Mo, 08:22 Uhr
21.06.2004
Keine Antwort ist auch eine Antwort
Nordhausen/Scharzfeld (nnz). Die Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz kümmert sich seit Jahren um den Erhalt und den Ausbau des Schienensystems im Südharz. Dazu nerven deren Mitglieder Abgeordnete oder Minister. Auch den im Bund für den Verkehr verantwortliche Herrn Stolpe...
"Keine Antwort ist auch eine Antwort" - an dieses Sprichwort fühlt sich die Initiative seit Eingang eines Antwortschreibens des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Manfred Stolpe erinnert. Zwar ist eine Antwort da, doch nimmt sie in keiner Weise zu den konkret gestellten Fragen Stellung. "Höchste Eisenbahn" hatte bei Minister Stolpe angefragt, warum die zugesagten 2,5 Milliarden Euro Bundesmittel für den Erhalt des Bestandsnetzes der Deutschen Bahn noch immer nicht freigegeben sind und auf die Folgen einer weiter verschleppten Sanierung im Südharz hingewiesen.
Die Antwort eines Herrn Hans-Dieter Müller vom Referat EW 15: Das geht uns alles nichts an, wir weisen die Mittel pauschal zu, und was die Bahn damit macht, ist ihre Sache. Pardon, Herr Müller: Das hatten wir gar nicht gefragt! Denn um die eigentliche Sache, nämlich die Verschleppung der Mittelfreigabe, macht das Ministerium einen sauberen Bogen. Weiter und wörtlich: "Es liegt in der Verantwortung der Eisenbahninfrastrukturunternehmen…, diese Pauschalen … auf die einzelnen Maßnahmen zu verteilen oder - sofern Mittel für Ersatzinvestitionen nicht verfügbar sind - den ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen durch geeignete Instandhaltungsmaßnahmen aus Eigenmitteln sich zu stellen."
Und schon drehen wir uns munter im Kreise. Die DB Netz teilt mit: Wir wollen schon, haben aber das Geld vom Bund noch nicht. Der Bund teilt mit: Wir weisen pauschal zu, was die Bahn damit macht, ist ihre Sache. Hat sie nun zugewiesen? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Und im Strudel dieses Nicht-Wollens und Nicht-Könnens drohen wieder einmal die Interessen des Südharzes unterzugehen.
Als letzten möglichen Termin für die mögliche Einleitung von Baumassnahmen war seitens DB Netz Mitte Juni 2004 genannt worden. Dieser Termin scheint verstrichen zu sein, ohne dass es zu irgendwelchen Aktivitäten gekommen ist.
Rasengleis vorerst verhindert
Ab und an gibt es doch noch positive Nachrichten von der Südharzstrecke. In den vergangenen Jahren hatte "Höchste Eisenbahn" den ständig zunehmenden Grünbewuchs auf den Gleisen zwischen Ellrich und Herzberg beklagt, nicht zuletzt wegen der davon ausgehenden Gefahren für den Oberbau. Irgend etwas muss geschehen sein, denn inzwischen welken die kleinen Bäume und Büsche, die sich in den Jahren des Nichtstuns entwickelt haben, merklich vor sich hin. Die beiden Gleise machen einen deutlich besseren Eindruck. Zwar wären uns Bagger und Baumaschinen lieber, aber immerhin…
Michael Reinboth
Autor: nnz"Keine Antwort ist auch eine Antwort" - an dieses Sprichwort fühlt sich die Initiative seit Eingang eines Antwortschreibens des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Manfred Stolpe erinnert. Zwar ist eine Antwort da, doch nimmt sie in keiner Weise zu den konkret gestellten Fragen Stellung. "Höchste Eisenbahn" hatte bei Minister Stolpe angefragt, warum die zugesagten 2,5 Milliarden Euro Bundesmittel für den Erhalt des Bestandsnetzes der Deutschen Bahn noch immer nicht freigegeben sind und auf die Folgen einer weiter verschleppten Sanierung im Südharz hingewiesen.
Die Antwort eines Herrn Hans-Dieter Müller vom Referat EW 15: Das geht uns alles nichts an, wir weisen die Mittel pauschal zu, und was die Bahn damit macht, ist ihre Sache. Pardon, Herr Müller: Das hatten wir gar nicht gefragt! Denn um die eigentliche Sache, nämlich die Verschleppung der Mittelfreigabe, macht das Ministerium einen sauberen Bogen. Weiter und wörtlich: "Es liegt in der Verantwortung der Eisenbahninfrastrukturunternehmen…, diese Pauschalen … auf die einzelnen Maßnahmen zu verteilen oder - sofern Mittel für Ersatzinvestitionen nicht verfügbar sind - den ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen durch geeignete Instandhaltungsmaßnahmen aus Eigenmitteln sich zu stellen."
Und schon drehen wir uns munter im Kreise. Die DB Netz teilt mit: Wir wollen schon, haben aber das Geld vom Bund noch nicht. Der Bund teilt mit: Wir weisen pauschal zu, was die Bahn damit macht, ist ihre Sache. Hat sie nun zugewiesen? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Und im Strudel dieses Nicht-Wollens und Nicht-Könnens drohen wieder einmal die Interessen des Südharzes unterzugehen.
Als letzten möglichen Termin für die mögliche Einleitung von Baumassnahmen war seitens DB Netz Mitte Juni 2004 genannt worden. Dieser Termin scheint verstrichen zu sein, ohne dass es zu irgendwelchen Aktivitäten gekommen ist.
Rasengleis vorerst verhindert
Ab und an gibt es doch noch positive Nachrichten von der Südharzstrecke. In den vergangenen Jahren hatte "Höchste Eisenbahn" den ständig zunehmenden Grünbewuchs auf den Gleisen zwischen Ellrich und Herzberg beklagt, nicht zuletzt wegen der davon ausgehenden Gefahren für den Oberbau. Irgend etwas muss geschehen sein, denn inzwischen welken die kleinen Bäume und Büsche, die sich in den Jahren des Nichtstuns entwickelt haben, merklich vor sich hin. Die beiden Gleise machen einen deutlich besseren Eindruck. Zwar wären uns Bagger und Baumaschinen lieber, aber immerhin…
Michael Reinboth

