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Mi, 19:07 Uhr
17.10.2012

Die Macht der Zahlen

Thomas Fichtner hatte zum gestrigen Energie-Forum viele Zahlen auf das Auditorium "geschmettert". Für Interessenten veröffentlichen wir das Zahlenwerk innerhalb unserer doku-Reihe...


Da gestern während der Veranstaltung und danach es mehrfach explizit gewünscht wurde, kurz die Übersicht zu den gestern auf dem Energieforum von mir eingeworfenen Zahlen und darunter die Details wie man darauf kommt.
Thomas Fichtner
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
17.10.2012, 20:58 Uhr
Zahlen von Herrn Fichtner bestätigen Biomethan-Kritiker
Nein, sehr geehrter Herr Fichtner, ich habe keine Fehler in ihren Zahlen entdeckt, zumindest nicht auf den ersten, langen Blick. Das Wesentliche Ihrer Zahlenaufstellung ist die Bestätigung für mich, und hoffentlich für alle, die eine solche Anlage nicht wollen, dass sie ökologisch nicht tragbar ist. Denn die Energie, die für die Produktion der Millionen Schnitzel erforderlich ist, die der Menge an "verfeuertem" Mais entspricht, wird dann nicht mehr auf den noch nicht industriell genutzten Feldern der Goldenen Aue "erzeugt", sondern z.B. in Brasilien oder Indonesien, wo für unseren so genannten Wohlstand Regenwälder abgeholzt werden. Das haben Sie mit Ihren Zahlen letztlich gezeigt. Leider nurhaben sie über diese logische Konsequenz nichts geschrieben.
Sie haben dnnoch unsere Nationalakdemie Leopoldina bestätigt: Der schon vor Wochen in der nnz publizierte Wirkungsgrad (inkl. des ökollogischen Einflusses) einer solchen Anlage, ist genau dann lächerlich, ja gefährlich, wenn er übergreifend, d.h. auf viele Einflussgrößen bezogen wird, wenn man den Wirungsgrad nicht nur rein physikalisch fast. Und gerade letzteres wollen die wenigstens Leute und schon gar nicht die Befürworter einer solchen Anlage sehen. Ist ja auch ein wenig komplex das Ganze!
Sollten die Planer und Forcierer einer solchen Anlage nach Ihren Zahlen weiterhin an ihr festhalten, dann verliere ich entgültig den Glauben an die Zukunftsfähiglkeit der uns regierenden Menschen. Dann versagen sie einfach nur noch, das Ganze getragen von der Lethargie der fernsehverblödeten Masse.
Aber Wissenschaft ist nun einmal käuflich: materiell und psychologisch. Gerade erst las ich bei Zeit online, dass sich prominente Klimatologen nicht trauen, das berühmte "2-Grad-Ziel" (klimaerwärmung) als nicht haltbar zu brandmarken. Ganz nach dem Motto: "Die Politik will 2 Grad. Das soll sie haben. Wir machen mit". Das der "kleine" Unterschied aber Millionen von Menschen- Tier- und Pflanzenleben ausmachen könngte, ja vielleicht die Zukunft unserer Existenz generell, das berücksichtigen diese Forscher scheinbar nicht. - In Nordhausen können wir genau diesem prinzipiellen Verhalten begegnen. Das Grundproblem: Niemand kann und mag sich vorstellen, erstens ob die Temperaturerhöhung eintritt und zweitens dass sie tatsächlich solch apokalyptische Auswirkungen hat. Aber an der mangelnden Fähigkeit, sich so etwas auszumalen, sind ja schon die Bewohner Pompeijs im Jahre 79 beim Ausbruch des Vesuvs gestorben. Das waren aber nur relativ wenige.
Der Umgang der Menschen mit der Nordhäuser Biogasanlage, vom OB, über FH-Professor bis zum Bürger, ist ein Sinnbild für den Umgang der Menschheit mit ihrer Zukunft. Suizid inbegriffen.
Jörch
18.10.2012, 08:18 Uhr
die zahlen von herrn fichtner belegen grundsätzlich nicht viel....
schon der effizienzvergleich hinkt, da hier tatsächlich äpfel mit birnen verglichen werden. zum einen drückt der solarindex keine gemessenen strommengen aus sonder lediglich auf basis theoretischer werte mögliche erträge für die planung von anlagen. diese genannten werte sind in der vergangenheit nie erreicht wurden.

