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Mi, 06:24 Uhr
20.06.2012

nnz-Forum: Ein X für ein U vormachen

Gestern fand im Regenbogenhaus in Nordhausen-Ost ein sogenanntes Stadtgespräch zum geplanten Bau einer Biogasanlage im Landkreis Nordhausen an einem von zwei auserkorenen Standorten und den damit verbundenen Vorleistungen und -betrachtungen statt. Dazu die Meinung eines Lesers im Forum der nnz...


Als interessierter und fachlich etwas vorgebildeter Bürger nahm ich daran teil, hörte mir das Ganze an und stellte einige Fragen zum für mich offensichtlichen und wichtigsten Problem des allgemeinen Flächenbedarfs zur Erzeugung dieser Menge von Biomasse und besonders ihrer Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, da ich die Zahlen dazu im Vorfeld schon einmal kurz überschlagen hatte und sie mir massiv Bauchweh bereiten.

Die Antworten der Anwesenden darauf lagen zwar durchaus in dem von mir vermuteten (eher befürchteten) Bereich, man war über die Frage eher wenig angetan und reagierte, besonders im Bezug auf die Nachfrage, ob man sich der daraus ergebenen Konsequenzen bewusst ist, sehr ausweichend - oder eigentlich sogar: massiv irreführend.

Deswegen möchte ich die Leser im Folgenden kurz an den Ergebnissen und einigen der Überlegungen dazu teilhaben lassen.

Die Planungsangaben des Betreibers sind:

34.000MWh pro Jahr eingespeiste Energie, gewonnen aus 23.000t Maissubstrat, 24.000t Schlempe und 1.000t Zuckerrübenhackschnitzel, 21.000t Gärreste, grundlastfähige Anlagen mit einer Geländegröße von 3,2 bis 3,4ha, bei rund 11 Mio Euro Errichtungskosten.

Berechnen wir erst einmal die „Leistung“ der Anlage, auch wenn man von Leistung hier nicht wirklich sprechen kann, da das eingespeiste Gas letztlich an anderem Ort genutzt wird - nehmen wir dazu einfach an, das dieses Gas im BHKW der EVN mit hohem Wirkungsgrad in die geplanten 34.000MWh Strom und Wärme umgesetzt wird. Weiterhin haben wir leider nur noch die Angabe „grundlastfähig“ gegeben.

Grundlastfähig bedeutet, das die Verfügbarkeit gleich oder größer 5.000h im Jahr liegen soll – das ist zufällig auch der durchschnittliche Betriebsstundenwert für eine Biogasanlage.

34.000MWh geteilt durch 5.000h ergibt 6,8MW – die meisten Anlagen liegen aber eher darunter oft um die 4 MW – was dann aber etwa die optimistische Laufzeit von 8500h im Jahr bedeuten würde. Eine Differenz von 3.500h – aber Genaues weiß man nicht, außer das natürlich die Gärung nicht ganz unabhängig von der Außentemperatur ist und im Winter weniger schnell abläuft und daher weniger als diese 8.500h wahrscheinlich sind. Nehmen wir einfach die 6,8MW bei 5.000h – dieser Wert spielt aber erst am Schluss wieder eine wirkliche Rolle.

Im Nachfolgenden werde ich mich nun nur mit den 23.000t eingesetzten Maissubstrat beschäftigen, da allein das schon umfangreich genug ist und die restlichen Betriebsstoffe außen vor lassen.

Maissubstrat – diese Angabe ist erst einmal ein dehnbarer Begriff. Als Angaben sickerte aber im Laufe der Veranstaltung die Verwendung von Silagemais für die Berechnung mit einem erhofften Ernteertrag von 460dt/ha durch, der dann eine Fläche von 500ha benötigt. Ein wirklich optimistischer Wert!

Liegt der Erntedurchschnitt dieser Sorten doch eher bei 400dt/ha (was 575ha bedeuten würde) und Silagemais, der eigentlich wegen seiner Zusammensetzung für Tierfutterzwecke optimal geeignet ist, eignet er sich weder zum direkten menschliche Verzehr noch besonders gut zur Methangasherstellung - die Kühe sollen schließlich davon nicht platzen, sondern möglichst viel Energie entnehmen können und Masse ansetzen bzw. Milch geben.

