eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 07:00 Uhr
10.12.2012

nnz-Betrachtung: Sie wollen nicht

Ich weiß nicht, wie oft ich hier für die Öffentlichkeit aller Ausschüsse von Stadtrat und Kreistag plädiert habe. Da die SPD-Stadtratsfraktion jetzt einen entsprechenden Antrag gestellt hatte, will ich wieder "Öl ins Feuer" gießen, weil ich denke, wir als mündige Bürger haben darauf ein Anrecht...


Die Ausschüsse des Nordhäuser Stadtrates - und zwar alle - sollen öffentlich tagen. Das fordert Uwe Chour, Mitglied der SPD-Fraktion. Das wollten vor Jahren auch schon die Christdemokraten. Und das will ich als mündiger Bürger und neugieriger Journalist dieser Stadt und als Wähler.

Zu dem Vorstoß von Chour sollten sich die entsprechenden Ausschüsse, die geheim tagen, positionieren. Einer tat das bereits, der Ausschuss für Rechnungsprüfung und Beteiligungsverwaltung. Und der will nicht, dass bei den geheimen Beratungen der Wähler mit dabei ist. Andere Ausschüsse werden folgen.

Als Argument dient den gewählten Volksvertretern die Thüringer Kommunalordnung. Die besagt, dass vorberatende Ausschüsse nichtöffentlich sind. Die besagt aber auch, dass Ausschüsse, in denen etwas zu beschließen ist, öffentlich sind.

Warum also werden in den geheimen Ausschüssen nicht Vorlagen behandelt, die beschlossen werden können? Dann sind die Wähler, die alle fünf Jahre als Stimmvieh herhalten müssen, eingeladen, die Arbeit ihrer Vertreter zu begutachten. Was sind das nur für Geheimnisse, die vor dem Volk gehütet werden müssen? Was werden da für Absprachen getroffen, die nicht nach außen dringen sollen?

In Heiligenstadt gibt es seit diesem Jahr einen Bürgermeister, der parteilos ist, der einer Bürgerinitiative angehört. Dieser Mann hat durchgesetzt, dass nahezu alle Ausschüsse des Stadtrates öffentlich sind. Ist man im Eichsfeld dümmer oder frecher als in Nordhausen? Verstößt man dort gegen die Kommunalordnung?

Ich sage nein. Und ich sage auch klar und deutlich: Die Nordhäuser Stadträte, die sich mitunter seit 20 Jahren "kennen", die wollen uns von der Meinungsbildung ausschließen. Die wollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagen. Die führen einfach das weiter, was vor nunmehr 23 Jahren endete. Transparenz wird so oft gefordert, nur vor der eigenen Polit-Haustür hört die auf, da ist man lieber unter sich.

Vielleicht ist es besser, die Herrschaften in Stadtrat und Kreistag auch im Jahr 2014, wenn wieder gewählt wird, allein zu lassen. Dann können sie sich selbst wählen. Eine 100prozentige Wahlbeteiligung währe ihnen gewiss. Das, liebe Leser der nnz, ist kein Aufruf zum Wahlboykott, das ist die Konsequenz aus dem Handeln der Herrschaften in ihrem eigenen Königreich.

Und wenn man dann Argumente hört wie, die Ausschüsse könnten ja auch die Bürger zu Informationsveranstaltungen einladen, dann kann ich da nur lachen, obwohl mir das vermutlich im Halse stecken bleiben wird. Verlogener geht es schon nicht mehr. Oder habe ich eine Informationsveranstaltung des Rechungsprüfungsausschusses oder des Kulturausschusses oder des Bau- und Wirtschaftsausschusses verpasst? Und ich meine damit nicht die Alibi-Veranstaltungen namens Stadtgespräch auf dem Nordhäuser Petersberg.
Peter-Stefan Greiner

Für alle, die gern mal wissen wollen, wie es bürgernah funktioniert, haben wir Tagesordnungen von öffentlichen Ausschüssen im Eichsfeld als PDF zur Verfügung gestellt. Dort, im Eichsfeld, ist die Angst vor dem gemeinen Volk scheinbar nicht so ausgeprägt. Aber: Bilden Sie sich selbst eine Meinung.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
W.Roßmell
10.12.2012, 10:20 Uhr
Wow, was für eine Wandlung eines Journalisten...
denn bisher hatte ich immer den Eindruck, dass hier sehr einseitig berichtet wird und immer dass, was die Stadträte halt öffentlich auch haben wollen!

