Di, 12:51 Uhr
22.09.2015
Naturpark-Wirte ausgezeichnet
Regional, Saisonal, Gastlich
Die Gastronomie ist ein hartes Geschäft, da spart mancher Wirt gerne mit dem Gang zum Großmarkt. Es gibt auch Gaststätten, die führen tatsächliche Spezialitäten aus der Region. In der Wolfsmühle im beschaulichen Rodishain wurden sechs Gasthäuser heute als "Naturpark - Wirte" ausgezeichnet...
Es ist ruhig und beschaulich in Rodishain, ab und an zerreißt das blöken einer Kuh oder das rattern einers Traktors die Stille, ansonsten ist Natur pur und der Südharzer Wald erstreckt sich gerade mal hundert Meter hinter dem Gasthof "Wolfsmühle".
Hierher hatte man heute geladen, um die "Wolfsmühle" und fünf weitere Gasthäuser aus der Region als "Naturpark-Wirte" auszuzeichnen. Wichtigstes Kriterium für die Ehrung: die Häuser müssen mindestens zwei Gerichte ganzjährig auf ihrer Karte führen, deren Hauptzutat aus der Region, am besten direkt aus dem Naturpark Südharz kommt, erklärte Christian Schelauske vom Naturpark.
In der Wolfsmühle sind das Galloway- Roulade und Galloway-Bockwurst. Die "Fleischlieferanten" kommen nicht fertig verpackt aus irgendeinem Kühlhaus, sondern von der heimischen Weide hinter dem Hof. Chefkoch Robert Hempel schlachtet und verarbeitet seine Ware selbst. Das ist teurer als der Einkauf auf dem Großmarkt, schmeckt aber auch deutlich besser. Spargel und Kartoffeln kommen aus Windehausen, das Wild aus den drei angrenzenden Jagdgebieten. Der Familienbetrieb habe sich gut etabliert, sagt Hempel, "die Reiseregion Harz macht sich wieder".
Spezialitäten von der eigenen Weide - in der Wolfsmühle in Rodishain wurden heute Wirte ausgezeichnet, die auch regionale Spezialitäten führen (Foto: Angelo Glashagel)
Und so ist denn auch die Aktion zu verstehen, als Werbung für die Region und ihre Produkte. Anregung dazu kam aus Baden-Württemberg, wo der Südschwarzwald ähnliches auf die Beine gestellt hat. Insgesamt hatte man 16 Wirte angeschrieben, am Ende haben sich sechs herauskristallisiert, die nun ihre Auszeichnung erhielten. Der Burggasthof zu Hohenstein ist mit seinen Wildgerichten vertreten, Rotkohl mit Klößen und Bachforelle sind die Spezialität im Gasthaus Poppenbergs Ruh in Ilfeld, guten Fisch aus heimischen Gewässern kommt in der Neustädter Herrenwiese auf den Teller, außerdem gibt es hier auch selbstgemachten Kuchen und Eis. Im Ilfelder Schützenhaus kann man leckeres vom Lamm aus eigener Zucht genießen und auch auf der Ziegenalm in Sophienhof stehen die "Lieferanten" auf der Weide und sorgen für Käse- und Fleischspezialitäten.
Zur Auszeichnung war auch Landrat Matthias Jendricke erschienen. Zur Zeit erhalte der Tourismus nicht die Aufmerksamkeit, die er verdiene, meinte Jendricke und begrüßte die Aktion. Man habe lange um den Naturpark Südharz gekämpft, danach sei man aber "stiefmütterlich" mit dem Naturerlebnis umgegangen, das solle sich ändern. Neue Impulse erhofft sich Jendricke von der näheren Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis. Als Tourist habe man meist größere Regionen im Blick, da passe die enge Verbundenheit zwischen Südharz und Kyffhäuser sehr gut.