Zusätzlich ist diese Art Mais direkt an der Nahrungsmittelherstellung beteiligt und seine Nutzung als Energiepflanze absolut konkurrierend! Ein Fakt, der auf der Veranstaltung von Leuten mit Fachkenntnis im Agrarbereich trotzdem wiederholt bestritten wurde. Denn es ist so, dass 10kg dieses Getreides in etwa 1kg Fleischproduktion ergeben – damit sind maximal 46 eher 40dt Fleisch aus den 460dt bzw. 400dt Mais je ha produzierbar. Diese 46 bzw. 40dt Fleisch merken wir uns auch für später.

Der für die Gärung, aber nicht Fütterung und Ernährung, wirklich geeignete und wahrscheinlich daher dann auch bald angebaute Energiemais, hat jedoch derzeit nur etwa einen Ernteertrag von 200dt/ha – und würde daher bereits eine Fläche von 1.150ha für die benötigte Menge verbrauchen – mehr als das doppelte der prognostizierten Fläche – man hofft hier wohl den Ernteertrag in den nächsten Jahren verdoppeln zu können!

Rechnen wir also mit diesen realistischen 1150ha!

Auf dieser Fläche von 1.150 Fussballfeldern, kann man auch für den Menschen direkt verwendbares Getreide anbauen - z.B Weizen, mit einem Ertrag von 69dt/ha. Daraus ergibt sich eine Getreideente von 7.935t, oder: 7,935 Mio kg! Da sich aus 1kg Weizen etwa 700g Mehl gewinnen lässt, dass mit Zuschlagstoffen wieder zu einem Brot von 1kg verbacken werden kann, ergibt das direkt 7.935.000 Laiber Brot. Bei einem halben Brot pro Person, kann man damit 15,87 Mio Menschen einen Tag lang ernähren, oder 43.479 – fast der Einwohnerzahl Nordhausens - für jeden Tag eines Jahres!
(Bei den „nur“ 500ha offiziell angegebenen Hektar ergeben sich entsprechend 3450t Weizen, Nahrung für 6,9 Mio Menschen für Tag bzw. für 18.904 Menschen an jedem der 365 Tage eines Jahres bzw. 2300t Fleisch das heißt: 15,3 Mio Schnitzel a 150g, bei den oben besprochenen 4,6t/ha Fleischproduktionsertrag)

Das sind die Zahlen! (Und ich hoffe inständig, ich hab mich nicht ganz böse verrechnet oder ein zu vereinfachtes Modell gebildet, da man normal mit m³-erzeugbares Gas je t und Energiegehalt je nach Heizwert und Primärenergiefaktorberücksichtigung gerechnet hätte)

Man hat also die Wahl 43.479, aber mindestens(!) 18.904, Menschen jeden Tag eines Jahres zu ernähren, bzw. verhungern zu lassen vs. 34.000MWh Energie im Jahr zu erzeugen – Schlempe und Zuckerrübenhackschnitzel nicht einmal einberechnet!
Nach 12 Jahren ergibt das übrigens rund halben Million Hungertote, die man - zumindest mittelbar - mit zu verantworten hat!

Auch diese Fakten, neben den Argumenten der Anwohner über Geruchsbelästigung, Verkehrsbelastung etc, bitte ich unsere Stadträte, die dies hier hoffentlich ebenfalls lesen, vor ihrer Entscheidung genau zu bedenken!

Die von den Befürwortern gebrachten Argumente, es würden nur Brachflächen, oder für die Nahrungsproduktion eh nicht genutzte Flächen und Pflanzen verwendet werden, ist nicht haltbar, ja diese Flächenverwendung wird die Struktur der Landschaft nachhaltig beeinflussen und bisherigen Anbauschlüssel dauerhaft verändern. Am Beispiel des Silage-Mais ist die bereits jetzt bestehende Nahrungsmittelerzeugungskonkurrenz deutlich gezeigt worden. Darüber hinaus kann man auch das ja bereits Raps und Co. angebaut werden, nicht zählen lassen, da bei der Energiepflanzenproduktion u.a. für E10, inzwischen längst das nachhaltige Limit überschritten wurde und man damit zusätzlich massiv preistreibend auf Lebensmittel und damit Armutsantreibend weltweit wirkt.

Auch die etwa 50 Liter Diesel jährlich pro bewirtschaftetem Hektar und die benötigte massive Menge Dünger, möchte ich hier nicht unter den Tisch fallen lassen.

Wie viele Windanlagen mit z.B. 2MW Leistung, oder Solaranlagenfläche mit 1,5ha/MW man für die oben berechneten 6,8MW zur Erzeugung der 34000MWh im Jahr man übrigens braucht, überlasse ich dem geneigten Leser.