was aber scheinbar im bewusstsein der leute noch immer nicht angekommen ist, ist die fehlende grundlastfähigkeit von solar und wind strom, da diese eben nur ungesteuert und besonderns im fall der solarenergie auch noch zu schwachlastzeiten vorhanden ist.

jetzt kommt sicher wieder der verweis auf speicher... ja wo sind sie denn unsere speicher oder besser wo will man sie denn realisieren wo doch einer der größten kritiker hier im vorletzten artikel gleich gegen einen geplanten speicher im steinmühlental wettert.

werdet euch doch endlich bewusst, ihr wolltet die grosse transformation hin zu ee und weg von einer bezahlbaren, kalkulierbaren und steuerbaren energieversorgung. dann tragt auch die konsequenzen daraus, in jeder hinsicht, sei es finanziell im bezug auf euren strompreis oder eben die stinkende biomethananlage nebenann.

übrigens nawaro anlagen bringen derzeit einen beitrag von 7,5% an der gesamen energieerzeugung... solar und wind lediglich 3,2%.... also noch fragen wo die reise hingehen wird?
besonders amüsant finde ich den hinweis auf den eigenverbrauch der regenerativ erzeugten energie... wer soll es denn selber verbrauchen... etwa die 65% der menschen die in deutschland in einer mietwohnung leben... oder doch die 35% der häuslebauer? und noch amüsanter finde ich den hinweis auf die parität der kosten für selbst erzeugten ee strom vs strom aus der dose...

herr fichtner scheint zu vergessen, dass derzeit im strompreis von durschnittlich 25 cent/kwh eben auch 5,5cent/kwh an ökostromumlage liegen, die die allgemeinheit bezahlt damit herr häuslebauer fichtner subventionierten billigstrom selber verbrauchen kann, so er denn zu den schwachlastzeiten wo die sonne scheint auch daheim ist. und was macht herr fichtner wenn es dunkel ist? ach ja da kommt ja wieder das ammenmärchen vom speicher den er sich in seinen garten baut, der aber in anschaffung und betrieb kein geld kostet... und so werden aus den propagierten 20cent/kwh eigenerzeugten strom schnell 40cent/kwh und damit herr fichter seine investition in die speichertechnologie reinholen kann wird er dann doch ungesteuert ins netz einspeisen.

vielleicht sollte man sich auch mal generell die verbraucherstruktur in deutschland anschauen... 65% des stromverbrauches gehen zu lasten der industrie und nicht zulasten der endverbraucher...

