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So, 19:31 Uhr
20.09.2015
Tucholsky Abend in der Dichterstätte

Wenn die Igel in der Abendstunde

Er gilt als einer der Väter des Kabarett, war aber auch Journalist, Herausgeber, Lyriker, Romanautor und nicht zuletzt Gesellschaftskritiker - die Dichterstätte Sarah Kirsch widmet Kurt Tucholsky anlässlich seines 80. Todestages einen ganzen Abend mit Gedichten und Prosatexten des alten Meisters...

Zu einer Lesung am 26. September um 14.30 Uhr laden wir herzlich in die „Dichterstätte Sarah Kirsch“ nach Limlingerode ein. Es werden Gedichte und Prosatexte von Kurt Tucholsky (1890 - 1935) vorgetragen. Anlass ist der 80.Todestag des deutschen Schriftstellers, Dichters und Journalisten, der sich im Exil in Göteborg das Leben nahm. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

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Kurt Tucholsky zählte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und Mitherausgeber der Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Liedtexter, Romanautor, Lyriker, Satiriker, Kabarettautor und Kritiker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten - vor allem in Politik, Militär und Justiz - und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Der Autor reiht sich mit seiner Mischung aus Dichtung und journalistischem Schreiben in ein typisches Phänomen seiner Zeit ein, in der sich eine Anzahl von Schriftstellern wie Erich Kästner und Egon Erwin Kisch auch des politisch-publizistischen und literarischen Schreibens bedienten. Der Umstand, dass Tucholskys Gedichte häufig politisch motiviert waren und auf aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen basierten, verstärkte den Eindruck eines „Chronisten seiner Zeit“.

Journalisten wie er hätten Erfolg, aber keine Wirkung, schon gar nicht über den Tag hinaus, meinte Tucholsky. Er widerlegte diese These jedoch durch sein Werk, das bis heute gelesen wird.

Doch, wer war der Mensch hinter diesem Werk? Darum soll es hauptsächlich in unserem Programm gehen. Zu hören sind seine Gedichte, einige seiner Lieder und auch eine kleine Auswahl seiner Briefe an Mary Gerold, seiner zweiten Frau und späteren Nachlassverwalterin. Diese Briefe wurden durch die Nazizeit hindurch gerettet und von Fritz J. Raddatz1962 in verkürzter und 1982 in vollständiger Fassung herausgegeben: „Kurt Tucholsky / Unser ungelebtes Leben - Briefe an Mary“. Sie müssen zu den ungewöhnlichsten Funden der Literatur des 20. Jahrhunderts gezählt werden, so der Herausgeber. Also, herzlich Willkommen in Limlingerode!
Uta und Jürgen Straube
Autor: red

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