Und ja, die Speicherung – ein ebenso beliebtes, wie bei der Veranstaltung vorgebrachtes Biogas-Befürworterargument - ist für elektrische Energie längst möglich. Darüber lohnt der direkte Einsatz von Strom sich oft besonders, wenn man z.B. mit der elektrischen Energie eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 4 betreibt – d.h je kWh elektrisch 4 kWh Wärmeenergie erzeugt!

Allerdings fällt die Gewinnspanne dann insgesamt etwas geringer als ca. 500% aus und statt 1,62 EUR für jedes Watt installierte Leistung bei der Biogasanlage, müsste man nur etwa 1,00 EUR/Watt Photovoltaik incl. Wechselrichter investieren...
Thomas Fichtner
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Marie
20.06.2012, 08:24 Uhr
Biogasanlage
Ich habe bei diesem Vorhaben auch Bauchweh. Ist es denn wirklich schon notwendig, dass wir Nahrungsmittel zur Energiegewinnung anbauen müssen? Kann man nicht aus Müll Energie machen, davon haben wir mehr als genug. Ich bin nicht dafür, dass hier Nahrungsmittel für Strom verarbeitet werden, während anderswo Menschen Hunger leiden und täglich Kinder wegen Unterernährung sterben müssen.
andreas66
20.06.2012, 08:38 Uhr
Ich sehe...
das auch so wie @Marie. Wo soll den der benötigte Mais in der näheren Umgebung angebaut werden? Damit es wirtschaftlich bleibt muss es kurze Transportwege geben. Recherchen haben ergeben dass bei Anbau, Ernte und Verarbeitung von Raps mehr Schadstoffe ausgestoßen werden als man dann mit dem Biodiesel einsparen könnte. Der Beitrag vom Herrn Fichtner sagt ja einiges aus.
I.H.
20.06.2012, 13:57 Uhr
So, so, 500 ha laut Planer?!
Für die 23000 to Mais TS fallen schon mal rund 1100 bis 1200 ha an. Da hat Herr Fichtner nämlich recht.

Die 24000 to Schlempe gibts zwar schon, aber sie fällt ja dann als Futtermittel etc weg und muss durch Futtergetreide o.a. ersetzt werden. Die Viecher werden nämlich nicht weniger und haben Hunger. Macht bei 10% TS der Schlempe mal eben zusätzliche 300 bis 400 ha Anbaufläche.

Die 1000 to Zuckerrübenschnitzelchen sind zwar der kleinste Posten, aber immerhin auch noch mal ca. 15 ha.

Das macht bei mir dann insgesamt so ca. 1600 ha verbrauchter Anbaufläche für die Anlage und nicht 500ha! Kann es möglich sein, dass die Planer der Flohburg oder des Kulturtempels auch die Biogasanlage planen?
Vollmer
20.06.2012, 16:21 Uhr
Antwort Herr Fichtner
Sehr geehrter Herr Fichtner,

mit Interesse habe ich Ihre Meinung zur gestrigen Veranstaltung im Regenbogenhaus
und auch dortiges Statement zur Kenntnis
genommen.
Richtigerweise bezeichnen Sie sich als
e t w a s fachlich vorgebildeter Bürger.
Denn als Student im 4. Fachsemester des
Studienganges Regenerative Energietechnik
der FH haben Sie die Lehrveranstaltungen
zu Bioenergiesystemen noch nicht belegt,
diese sind erst im 5. Semester im Curriculum
.
Und leider zeigt sich Ihre dadurch nicht vorhandene Fachkenntnis auch in Ihren
Darlegungen, z.B. zur Grundlastfähigkeit
oder zur Temperaturabhängigkeit der Vergärung.

Nun zu Maissilageals Einsatzstoff. Natürlich besteht ein Nutzungskonflikt zwischen Nahrungsmittelproduktion und
Energiepflanzenanbau.

Den muss man aber sachlich diskutieren,
populistische Beiträge dazu sind wenig
hilfreich. Für das Jahr 2020 prognostiziert das namhafte Wuppertal Institut für Klima, Umwelt,Energie eine Fläche von 1,1 Mio ha für den Anbau von Biogas-Energiepflanzen - ohne dass dabei die Nahrungsmittelproduktion eingeschränkt wäre.