also wird auch zukünftig kein weg an einer grossindustriell arbeitenden energiewirtschaft vorbeigehen....
W. Roßmell
18.10.2012, 10:18 Uhr
Danke Herr Fichtner und auch an Herrn Schwarzberg für...
die sehr gut nachvollziebaren Zahlen. Herr Fichtner, vielen Dank dafür, dass Sie trotz der Anwesenheit Ihrer Professoren, die ja bekanntlich ganz anderer Meinung in "ihren Berechnungen und Darstellungen" sind als Sie, Sie es auch öffentlich beim Energie-Forum getan und an bildlichen kreativen Elementen versucht haben, die Unwirtschaftlichkeit einer solchen Anlage zu beweisen. Vielen Dank für Ihren Mut!
Die Herren Professoren hatten diese Kreativität leider nicht, sondern halt nur schnelle Zahlen und Fakten, die leider nicht beweisbar sind! So haben sie versucht, halt immer im Interesse der Bewürworter dieser Anlage zu sprechen, haben sogar die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle falsch dargestellt, die eindeutig die Biogas Produktion kritisiert und die Meinung vertritt, dass die Energie aus Pflanzen keinen großen Beitrag zur Energiewende leisten kann (TA v. 31.07.2012). Es sind genau diese Professoren, die im Auftrag der Stadt eine ökologische Bewertung des Projektes vornehmen sollen und öffentlich sagen, dass diese Biomethananlage eine positive Kohlendioxid-Bilanz erreichen wird (TA von heute). Und genau das Gegenteil behauptet Leopoldina die in einer Stellungsnahme sagte: "Um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren, sollte Deutschland nicht den weiteren Ausbau von Bioenergie anstreben." Ach ja, Nordhausen scheint eben nicht Deutschland zu sein oder es werden doch wieder Vermutungen laut, dass es sich um "Gefälligkeitgutachten" handeln wird, auch wenn Herr Professor Fischer dies ausdrücklich verneinte! Die Luft in Nordhausen ist eben anders als in Deutschland und die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat diese Feststellungen anhand von anderen Orten, Landschaften feststellen müssen... Die Zahlen aber von Herrn Fichtner und auch der Beitrag von Herrn Schwarzberg machen deutlich, dass die geplante Anlage doch nicht so effektiv ist, wie man uns Bürger "weißmachen" will und auch der CO2 Ausstoß viel zu hoch ist. Es gibt andere Alternativen, nur die scheinen im Moment nicht so gewinnbringend gefördert zu werden, wie halt im Komplex betrachtet, eine Biomethan-Anlage.
Ich möchte Herrn Bodo Schwarzberg ebenfalls für seine hier in der NNZ offen geschriebenen Beiträge danken (trotz vieler Anfeinungen von Schreibern mit Nicknamen) und hoffe, dass es doch noch Stadträte, Professoren und auch Verantwortliche geben wird, die sich bei der Planung auch mit diesen wichtigen Punkten beschäftigen und zu einem Ergebnis kommen werden, welches nicht mit Beifallswellen seitens der Befürworter enden wird... Herr Schwarzberg, ich lade Sie gern zu einer unserer Zusammenkünfte der Bürgerinitiative nach Himmelgarten ein
(z.B. heute um 19Uhr oder jeden Donnerstag gleiche Zeit), vielliecht kann man in der Zukunft gemeinsam noch mehr erreichen. Wir freuen uns über jeden neuen Mitstreiter, der die Meinung von inzwischen über 2.500 Bürgern und auch die Meinungen von Ihnen und Herrn Fichtner vertreten und dabei öffentlich Gesicht zeigen! Wir hoffen, wir sehen uns!
Jörch
18.10.2012, 10:28 Uhr
oha...
wir haben hier zwei neue experten... deren wissen, zumindest im fall von herrn schwarzberg sich lediglich auf ein gutachten bzw. eine wissenschaftliche instanz stützt über deren quellen und zugrundegelegten randbedingungen leider nicht hinreichend viel bekannt ist. und das bloße nennen einer fakultät oder eines institutes eine hochschule macht den inhalt der arbeit auch nicht besser oder schlechter.

kein zweifel, herr roßmell. über den sinn oder unsinn der anlage lässt sich vortrefflich streiten. letztlich ist diese anlage genau wie diverse solarfelder und wka nur ein abbild unserer gesellschaft. einer gesellschaft eben wo mehrheitliche entscheidungen des parlamentes durch opposition und freie meinung gekippt werden können. so war es einst bei der energiewende und so ist es im kleinen jetzt mit den auswirkungen davon.

persönlich finde ich, herr roßmell sollten sie als wortführer der bi sich vielmehr auf primärquellen wie eben das gutachten der leopoldina oder anderer ee kritischer institue berufen als auf sekundärquellen wie herrn schwarzberg oder herrn fichtner. das dürfte dem gelingen ihres anliegens wesentlich besser zugegen kommen, vorallem wenn sie damit die entscheidungsträger beeindrucken und beeinflussen wollen. ich kann mir nicht helfen aber momentan baut ihre argumentationskette lediglich auf dem weitergeben von höhrensagen auf, statt auf wissenschaftlichen fundierten fakten. so wird man sie wohl leider nicht für voll nehmen.
Peppone
18.10.2012, 12:36 Uhr
Ich habe schon belastbarere Zahlen gesehen.
Allein Ihr Energiebilanz-Vergleich zwischen Bio-Methan und Solar-Photovoltaik hinkt an mehreren Stellen Herr Fichtner. Die Bio-Methan Bilanz trödeln Sie bis ins kleinste auf, die Photovoltaik-Solar-Bilanz starten Sie großzügig nach der Herstellung der Module(Anlage). Das wird so nichts und das stimmt so nicht!

