstaltung teilnahmen, interessierte in erster Linie, ob es zu Lärm- oder Geruchsbelästigungen kommen würde? Für den Betrieb der Anlage wurde dies durch den Projektverantwortlichen verneint, später etwas relativiert. Zu den Transportproblemen hatten wir bereits berichtet.

Blick ins Präsidium (Foto: nnz) Blick ins Präsidium (Foto: nnz)

Nach einigen Versuchen, mit den Männern im „Präsidium“ ins Gespräch zu kommen, gab Bürgermeister Mattias Jendricke (SPD) die Fragerunde frei. Geruch, ja oder nein? Wie funktionieren die Verkehrsströme? Hier sehe die Stadtverwaltung auch Probleme, die jedoch gelöst werden müssen.

Ein Student der FH Nordhausen sagte, dass die mit Mais verbaute Fläche bei einem Getreideanbau vier Millionen Broten entsprechen würde. Das wiederum wollte man nicht hören, da es ein globales und nationales Problem sein und schließlich sei man mitten in der Energiewende. Ein Bürger berichtete, dass sein nach einem jahrelangen Rechtsstreit genehmigtes Wohnhaus nur 100 Meter vom Standort der Biomethan-Anlage in Himmelgarten entfernt sei. Eine Frau verwies darauf, dass seit 15 Jahren an den Straßen in Himmelgarten nichts gemacht wurde. Das werde innerhalb des Bimsch-Verfahrens geklärt, sagte Jendricke.

Ein aufgeregter älterer Mann meinte, dass er solch eine Belästigung in seinem Ruhestand nicht verdient habe. SPD-Stadtrat Volker Fütterer gab zu bedenken, dass für die Belieferung einer solchen Anlage ja auch Energie aufgewandt werden müsse. Also regenerative Energie um jeden Preis?

Ein weiterer Redner fragte, warum eine solche Anlage nicht auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Nentzelsrode errichtet werden kann? Antwort: Dort fehle es in der Nähe an einer Gasleitung, denn dort hinein soll das zu Methan veredelte Biogas gespeist werden.

Rainer Bachmann, LINKE-Stadtratm will die Bedenken der Bürger, die am Abend vorgebracht wurden, morgen, vor der Sitzung des Stadtrates noch einmal in Fraktion und Rechnungsprüfungsausschuss, der auch für die kommunalen Beteiligungen zuständig ist, beraten.

Fazit: Ob morgen die Gründung einer GmbH als 100prozentige Tochter der EVN beschlossen wird, ist nicht klar. Es bleibt also weiter spannend.
Autor: nnz

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Kommentare
Roland82
19.06.2012, 22:51 Uhr
Wo war die OB????
Wo war eigentlich Frau Rinke bei diesem Stadtgespräch!! Gondelteich übergeben (obwohl man nicht gondeln kann!!) Richfest für Bibliothek!! und dann auch noch am letzten Amtstag die Flohburg übergeben, das sind Termine, die extra für sie noch gemacht wurden. Aber wenn es um ernste Sorgen der Bürger von Himmelgarten und Leimbach geht, ist sie nicht da!! Einfach nur feige, Frau Rinke!!!!
Vincent
20.06.2012, 08:44 Uhr
Fragen oder Werten.
Ich kanne weder den Terminkalender von Frau Rinke, noch Ihre Beweggründe diesem Bürgergespräch fern zu bleiben. Aber daraus zu schließen, dass Sie den Bürgern feige aus dem Weg geht ist eine böswillige Unterstellung. Die letzten Wochen haben gezeigt, wieviel Zivilcourage Frau Rinke hat.
Retupmoc
20.06.2012, 09:42 Uhr
Publikumswirksam
Zwischen publikumswirksam - geplant - eine Aktion zu starten und Bürgernähe liegt ein weiter Unterschied. Das zur Person Rinke.

Und zu der Energiewende gesagt ... wielange lassen wir uns noch von den Herrschenden die Mär vom Klimawandel erzählen. Oder die Mär vom unsicheren Atomstrom? Richtig ist das in Japan ein Kraftwerk den Wetterunbilden zum Opfer fiel. Daraus zu konstruieren, das alle KKW unsicher sind ist ein Treppenwitz.

Mit der gleichen Begründung müsste man dann alle Fernseher aus den Haushalten verbannen, da es schon Geräte gegeben hat, bei denen die Bildröhre explodiert ist. Gleiches gilt für brennende Autos nach einem Kabelbrand usw.

Die Mär von der Energie wird doch nur erzählt, damit die Energiekonzerne im Reichtum ersticken. Ob der Normalbürger das zahlen kann ist denen doch egal.
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