Also keine Entweder-oder-Diskussion sondern eine Sowohl-als-auch. Denn ohne Biomasse in einem sinnvollen
Energiemix sind unsere Nachhaltigkeits-
ziele nicht erreichbar. In diesem Sinne freue ich mich auf spannende Diskussionen mit Ihnen im kommenden Semester.
Mit freundlichen Grüsse
Prof.Dr. Gerd Rainer Vollmer
->EchterNordhäuser<-
20.06.2012, 16:53 Uhr
bitte Vollständigkeit
Lieber Herr Professor Vollmer,

wenn Sie Herrn Fichtner kritisieren, dann doch bitte mit Fakten und nicht mit Allgemeinplätzen. Was der vorgenannte Herr weiß oder sich eventuell erlesen hat, können Sie doch gar nicht wissen. Als Geschäftsführer der BTN, welche sich laut Firmenprofil fast ausschließlich mit der Planung/Vermarktung von Biogasanlagen befaßt, haben Sie natürlich gut reden...
98maschr
20.06.2012, 18:12 Uhr
Zur Info
Bei allem nötigen Respekt, aber wenn hier jemand Ahnung hat dann ist es nunmal Prof. Vollmer. Da Prof. Vollmer auch Dozent an der hiesigen FH ist weiß er durchaus was dort wann gelehrt wird. Und ich kenne kaum jemanden, mit dem man sachlicher diskutieren kann.
Thomas Fichtner
21.06.2012, 09:26 Uhr
Sehr geehrter Herr Professor Vollmer,
an erster Stelle möchte ich Ihnen mitteilen, wie schön es ist zu sehen, das das mit dem Datenschutz an der FH so richtig gut funktioniert und Sie hier einen tollen Beitrag zu meiner grundgesetzlich garantierten informellen Selbstbestimmung geliefert haben.
Scheinbar sind die ganzen Stammdaten dort ja leicht zugänglich. Wahrscheinlich muss ich Ihnen sogar fast dankbar sein, hier nicht auch meinen Notenspiegel zu sehen...

Wenn Sie übrigens wenigstens 2x in den Datenbankeintrag gesehen hätten, wäre Ihnen allerdings aufgefallen, daß ich keiner der üblicherweise erst 21-22 Jahre jungen Studenten bin, sondern schon ein gutes Jahrzehnt mehr an Kilometern auf der Uhr habe und in der Zeit nicht nur kritisches Hinterfragen und eigenes Denken gelernt, sondern, u.a. durch Mitarbeit in sozialen Projekten und NGOs auch einiges an Zusatzwissen und Lebenserfahrung gesammelt zu haben.

Dazu lass ich mich seit geraumer Zeit von akademischen und Adelstiteln insgesamt auch nur sehr wenig beeindrucken und mache deswegen noch lange keinen Diener sind das doch auch nur Menschen-

Hätten Sie übrigens gar ein drittes Mal hingesehen, hätten sie gar bemerken können, das Dank Bolonga und Co. einige der für RET zu belegenen Fächer durch Anerkennung von Vorleistungen abgeschlossen wurden.

Wenn sie aber hier schon den "Curriculum" anführen, sollten Sie der Wahrheit halber auch sagen, dass es sich dabei nur um ein empfohlenes Rahmengerüst handelt und man auch als Erstsemester Kurse für das 5. belegen könnte, solange man die erwarteten Leistungen bringt, wäre das nämlich eigentlich egal.

Hätte ich meine hier geäußerte Meinung als RET-Student, oder Linker äußern und untermauern wollen, hätte ich das übrigens bereits im Ursprungsposting so angegeben. Habe ich aber nicht.

Aber darum geht es hier ja eigentlich nicht. Kommen wir zu Ihrer fachlichen Kritik als Experte.

Nicht ich habe das Projekt als Grundlastfähig bezeichnet, sondern die Veranstalter. Die 5000h als Grenze der Einordnung sind dabei eine Angabe aus den Unterlagen des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), der ebenso die 5000 Jahresbetriebsstunden für Biogas-Anlagen ausweist.

Das biologische Prozesse wie z.B. auch die Gärung definitiv Temperaturabhängig sind, ist eine unbestrittene biochemische Gegebenheit die man problemlos in jedem Fachbuch nachlesen kann - ich lehnte mich also hier nicht zu weit aus dem Fenster.

Kommen wir noch zur Nahrungsmitteleinschränkung durch Energiepflanzenproduktion. Die von Ihnen angeführte Wuppertaler Studie beschäftigt sich vor allem mit der Sicht Deutschlands darauf und seiner Interessen.

