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Sa, 14:20 Uhr
15.12.2012

nnz-Forum: Zitate zu unserer Zukunft (6)

Immer mal wieder werden wir Umwelt- und Naturschützer mit der Meinung konfrontiert, unsere Ansichten seien weltfremd, nicht zeitgemäß oder gar wirtschafts- und zukunftsfeindlich. Tatsache jedoch ist, dass wir unsere Informationen aus Publikationen renommierter Institute oder einzelner Persönlichkeiten entnehmen. Viele von ihnen sind international hoch angesehen...


Neben eigenen Beobachtungen zur Lage unserer Umwelt, die ich in der nnz ab und an darstelle, möchte ich in loser Folge nun auch einige Wissenschaftler, Politiker oder Ökonomen in aller Kürze zu Wort kommen lassen. Die Zitate sind meist längeren Texten entnommen. Anhand der Quellenangabe kann sich jede nnz-Leserin und jeder nnz-Leser in die jeweilige Problematik vertiefen.

Es wird versucht, jeweils mehrere aufeinander folgende Zitate inhaltlich auseinander hervorgehen zu lassen. Auf diese Weise sollen kleine Argumentationsketten entstehen bzw. ein "Informationsaustausch" zwischen den oftmals prominenten Urhebern der Zitate, der sich in Wirklichkeit viel zu wenig vollzieht oder aber nicht vollziehen kann, weil die genannten Urheber eventuell zu vollkommen unterschiedlichen Zeiten gelebt haben. Auch ein "Informationsaustausch" zu unserer Zukunft über Jahrhunderte hinweg ist also möglich.

Das heutige Zitat leitet eine neue kleine Serie ein:

Heute: Friedrich Engels (1820 bis 1895), deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Journalist und kommunistischer Revolutionär (Angaben laut wikipedia)

„Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andre, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben.“
Bodo Schwarzberg

Quelle: ENGELS, F. (1996): Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen. – Die Neue Zeit 14 (2): 545-554. In: ENGELS, F. (1975) Dialektik der Natur. Dietz-Verlag Berlin.
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Chefkoch
15.12.2012, 23:06 Uhr
Armageddon statt Krippenspiel
Herr Schwarzberg hat die ehrenwerte Aufgabe auf sich genommen, in dieser so konsumverliebten Vorweihnachtszeit den Nordhäuser Bürger zum ökologischen Innehalten zu ermahnen. Sozusagen eine grüne Alternative zum manchmal nervend frömmelnden Menscheln in dieser heiligen Zeit. Seit dem 7. Dezember bekommen wir nun in kleinen Dosierungen den Zeigefinger der ökologischen Apokalypse vorgehalten.

Autoritäten werden Katastrophen beschwörend zitiert, auf dass dem Glühweintrinkende Normalbürger sein Schokoladenweihnachtsmann im Halse stecken bleibe. Ich halte das für eine erfrischende Alternative zum drögen Nordhäuser Weihnachtsmarkt, eine nette Form der weihnachtlichen Gruselunterhaltung. Nur Vorsicht! Bei zu strengem Frost ist es besser den erhobenen moralischen Zeigefinger in einen Handschuh zu packen. Er könnte sonst abfrieren.

Mit den Zitaten ist das allerdings so eine Sache. Der alte Marx sagte mal, dass er angesichts derer, die ihn gerne zitieren, nur eines wisse, nämlich dass er kein Marxist sei. Und bei Friedrich Engels dürfte Herr Schwarzberg sich etwas vergriffen haben. Der gute Frederick ist mitnichten ein Stammvater des grünen Wutbürgers anno 2012. An dessen kleinbürgerlichen Vorläufern von 1848 lässt Engels an mehreren Stellen kein gutes Haar.

Und die Ökologie als Bewegung und Wissenschaft im heutigen Verständnis gab es 1876 zur Entstehungszeit der Schrift noch nicht. Wohl aber das, was Engels mit seiner Arbeit auf Grundlagen des damaligen Standes der Entwicklung der Wissenschaft zu propagieren gedachte: den Historischen Materialismus.

Dessen Grundthese ist, dass der Mensch und seine Geschichte Produkte der Arbeit und der aus ihr entspringenden sozialen Verhältnisse sind. Zu dieser Auffassung gehört ein grundsätzlicher Fortschrittsoptimismus, der den heutigen Grünen genau so fremd ist, wie einem Engels, lebte er heute, grüne Grundthesen als reaktionär erscheinen würden. Nur einen Absatz nach dem von Herrn Schwarzberg zitierten wird dieser Fortschrittsoptimismus, der dem Marxismus immanent ist, deutlich:

„Und in der Tat lernen wir mit jedem Tag ihre [der Natur] Gesetze richtiger verstehn und die näheren und entfernteren Nachwirkungen unsrer Eingriffe in den herkömmlichen Gang der Natur erkennen. Namentlich seit den gewaltigen Fortschritten der Naturwissenschaft in diesem Jahrhundert werden wir mehr und mehr in den Stand gesetzt, auch die entfernteren natürlichen Nachwirkungen wenigstens unsrer gewöhnlichsten Produktionshandlungen kennen und damit beherrschen zu lernen. Je mehr dies aber geschieht, desto mehr werden sich die Menschen wieder als Eins mit der Natur nicht nur fühlen, sondern auch wissen, und je unmöglicher wird jene widersinnige und widernatürliche Vorstellung von einem Gegensatz zwischen Geist und Materie, Mensch und Natur, Seele und Leib, wie sie seit dem Verfall des klassischen Altertums in Europa aufgekommen und im Christentum ihre höchste Ausbildung erhalten hat.“ (Karl Marx/ Friedrich Engels - Werke. Dietz Verlag, Berlin. Band 20. Berlin/DDR. 1962. »Dialektik der Natur«, S. 453)

Mit einem „Zurück zu einer unberührten Natur“ hat das nichts, aber auch absolut nichts zu tun. Den Marxisten des 19. Jahrhunderts ging es um die Beherrschung der Gesetze der Natur, letztlich der sozialen Natur, als Grundlage der Befreiung des Menschen. Das Mittel dafür sahen sie im Fortschritt von Wissenschaft, Produktion und Kultur.

Ich freue mich auf die weitere Serie von Zitaten und sage Herrn Schwarzberg schon jetzt dafür Dank. Eine schöne, gruselige Weihnachtszeit noch wünscht

Klaus-Uwe Koch, ein Liberaler aus Nordhausen
Janko
16.12.2012, 09:16 Uhr
wer schreibt denn eigentlich...
...immer diese "zitate zur zukunft"?
dem inhalt und dem stil nach würde ich ja auf herrn schwarzberg tippen, aber müsste das nicht irgendwo stehen?
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Anmerkung der Red: Ist jetzt ergänzt
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