Das Solar nach zwei bis fünf Jahren eine positive Energiebilanz hat ist mir bekannt. Es bleibt trotzdem die Frage nach den Kosten des nötigen Speichers, da hat @Jörch recht! Das vernachlässigen Sie alles Herr Fichtner. Oder Sie lassen das ganz einfach bewusst weg!?

Persönlich glaube ich, dass die Energie aus Nawaros ein Irrweg in Bezug auf die Energiesicherheit sind. Die Probleme dieser Philosophie sieht man täglich in steigenden Lebensmittelpreisen (die wirklich die Ärmsten der Armen zu erst betreffen) und nicht zu leugnenden Umweltproblemen, die solche Monokulturen in vieler Hinsicht mit sich bringen.

Deshalb verstehe ich auch nicht das Verhalten solcher angeblichen Umweltschützer des BUND, die einerseits die Energiewende fordern, andererseits aber alles versuchen, um die dafür nötigen Speicher zu verhindern. Der NDH-BUND und sein Sprachrohr Hr. Schwarzberg sind das beste Beispiel für solche wirren Ansichten!
Thomas Fichtner
18.10.2012, 13:13 Uhr
So viele Nebenkriegsplätze...
wie sich hier plötzlich auftun!
Ich kümmere mich erst einmal um einen.

Der Jörch, sagt die genannten 94 kWh/m² bzw. die ihnen zugrunde liegenden 940 kWh/kWp mit 10m² je kWp keine belastbaren Zahlen und nur überzogene Theoriewerte seien.

Sind sie nicht!

Nicht nur weil ich mit sehr konservativen Zahlen kalkuliert habe, sondern auch weil ich die Datenerhebungsbasis vorher gelesen und mit realen Anlagen verglichen habe.

1. Die FH logt in ihrer Wetterstation Wetterdaten incl. globaler Solarstrahlung, so das man hier eine Datenbasis vor Ort hat die man nur aufbereiten muss.

2. Vergütungszahlungen aufgrund Anlagengröße und Erträgen - hieraus läßt sich eben so der Jahresertrag gut feststellen.

2. Diverse Anlagenüberwachungssysteme bieten ca. alle 10 min aktualisierte Logs ihrer Leistungen, die oft auch über Schnittstellen an Onlineportale ausgegeben werden und dort verglichen werden können.
(Leider loggen zu wenige in unserer Gegend aktiv bzw. online)

Wir nehmen uns jetzt einmal eine laufende Anlage im Umkreis (leider nur für Sondershausen zu finden) prognostizierter Jahresertrag: 950 kWh/kWp - wären bei 10m² je kWp 95 kWh statt 94 - ist also durchaus im Rahmen der Toleranz.

Reale Angabendaten:
- 21 Module aus monokristaline Zellen je 220W mit 31m² Fläche
- 15 Grad Dachneigung
- Installierte Leistung 4,62 kWp
- erwarteter Jahresertrag: 4389 kWh da 4,62 kWp*950 kWh/kWp

Fläche je 1 kWp = 6,71m² da 31m² / 4,62 kWp (statt der 10m² in Beispielrechnung)

4389kWh/31m² = 141,6 kWH/m²

Reale Werte für 2011 (das Jahr ist bereits abgeschlossen, Anlage steht jedoch erst seit Herbst 2010)

5204,74 kWh statt prognostizierten 4389 kWh!
Macht 1126,56 kWh/kWp bzw. dann 167,9 kWh/m² (118,6% der anhand installierter kWp berechneten Sollleistung, bei nur 67,1% der angenommenen Berechnungsgrundlagenfläche von 10m²)

Die Anlage ist natürlich deutlich über der Berechnungsmarke, weil:
- sehr gute Ausrichtung der Anlage mit Präferierung Sommerertrag
- noch recht neue (bekanntlich anfänglich deutliche Überleistung zeigende Module, weit über der für in 25 Jahren auf jeden Fall noch garantierter Nennmodulleistung von 220W)
- monokristalline Hochleistungszellen nach Stand der Technik 2010
- Hinterlüftung der Module
- SMA-Frequenzumrichter
- MPP-Regler

Man könnte nun anhand der realen Werte noch den erzielbaren Ertrag errechnen, wenn man sagt, man nimmt für die installierten 4,62 kWp nicht nur die 6,71 m², sondern wirklich jeweils 10m² - dann wären es nicht 31, sondern 46,2m² Fläche mit naja knappen 7757 kWh pro Jahr...

