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Sa, 09:14 Uhr
01.12.2012

Im Stollen überwintern

Jetzt beginnt wieder die kalte Jahreszeit. Nicht allen Menschen ist klar, was diese Zeit für die Tierwelt des Harzes bedeutet, insbesondere in den Hochlagen des Oberharzes. Der Nahrungsmangel zwingt viele Tiere nun zur Änderung ihres Verhaltens. Besonders schwer haben es die Fledermäuse...

Überwintern im Stollenq (Foto: Foto Friedel Knolle sen.) Überwintern im Stollenq (Foto: Foto Friedel Knolle sen.)

Sie leben das Jahr über von Insekten und finden im Winter keine Nahrung mehr vor. Die Tiere reagieren darauf mit dem Winterschlaf - mit extrem reduzierten Lebensfunktionen. Im Winterschlaf wird der gesamte Stoffwechsel "zurückgefahren". Die Körpertemperatur der Tiere sinkt von 38 bis 40 °C auf die Umgebungstemperatur von 3 bis 8 °C, das Herz schlägt nur noch dreimal pro Minute und geatmet wird in dieser Zeitspanne nur einmal. Wiederholte Störungen im Winterschlaf und somit plötzliches Erwachen schwächen die Tiere und haben oft tödliche Folgen.

"Daher ist es von großer Bedeutung, die Überwinterungsquartiere der Fledermäuse zu schützen, oft sind es alte Bäume, insbesondere aber natürliche Höhlen und historische Bergbaustollen", sagt Rainer Schlicht, Artenschutzexperte in der Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar.

Vergitterung wird angebracht (Foto: Foto Friedel Knolle sen.) Vergitterung wird angebracht (Foto: Foto Friedel Knolle sen.) Ein weiterer wichtiger Bergbaustollen im Oberharz ist nunmehr gesichert und dient nur noch den Fledermäusen als Winterquartier. Der Stollen wurde von den ehrenamtlichen Fledermausbetreuern des Landkreises Goslar, Friedel Knolle sen., später Dr. Friedhart Knolle und Siegfried Wielert, schon seit langem regelmäßig untersucht. Der Wasserstand im Stollen war sehr hoch und behinderte den Luftaustausch. Daher ließen die Niedersächsischen Landesforsten, Forstamt Seesen, den verstürtzten Stollenausgang mit einem Bagger räumen und legte eine Entwässerung an.

Anschließend wurde er mit Hilfe von Fördermitteln des Landkreises Goslar als untere Naturschutzbehörde und in enger Kooperation der Niedersächsischen Landesforsten aufgewertet und gesichert. Das Stollenmundloch war teilweise verschüttet und musste freigeräumt werden. In den vergangenen Jahren konnten durch Siegfried Wielert und seine Kollegen insgesamt drei Fledermausarten im Stollen nachgewiesen werden. Durch technische Maßnahmen wurde daher der Wert dieses Quartiers verbessert und der Stollen anschließend mit einem Stahlgitterverschluss gegen unbefugtes Begehen gesichert. Die Arbeiten konnten nunmehr abgeschlossen werden und wurden von den Verantwortlichen der beteiligten Institutionen abgenommen: Dr. Michael Lücke und Revierförster Rainer Hoffmeister für die Landesforsten, und Siegfried Wielert für den
ehrenamtlichen Fledermausschutz.
Autor: red

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