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Fr, 13:52 Uhr
14.12.2012

Bankrotterklärung der Landesregierung

Zur Debatte zum Antrag „Entwicklung des Biosphärenreservates Karstlandschaft Südharz in Thüringen“ der bündnisgrünen Fraktion erklären der umweltpolitische Sprecher Frank Augsten und der Abgeordnete Dirk Adams, der in Nordthüringen sein Regionalbüro hat, dass diese Haltung eine Bankrotterklärung der Regierung sei...


„Die Landesregierung hat mit ihrer Ablehnung eine Bankrotterklärung abgeben. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Prüfung im Rahmen eines moderierten Diskussionsprozesses wurde erst gar nicht ins Auge gefasst, sondern gleich wieder begraben. Der Passus zum Biosphärenreservat Südharz im Koalitionsvertrag war lediglich eine Beruhigungspille an die SPD.“

„Es ist ein Armutszeugnis des Umweltministeriums, sich von dem Vorhaben eines zusätzlichen, länderübergreifenden Biosphärenreservats ohne Weiteres zu verabschieden. Das Ministerium hat sich auf ein Ergebnis festgelegt, ohne dass ein Diskussionsprozess stattgefunden hat“, kritisiert Dirk Adams.

Beschämend findet er zudem, dass der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Egon Primas, angekündet hat, gegen ein Biosphärenreservat im Südharz Wahlkampf machen zu wollen (siehe nnz von heute). „Statt in der Bevölkerung die Vorteile eines Biosphärenreservates zu kommunizieren, werden Ängste geschürt und Drohkulissen aufgebaut. Dieses Vorgehen kritisieren wir scharf“, so Adams weiter.

Die Einrichtung eines grenzübergreifenden Biosphärenreservates mit den Ländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ist aus Sicht der bündnisgrünen Landtagsfraktion längst überfällig. „Damit das von Sachsen-Anhalt bereits 2009 eingerichtete Biosphärenreservat ‚Karstlandschaft Südharz‘ die internationale Anerkennung erhält, ist ein gemeinsames Vorgehen notwendig. Ein länderübergreifendes Biosphärenreservat böte die Chance, die Potenziale der Region noch besser nutzen“, bekräftigt Frank Augsten abschließend.

Hintergrund: Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsfraktionen CDU und SPD festgehalten, die Einrichtung eines Biosphärenreservats im Südharz im Rahmen eines Moderationsprozesses bis 2012 zu prüfen. Umweltminister Reinholz hat sich in der Aussprache zum bündnisgrünen Antrag klar gegen die Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservates ausgesprochen.
Autor: nnz

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Kommentare
I.H.
14.12.2012, 14:15 Uhr
Schon wieder der?
Um es mal lapidar auszudrücken geht mir dieses ganze Reservatgedöns langsam sonst wo vorbei. Mit Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Nationalpark Harz, Hainich, Haste und Siehstenich Park haben wir hier wahrscheinlich die höchste Reservatsdichte der Milchstraße.

Was mich aber bewegt ist, dass der Alles-Experte E.P. offenbar wieder antritt. kann das mal bitte irgend jemand aus der CDU bestätigen? Ich muss den Experten geographisch zwar nicht wählen, wäre aber aus leichter Angefressenheit darüber auch bereit, andere CDU Kandidaten dafür abzustrafen. Denn soweit ich weiß, stellt sich E.P. ja nicht alleine auf. Weiß wer was Genaues?
Bodo Schwarzberg
14.12.2012, 14:33 Uhr
Grüne: Erklärt den Leuten das Reservat!
Es reicht nicht, sich von einer kleinen zur nächsten kleinen Anfrage an die Landesregierung zu hangeln, um danach festzustellen, was man vorher schon wusste: dass sie eine ganz andere Meinung als man selbst hat. Andererseits begrüße ich die Tatsache, dass sich Herr Adams die Idee eines länderübergreifenden Reservates offenbar zu eigen macht.