Die Angegebenen 94 kWh/m² sind nämlich über einige Jahre gemittelte Werte, zusätzlich nach unten abgesenkt um gemittelten Erträge aus Dünnschichtanlagen, polykristallinen sowie monokristalline Modulen mit ihrem Wirkungsgradbereich von 8 bis 20% Rechnung zu tragen.
Peppone
18.10.2012, 14:51 Uhr
Zahlensalat!
Hören Sie doch mal auf mit Ihrem zusammengewürfelten Zahlensalat Hr. Fichtner und beantworten Sie doch mal konkret die anstehende und entscheidende Frage!

Wie teuer ist Solar-Photovoltaik-Strom im Vergleich zu Strom aus diesen Nawaro-Pilzen? Wie sieht die Energiebilanz beider Gewinnungsformen real aus? Ihre erste Darstellung hinkt fatal, ich wiederhole mich.

Und versuchen Sie es doch mal ohne Zahlen mit drei Stellen hinter den Komma zu erklären. Ich glaube die geneigte Leserschaft begreift das dann auch ohne die Promille!
Thomas Fichtner
24.10.2012, 22:51 Uhr
Beide kosten 25,31 Cent/kWh
bei mehr als 3001 kWh im Jahr beim derzeitigen City Tarif der EVN für den Privatkunden.

Im Ökotarif der EVN, StromNatur genannt: 29,13 Cent/kWh.

Ihre Frage war allerdings unklar formuliert, ich nehme daher an, Sie wollten die jeweiligen Stromgestehungskosten wissen.

Für PV sind diese relativ einfach zu ermitteln:

So belaufen sich an deutschen Standorten die Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Kleinanlagen derzeit auf 14 bis 19 Cent/kWh. (je nach Modultyp, Größe, Standort, Ausrichtung)

Seit 01.10.2012 gelten daher nach Größen (kWp) gestaffelt folgende angepasste Einspeisevergütungen in Cent/kWh:
0-10 kWp: 18,36
10-40 kWp: 17,42
40-1000kWp: 15,53
1MW-10 MW : 12,71

Das heißt also, das Selbsterzeugung und Verbrauch schon lange lohnt!


Gestehungskosten für die Biomasse - schwierig zu ermitteln!

Die Novellierungen zum EEG 2012 machen die Aussagen insgesamt etwas schwierig, da es diverse Boni je nach Substratklasse, technischer Variante, Anlagengröße usw. gibt, und dort noch keine Rechtssicherheit besteht (wohl DER Grund warum momentan kaum Anlagen gebaut werden, bis dies geklärt ist).

Die Stadt hat in ihrem Gutachten jedenfalls stehen, das die Anlage das Biomethangas nach Brennwert zu 7,7 Cent/kWh bei Eon einspeist und man es als EVN am BHKW-Standort für 7,8 Cent/kWh zurückkauft.
bei 40% Wirkungsgrad des BHKWs bei der Verstromung, sind das 19,25 bzw. 19,5 Cent/kWh Strom, bei Berücksichtigung der Verluste sogar deutlich mehr.

Da aber bereits hier der kWh-Strom ÜBER dem der derzeitigen MAXIMALEN Einspeisevergütung für PV-Strom liegt, höre ich an der Stelle auf.

Interessant wird dann aber das eigentliche Geschäftsmodell, die mehreren Schichten der Subventionen und Vergütungen mit KWK-Bonus usw., die dort bei Biogasanlagen noch zu verdienen sind und vom Bürger bezahlt werden.