Ich erinnere dabei nur an die Arbeitsgruppe, die sich mit der Biogasanlage im "hinteren Kämmerlein" allein beschäftigt und nun schon Monate dazu braucht, etwas öffentlich preis zu geben, speziell was die Standortfrage betrifft!

Da haben Sie als Journalist leider nicht die betroffenen Bürger und die Bürgerinitiative unterstützt und scheinen das auch heute noch nicht zu wollen, wenn ich nur an die letzten Veröffentlichungen erinnere und speziell an das Energieforum zurückdenke, wo die BI angeblich "unterste Schublade" war, von einigen Rednern aufgrund der Idee und Vielfalt des Vortrages aber gelobt wurden..., die anwesenden Professoren auch nicht zur "Aufklärung" beitragen konnten, weil sie mit Folien aus den Jahren 2009 und 2010 "glänzen" wollten!

Aber ich freue mich jetzt sehr über diese Wandlung und hoffe auch, dass mit diesem Beitrag diese Geheimniskrämerei der Stadträte und der "Politiker" endlich ein Ende hat! Was will man denn eigentlich dem Bürger noch verheimlichen? Die Stadt steht am Rande der Pleite, alle Preise, die sie beeinflussen kann, haben sie erhöht (Bus, Straßenbahn, Theater, Badehaus - hier sogar bei der Tageskarte mit über 30% Erhöhung und weit und breit das teuerste Bad in der Umgebung für wesentlich weniger "Highlights").

Ich sehe der Stadtratssitzung am 19.12.2012 um 16 Uhr im Rathaus schon mit Spannung entgegen und hoffe sehr, dass viele Bürger mit dabei sind und öffentlich ihren Unmut gegen solche wahnwitzigen Erhöhungen zum Ausdruck bringen werden Mit diesen zunächst geheimen Beschlüssen zeigen mir die "Volksvertreter", dass sie sich zwar in der Regel wirklich schon 20 Jahre und länger kennen, aber dass damit eigentlich keinen Wähler hinter dem Ofen vorholen werden!

Im Gegenteil, die Wahlbeteiligung geht auf unter 35% zurück und man wählt sich am Ende wirklich nur noch selbst, weil die Bürger und deren Wünsche und Willensbekundungen kein Gehör bei diesen "Politikern" finden wird!

Auch bin ich sehr gespannt, ob das Versprechen, den Standort der Biomethananlage vor Weihnachten öffentlich bekannt zu geben (Herr Hartung auf dem Energieforum) wahr wird, denn im Moment scheint man ja wirklich nur ganz geheim davon zu sprechen, aber man fürchtet wohl doch den Bürgerwillen und die dann einsetzende Reaktionen....

Danke Herr Greiner für Ihre Aufforderung zur Offenheit der Politiker, wir sind gespannt auf deren Reaktionen...!
HausH
10.12.2012, 10:26 Uhr
...ganz meine Meinung!
Richtig so PSG. Meine Frustration bzgl. der Kommunal-, Regional- ,Landes-, Bundes-, Europa- POLITIK steigert sich auch von Woche zu Woche. Leider werden diejenigen, die versuchen etwas zu bewegen sofort weggebissen und damit immer weniger.

Ein HOCH auf den gelernten Politiker ohne Erfahrungen aus dem richtigen Leben. Mehr Transparenz im Handeln kann uns allen nur gut tun.
von hier
10.12.2012, 11:10 Uhr
stimmt nicht ganz !
Sehr geehrter Herr Greiner, nicht die SPD Fraktion hat einen Antrag auf Öffentlichkeit der Ausschußarbeit gestellt sondern nur der parteilose, der SPD-Fraktion angehörende Herr Chor. Das ist schon ein sehr wichtiger Unterschied. Denn es gibt in allen Fraktionen Befürworter und Ablehner genau zu diesem Thema.