Aus der Reaktion der Landesregierung und von Herrn Primas kann es aber in diesem Kontext nur eine folgerichtige Aufgabe geben: Geht unter die Leute und erklärt ihnen das Biosphärenreservat. Die CDU tut dies bestimmt nicht und die SPD ist viel zu schwach. Stoßt einen Diskussionsprozess an und erzeugt Vertrauen in der Bevölkerung und auch in der Wirtschaft.

Hierzu gibt es viele Möglichkeiten: Gäste aus dem BR Südharz in Sachsen-Anhalt, Vertreter des BR Rhön könnten als Protagonisten einer erfolgsgeschichte zu öffentlichen Veranstaltungen eingeladen werden.

Wichtig wäre es dabei, die Chancen eines BR herauszustellen und den Leuten überhaupt erst einmal zu sagen, was ein BR will und ist. Das Kunststück besteht darin, den Leuten zu sagen, das BR ist für sie und die Region eine größere Chance, als dessen Verhinderung. Wichtig ist es Unwissenheit zu beseitigen. Nur was man kennt, isst man auch.
Modern
14.12.2012, 17:03 Uhr
Grün? Kannste knicken!
Wir sollten erstmal Arbeitsplätze in unserer Region schaffen als so ein unnötigen Park enstehen zulassen. Ständig wird von Seiten der Grünen Kritik geübt über Bauprojekte (Industriegebiet), Windkraftanlagen, enstehung von Pumpspeicherkraftwerken usw. Liebe Grünen setzt Euch erstmal für Arbeitsplätze ein, die wichtig für unseren Kreis sind und blockiert nicht Projekte die das Fördern. Wen Arbeitsplätze da sind und auch Geld in die Kassen kommt können wir nochmal über so einem Park reden.

Ach und zum Thema Egon Primas will sich zur nächsten Wahl aufstellen lassen. Da kann ich nur eins sagen Abwarten Tee trinken, bis zur nächsten Wahl fließt noch viel Wasser die Zorge hinunter.
andreas66
14.12.2012, 19:42 Uhr
Wer will...
denn eigentlich Umwelt- und Naturschutz. Das ist doch in Deutschland wie zu Pferde gegen Windmühlen kämpfen. Aber es ist gut das es ein paar Tapfere und Unerschrockene gibt, die dafür kämpfen und eintreten. Bloß wie sieht es hinter Deutschlands Grenzen aus. Da werden AKW´s ohne Rücksicht auf Verluste weiter betrieben.

In Amerika träumt man aufgrund von Fracking, der neuen aber sehr umweltschädlichen Art der Erdölförderung, vom Spitzenplatz unter den Erdölförderländern. Da herrscht wieder Goldgräberstimmung ohne Rücksicht auf den Umwelt- und Naturschutz. Die Gier nach Profit steht über allem.
meiner meinung nach
15.12.2012, 12:06 Uhr
Es wird Zeit...
...dass so gestrige Politiker wie Herr Primas endlich mal aufhören, ihr Unwesen zu treiben.
Auch für einen "Umweltminister" ist das einfach nur peinlich, er sollte am besten seinen Hut nehmen, weil er seinen Aufgaben nicht gerecht wird. Das ist doch die reinste Klientelpolitik. Im wesentlichen geht es nur um den Gipsabbau... und der bringt wahrscheinlich nicht einen zusätzlichen Arbeitsplatz, zerstört aber die Landschaft. Ein Biosphärenreservat schließt außerdem ja nicht aus, dass sich hier auch noch Industrieunternehmen ansiedeln. Plätze dafür sind ja genug ausgewiesen...

Schlimm genug, daß hier viele gar nicht begreifen ,dass mit Landschaft und Ökologie und einem überregionalen Tourismuskonzept wahrscheinlich viel mehr Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Aber diesbezüglich herrscht in dieser Region Tiefschlaf (man betrachte z.B. nur einmal das rudimentäre Internetangebot des Tourismusverbandes, die es z.B. noch immer nicht geschafft haben, mal ein fremdsprachliches Angebot zu erstellen).
Von so viel Untätigkeit und Ignoranz kann man nur die Nase voll haben...
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