Der Strompreis ist übrigens eine Mischkalkulation.
Dabei ist Spitzenlaststrom, also z.B. der zur größten, der Mittagsspitze benötigt wird und früher aus Spitzenlastkraftwerken kam, der teuerste.
Heute ist aber gerade zu dieser Uhrzeit massiv Strom aus solarer Erzeugung im Netz, so das der Spitzenlaststrompreis gegenüber früher sogar *deutlich* gesunken ist.
(Gründe warum derzeit faktisch keiner Gas-Spitzenlastkraftwerke baut, da diese wirtschaftlich nach dem bisherigen Profitmodell kaum mehr sinnvoll zu betreiben sind)
Thomas Fichtner
24.10.2012, 23:47 Uhr
Das Auftrödeln und Speichern
Nun, ich finde es immer wieder Interessant das bei Solaranlagen gefordert wird, die Energie für Herstellung der Panele mit einzurechnen, um eine dies includierende Energiebilanz zu bringen (die allerdings trotzdem und nach den hier bereits genannten Zeiten positiv wird), dies aber nie für die Kessel eines Kohleofens, BHKW Motors, oder Stahl der Gärbehälter gemacht wird und bei Verbrennungskraftanlagen auch ohne das niemals auch nur +-Null erreichen würde, allein schon weil man hier ja dauernd neuen Brennstoff nachwirft.


Speicherkosten - sind ein gutes Argument.
Muss man drüber reden!

Machen wir es doch einfach mal:
Bei z.B. 200 Euro Investitionskosten je installierter kWh-Speicherkapazität sind das bei 5.000 Zyklen (13,7 Jahre lang je einen am Tag) effektive Speicherkosten von 4 Cent/kWh.

Diese Zyklen werden von modernen LiFePO4 Akkus, bei Begrenzung auf 70% der max. Entladetiefe, übrigens schon erreicht - wobei sie aber derzeit noch mehr als 200 Scheine kosten - großindustriell aber durchaus ein erreichbarer Preis.

Konventionelle Batterie-Speicherkraftwerke liegen derzeit bei Investitionskosten von 100 EUR je kWh Speicherkapazität mit <1000 Zyklen - also 10 Cent/kWh und Pumpspeicherkraftwerke bei 71 EUR, wobei Zyklenfestigkeit dort schwer zu ermitteln sind.

Druckluft oder Methansynthese wären natürlich auch denkbar.
Jörch
25.10.2012, 08:01 Uhr
eingenverbrauch lohnt sich eben nur für den betreiber / häuslebauer
zu lasten dessen, der in einer mietwohnung lebt und vorallem. was ist mit den kosten für den speicher.. dieser taucht in ihrer kalkulation nirgendwo auf??? und wie soll ich eigenverbrauchen, wenn mein solarmodul auf dem dach zu spitzenlastzeiten... meist im herbst winter wenn es dunkel ist.... dann keinen strom liefern kann.

richtig. dann sieht es nämlich so aus, dass ich zu den zeiten den strom den ich vorher eingespeist habe subventioniert durch die allgemeinheit wieder zurückerhalte... klingt jetzt nicht dramatisch, hat aber zur folge, dass ich solare erzeugte energie zu schwachlastzeiten einspeise und konventionell erzeugte energie zu spitzenlastzeiten zurückerhalte.

dummerweise ist strom aber nicht in dem maße speicherbar, d.h. zu zeiten wo wenig bis kein bedarf ist, speisst die pv ein und zu zeiten wo bedarf herrscht ist die sonne aus.
da kann man jetzt trefflich über muttis große transformation oder dergleichen reden, wenn der mensch abend nach hause kommt, dann will er es warm und hell haben. ansonsten kommen solche blüten wie in darmstadt heraus, wo die stadtwerke die nachtspeicheröfen der kunden als stromsenke missbrauchen und diese per fernsteuerung schon mal mittags um 11Uhr anwerfen weil sie sonst ihre überkapazitäten nicht loswerden.

jetzt kommt sicher wieder das totschlagargument speicher. ja wo sind sie denn unsere speicher. und vorallem wo gehen die gestehungskosten für diese in die kalkulation mit ein??? oder ist es hier so, dass mittels klimmzügen die grundlastfähigkeit von solar und wind demonstriert werden soll, koste es was es wolle?
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