Das allgemeine Totschlagargument ist die Thüringer Komunalordnung. Ich glaube auch nicht, dass den Stadtrats- oder Kreistagsmitgliedern der Umstand der von Ihnen genannten Verfahrensweise vom Eichsfeld bekannt ist.

Die Öffentlichkeit in jedem Ausschuss einfach generell herzustellen, birgt die Gefahr von sehr unschönen Anfeindungen, die gehen bis zu Bedrohung gegen die Gesundheit dieser ehrenamtlichen Politikern.

Keiner von diesen, auf dieser Plattform so oft
angegegifteten, Stadträten weder von der CDU, noch von den Linken, noch von der SPD, der FDP oder den Grünen macht es sich bei seiner Entscheidungsfindung einfach.

Ob das Preiserhöhungen sind, ein Autohof oder eine Biogasmethananlage, jedes mal steht das Gemeinwohl unserer Stadt, unserer Bürger im Vordergrund. Die Beurteilung, ob diese von diesen Stadträten getroffene Entscheidung die Richtige war, beurteilen die Wähler bei der nächsten Wahl oder die Bürger ganz allgemein in der Zukunft, wenn das Entschiedene schon längst Verganenheit ist.

mit freundlichen Grüßen ihr Martin Höfer

PS.: Nichts ist so alt wie die Nachricht von gestern.
H.Buntfuß
10.12.2012, 19:27 Uhr
Sehr Spitzfindig??
Die Angelegenheit mit der Kommunalordnung scheint mir sehr verdächtig. Wenn ich dass hier so lese, habe ich den Eindruck, diese ORDNUNG ist so schwammig, dass man sie auslegen kann, wie es gerade benötigt wird, meinen sie nicht? Im Eichsfeld scheinen die Politiker doch nicht zu oft gegen das Volk zu entscheiden. Deshalb können sie sich es erlauben, ihre Sitzungen öffentlich zu machen. Ja es hat schon etwas für sich, wenn man den Kontakt zum Volk pflegt und das nicht nur zwei Wochen vor einer Wahl.

Kommen wir zu Herrn Chor, Herr Höfer schreibt: „Herr Chor gehört nicht zur SPD und das macht einen Unterschied.“ Welchen denn? Dazu habe ich folgende Meinung, Herr Chor stand auf der Wählerliste der SPD und somit hat er sich zu den Zielen der SPD bekannt, mehr oder weniger. Man kann ihn nun nicht einfach von der SPD trennen, nur weil es einem in den Kram passt,oder? Glauben sie eine Partei egal welche nimmt eine Person auf ihre Wählerliste, die im Prinzip für eine andere Partei steht? Das möchte ich erleben. Obwohl in der Politik ist wohl nichts unmöglich?

Zu den Anfeindungen und Drohungen möchte ich sagen, ein Politiker der seine Arbeit wirklich zum Wohle des VOLKES macht, der muss keine Angst vor Volk haben. Was ich mir aber sehr gut vorstellen kann, sind Anfeindungen und Drohungen aus den Reihen der Wirtschaftsbosse oder solcher, die es sein wollen. Jeder weiß, dass die Korruption in Deutschland einen enormen Aufschwung erlebt,oder?

Aus diesem Grund, denke ich, unterschrieb Deutschland das Antikorruptionsgesetz bisher noch nicht. Mit Inkrafttreten hätten viele Politiker so manche Probleme, denke ich? Hätte man die Sitzungen öffentlich gemacht, gebe es die Probleme mit dem Autohof, Preiserhöhungen und der Biogasanlage nicht. Da man sich im Vorfeld schon mit den Bürgern hätte verständigen könnte und nicht nur mit der Wirtschaft und den Bürgern dann das Alternativlose Ergebnis aufzudrücken, oder?

Ich habe meine Zweifel, dass jeder Politiker bei der Entscheidungsfindung sein BESTES gibt. Seine Zustimmung ja, aber sein BESTES..............?
Zukunft
10.12.2012, 20:00 Uhr
Korrekt
Der Kommentar von Herrn Buntfuss trifft den Nagel auf Kopf.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)