Jeder der aber weiß, das jedes Jahr Weltweit 85 Mio Menschen an Hunger sterben, für die aber eigentlich nach Stand der Technik genug Lebensmittel produziert werden könnten - so man wollte - muss erkennen das es hier eindeutig einen Interessenkonflikt gibt. Das hat aber natürlich nicht nur, aber AUCH energiepolitische Gründe und diese ewig alte Geißel der Menschheit könnte man inzwischen abstellen!

Dabei ist auch unbestreitbar, das der Brotgetreidepreis in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen ist - gerade auch wegen der Energiepflanzen-Produktion und in Folge dessen verknappten Angebotes an Nahrungsgetreide. Dazu hat sich Deutschland seit Mitte der 90er vom einem großen Getreideexporteur zum Getreideimporteur entwickelt - auch nicht folgenlos. Allein dabei geht es um ehemals produzierte Mengen, die die Ernährung von mindestens 50 Mio Menschen/Jahr hätten sicherstellen können!

Die Frage die sich hier nun stellen MUSS ist: Ist so viele Menschen unnötig leiden und sterben zu lassen nun eigentlich ein endlich zu ächtendes Verbrechen gegen die Menschlichkeit, oder schon Beihilfe zum Völkermord?

50 Mio jedes Jahr - oder alle Opfer des 2. Weltkrieges zusammen, die allein nur Deutschland verhindern könnte. Man muss es vielleicht wirklich mal so drastisch sagen!

Aber ich weiß, wir leben leider in einem Land, das 3.größter Waffenexporteur der Welt ist und hier ist Mitmenschlichkeit, Moral und Ethik eben ein geldwertes Handelsgut, das zu oft die Rendite versaut und der so oft beschworene Fachkräftemangel herrscht eigentlich in unserer Politiker- und Managerklasse. Hier fehlt es an Ehrlichkeit die Wahrheiten auszusprechen, an Mut Entscheidungen zu treffen, an gesundem Menschenverstand, an wirklichem Verantwortungsbewußtsein und an Visionen für eine lebenswerte und menschenwürdige Zukunft.

Abschließend möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass ich mich natürlich sehr auf das kommende Semester und den Unterricht bei Ihnen freue und hoffe das Sie das alles nicht zu persönlich nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Fichtner
W.Roßmell
25.06.2012, 20:58 Uhr
keine Einladung erhalten...
Schade, wir Bürger hatten keine Einladung in das Regenbogenhaus erhalten, obwohl es auch uns direkt betreffen wird (Bielener Straße)... Wer weiß warum...? Ich kann und werde es nicht verstehen, dass hier schon wieder Schindluder mit uns Bürgern betrieben wird. Eine Biogasanlage kurz vor Himmelgarten und kurz nach Nordhausen Ost (egal wo man steht...) in die Nähe von Wohngebieten zu bauen, ist schon nicht zu verstehen! Und wenn man dann auch noch großzügig mit Lebensmitteln in Form von Verschwendung umgeht, nur um angeblich günstig Strom zu erzeugen, das ist nicht mehr nachvollziehbar!

Die EVN Verantwortlichen wollen sparen, setzen aber sicher auf das falsche Pferd, indem sie ne Menge Millionen Euro verbraten, um dort eine Biogasanlage zu bauen. Neben den nachvollziehbaren Belästigungen für die Anwohner, die Straßen selbst, die geschaffenen Werke der Menschen in Form von Eigentum, den möglichen Geruchsbelästigungen vermindern in großem Maße die Lebensqualität aller Bürger in NDH-Ost und Himmelgarten, aber auch den angrenzenden Orten wie Leimbach, Urbach, Bielen, Steigerthal und auch die Stadt Nordhausen selbst! Warum nur?