Und es müssen ja nicht nur Touristen aus fernen Ländern und Landesteilen sein, die sich in verborgene Ecken wie die Wolfsmühle verirren. Auch der eine oder andere Einheimische lässt sich mit dem Hinweis auf regionale Qualität vielleicht einmal auf eine Tagesausflug zu den "Naturpark-Wirten" locken.
Angelo Glashagel
Autor: redEs ist ruhig und beschaulich in Rodishain, ab und an zerreißt das blöken einer Kuh oder das rattern einers Traktors die Stille, ansonsten ist Natur pur und der Südharzer Wald erstreckt sich gerade mal hundert Meter hinter dem Gasthof "Wolfsmühle".
Hierher hatte man heute geladen, um die "Wolfsmühle" und fünf weitere Gasthäuser aus der Region als "Naturpark-Wirte" auszuzeichnen. Wichtigstes Kriterium für die Ehrung: die Häuser müssen mindestens zwei Gerichte ganzjährig auf ihrer Karte führen, deren Hauptzutat aus der Region, am besten direkt aus dem Naturpark Südharz kommt, erklärte Christian Schelauske vom Naturpark.
In der Wolfsmühle sind das Galloway- Roulade und Galloway-Bockwurst. Die "Fleischlieferanten" kommen nicht fertig verpackt aus irgendeinem Kühlhaus, sondern von der heimischen Weide hinter dem Hof. Chefkoch Robert Hempel schlachtet und verarbeitet seine Ware selbst. Das ist teurer als der Einkauf auf dem Großmarkt, schmeckt aber auch deutlich besser. Spargel und Kartoffeln kommen aus Windehausen, das Wild aus den drei angrenzenden Jagdgebieten. Der Familienbetrieb habe sich gut etabliert, sagt Hempel, "die Reiseregion Harz macht sich wieder".
Spezialitäten von der eigenen Weide - in der Wolfsmühle in Rodishain wurden heute Wirte ausgezeichnet, die auch regionale Spezialitäten führen (Foto: Angelo Glashagel)
Und so ist denn auch die Aktion zu verstehen, als Werbung für die Region und ihre Produkte. Anregung dazu kam aus Baden-Württemberg, wo der Südschwarzwald ähnliches auf die Beine gestellt hat. Insgesamt hatte man 16 Wirte angeschrieben, am Ende haben sich sechs herauskristallisiert, die nun ihre Auszeichnung erhielten. Der Burggasthof zu Hohenstein ist mit seinen Wildgerichten vertreten, Rotkohl mit Klößen und Bachforelle sind die Spezialität im Gasthaus Poppenbergs Ruh in Ilfeld, guten Fisch aus heimischen Gewässern kommt in der Neustädter Herrenwiese auf den Teller, außerdem gibt es hier auch selbstgemachten Kuchen und Eis. Im Ilfelder Schützenhaus kann man leckeres vom Lamm aus eigener Zucht genießen und auch auf der Ziegenalm in Sophienhof stehen die "Lieferanten" auf der Weide und sorgen für Käse- und Fleischspezialitäten.
Zur Auszeichnung war auch Landrat Matthias Jendricke erschienen. Zur Zeit erhalte der Tourismus nicht die Aufmerksamkeit, die er verdiene, meinte Jendricke und begrüßte die Aktion. Man habe lange um den Naturpark Südharz gekämpft, danach sei man aber "stiefmütterlich" mit dem Naturerlebnis umgegangen, das solle sich ändern. Neue Impulse erhofft sich Jendricke von der näheren Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis. Als Tourist habe man meist größere Regionen im Blick, da passe die enge Verbundenheit zwischen Südharz und Kyffhäuser sehr gut.
Und es müssen ja nicht nur Touristen aus fernen Ländern und Landesteilen sein, die sich in verborgene Ecken wie die Wolfsmühle verirren. Auch der eine oder andere Einheimische lässt sich mit dem Hinweis auf regionale Qualität vielleicht einmal auf eine Tagesausflug zu den "Naturpark-Wirten" locken.
Angelo Glashagel