Gibt es nicht andere Möglichkeiten Strom zu gewinnen, als auf Kosten von Lebensmittelvernichtung? Ich hoffe nur, dass sich die Bürger wehren werden, so wie es schon einmal war, als Van-Asten seine Gülle auf dem alten Gelände von der LPG in Himmelgarten "zwischenlagern" wollte, da haben die Stimmen der Bürger, die sich gewehrt haben noch gewonnen, aber ob dies wieder so ausgeht, kann man nur hoffen! Deshalb an alle Bürger der Stadt und der Umgebung: Kämpft und wehrt Euch gegen diese Biogasanlage in Himmelgarten, sie bringt keinen billigeren Strom für uns alle! Die Investitionsmillionen werden zwangsläufig auf uns alle umgeschlagen und schon wird der Strom noch teurer, als uns lieb ist! Rettet die Natur, wehrt Euch gegen die aufkommenden Belästigungen durch Dreck und Lärm der LKW, rettet die Naturbelassenheit (Reiter- und Wanderweg) an diesem Standort und verhindert mit Euerm Veto den eklatanten Eingriff in die Natur und unser aller Wohn- und Lebensqualität vor Ort! Eine Biomethananlage beeinträchtigt in unmittelbarer Nähe von der Wohnbebauung das Lebensumfeld alle Bewohner in erheblichen Maße und gehört verboten!
altmeister
26.06.2012, 08:14 Uhr
Nachgedacht
Nachdem ich die vielen Meinungen gelesen habe ist mir wieder das Verfahren "Müll zu Diesel" eingefallen. Bei diesem Verfahren ist nicht der massenhafte Einsatz von Nahrungsmitteln für die Energierzeugung vorgesehen, es kann u.a. der Wohlstandsmüll, welcher ja DA ist, genutzt werden. Warum wird nicht in dieser Richtung nachgedacht?

Es wäre kein Problem, diese Technik auf dem Gelände der Abfalldeponie zu installieren, da kein Zugang zum Gasnetz notwendig ist. Das Problem der Belästigung wäre somit auch gelöst.

Der mit dieser Anlage hergestellte Diesel kann z.Bsp. effizient und verbrauchsnah im BHKW in Strom und Wärme umgewandelt werden.
Zorro
26.06.2012, 17:42 Uhr
Gelungen
Ich finde die Kommentare von Herrn Fichtner interessant und auch aufklärend. Die Aussage, sich nicht von Titeln (Prof. oder Dr.) einschüchtern zu lassen, kann ich nur unterstützen.
meister
26.06.2012, 18:03 Uhr
Wieso strom?
Also zuerst einmal möchte ich mich bei herrn fichtner bedanken,für die doch sehr ausführlichen ausführungen.

Aber ich glaube zu wissen,das die evn vor geraumer zeit schon einmal über eine biogasanlage bei himmelgarten nachgedacht hat.diese sollte in koorperation mit zwei ansässigen landwirtschaftsbetrieben(die beide mehr als 1000 ha lf besitzen) gebaut und beliefert werden.

mit dieser anlage sollte die erste ihrer art in unserer region errichtet werden und zwar zur einspeisung von reinem erdgas,das nach einer behandlung direkt in das erdgasnetz eingespeist werden sollte. deshalb auch der standort himmelgarten, weil dort wohl eine station steht,in die man einspeisen kann.

die planung wurde damals eingestellt,wegen dem verkehrsaufkommen,denn die anlage sollte mit der silage beliefert werden,diese käme aus den siloanlagen in den betrieben.

was natürlich dazu führt das regelmässig lkw,bzw. traktorengespanne vollbeladen in richtung himmelgarten fahren würden.
wo 50.000 tonnen silage rein müssen,kommen auch 50.000 tonnen gärsubstrat wieder raus(bildlich gemeint)und aus diesem grund verstehe ich nicht,warum jetzt,ein oder zwei jahre später,wieder der gleiche standort gewählt wurde.vorallem plant die evn jetzt ohne die betriebe(als teilhaber)...

der grundgedanke damals war der: das die evn und die beiden betriebe diese "neue" art einer bga bauen wollten,bevor großinvestoren den standort ndh ins visir nehmen und dann ihre anlage bauen!die folgen hieraus wären dann das die betriebe angesprochen werden,ihnen "gutes" geld geboten und bei eventuellen verweigerungen das ackerland für horrende preise gekauft würde.dann,genau dann kommen wir zu dem problem,was viele von meinen vorrednern äussern,nämlich das dann mais in monokultur angebaut und auf nachaltige fruchtfolgen verzichtet wird.

wenn man sich mal in unserer landwirtschaft umschaut,müsste doch jedem auffallen das immer weniger betriebe tiere halten,gerade der anteil an kühen ist doch stark zurück gegangen.

ich denke wenn die betreiber einer bga sich mit den betrieben in ndh auf augenhöhe treffen ist es möglich solch eine anlage zu bewirtschaften ohne das mais mehr als momentan in konkurrenz zum getreide steht! jeder betrieb könnte seine fruchtfolge beibehalten und trotzdem mais liefern.
M.S.
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