Mi, 22:52 Uhr
20.04.2016
Gipsabbauvorhaben Am Kuhberg vorgestellt
Salamitaktik mit sechs LKWs
In Niedersachswerfen trafen sich heute die Gemeinderäte von Harztor zu ihrer Sitzung. Das Interesse der Bürger war so groß, dass die aufgebauten Stuhlreihen nicht annähernd reichten, denn es ging um das Abbauvorhaben von Saint-Gobain Formula auf dem Gebiet Am Kuhberg in der Nähe von Harzungen...
Rund 40 Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachswerfen, Harzungen und Neustadt waren zur heutigen Gemeinderatssitzung gekommen, um sich den Vortrag des Werksleiters Elmar Zimmer aus Walkenried anzuhören und um zu erfahren, wie sich die Gemeinderäte in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Bergamt äußern würden. Nach Informationen der nnz-online wurde neben der negativen Stellungnahme auch eine positive Äußerung gegenüber dem Landesbergamt erarbeitet.
Diese Stellungnahme zum Antrag der Saint-Gobain Formula GmbH sollte eigentlich im öffentlichen Teil der Sitzung beschlossen werden. Sie wurde aber, wie auch eine Diskussion der Gemeinderäte über das Abbauvorhaben, mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen auf Antrag der UWL-Fraktion auf den nichtöffentlichen Teil verschoben. Die Gemeinderäte wollten sich erst einmal selbst ein Bild machen, hieß es in der Begründung von Harztor Bürgermeister Stephan Klante (CDU). Viel Zeit dafür haben sie nicht mehr, denn bis nächsten Mittwoch muss dieses Schreiben beim Bergamt eingegangen sein. Warum mit diesem wichtigen Schreiben so lange gewartet wurde ist unklar.
Die Ackerflächen für den Abbau wurden bereits von Saint-Gobain Formula gekauft, informierte Elmar Zimmer in seinem Vortrag. Allerdings mit der Auflage, diese nur für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Dagegen gehen wir gerade vor, erklärte der Werkleiter aus Walkenried. Weiterhin bestehen für diese Flächen Pachtverträge, die geprüft werden müssen. Der Weg zur Abbaufläche ist öffentlich, gehört also der Kommune. Sechs LKW-Fuhren pro Tag sind für den Abbau Am Kuhberg und sechs LKW-Fuhren für die Abbaufläche Günzdorf eingeplant.
Geplant ist ein kleinflächiger Abbau auf rund 3 Hektar ab 2018 für 12 Jahre – vorerst. Hier wird wieder nach der Salamitaktik verfahren, bemerkte Gabriela Sennecke, die sich seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt der Südharzer Gipskarstlandschaft einsetzt. Stück für Stück soll dann das Abbaufeld erweitert werden. So werden aus 12 Jahren schnell 25 Jahre oder noch mehr. Dieses naturschutzwertvolle Gebiet ist im Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht als Abbaugebiet vorgesehen, ergänzt sie.
Der Kampf für den Erhalt der Gipskarstlandschaft Am Kuhberg wurde nötig, da das Bergamt einen ablehnenden Bescheid aus dem Jahr 2001 nicht mit Argumenten unterlegt hat, erklärte Elke Blanke den Anwesenden. Das Unternehmen Saint-Gobain Formula mit dem Zweigwerk in Walkenried betreibt insgesamt drei Steinbrüche mit einem Vorrat für mindestens 40 Jahre.
Was ist wird akzeptiert aber nicht mehr, äußerte Heidi Schell, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes in ihrer Stellungnahme. Sie sollten kein Terrain preisgeben und keinen Präzedenzfall für die Gipsunternehmen schaffen, warnte sie eindringlich. In Erfurt ist ein Verfahren anhängig, das Gebiet Am Kuhberg als Naturschutzgebiet auszuweisen. Sollte es zu einem Klageweg kommen, werden wir vom BUND die Gemeinde unterstützen, versprach Schell.
Auch Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt (CDU) zeigte sich besorgt über die Abbauvorhaben. Es sollten wieder die Arbeitsplätze der Gipsindustrie gegen die im Tourismus ausgespielt werden, resümierte er. Neustadt ist vom Vorhaben Am Kuhberg zwar nicht direkt betroffen, kämpft aber seit mehreren Jahren gegen einen Steinbruch in Günzdorf.
Weitere Abbauflächen liegen nicht im öffentlichen Interesse, dass sollte auf der heutigen Gemeinderatssitzung deutlich geworden sein.
Die Gemeinde hat in ihrer Stellungnahme auf ihre Bedenken zum Abbauvorhaben hingewiesen, erklärte Bürgermeister Stephan Klante (CDU) nach Abschluss der Sitzung.
Sandra Witzel
Autor: swiRund 40 Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachswerfen, Harzungen und Neustadt waren zur heutigen Gemeinderatssitzung gekommen, um sich den Vortrag des Werksleiters Elmar Zimmer aus Walkenried anzuhören und um zu erfahren, wie sich die Gemeinderäte in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Bergamt äußern würden. Nach Informationen der nnz-online wurde neben der negativen Stellungnahme auch eine positive Äußerung gegenüber dem Landesbergamt erarbeitet.
Diese Stellungnahme zum Antrag der Saint-Gobain Formula GmbH sollte eigentlich im öffentlichen Teil der Sitzung beschlossen werden. Sie wurde aber, wie auch eine Diskussion der Gemeinderäte über das Abbauvorhaben, mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen auf Antrag der UWL-Fraktion auf den nichtöffentlichen Teil verschoben. Die Gemeinderäte wollten sich erst einmal selbst ein Bild machen, hieß es in der Begründung von Harztor Bürgermeister Stephan Klante (CDU). Viel Zeit dafür haben sie nicht mehr, denn bis nächsten Mittwoch muss dieses Schreiben beim Bergamt eingegangen sein. Warum mit diesem wichtigen Schreiben so lange gewartet wurde ist unklar.
Die Ackerflächen für den Abbau wurden bereits von Saint-Gobain Formula gekauft, informierte Elmar Zimmer in seinem Vortrag. Allerdings mit der Auflage, diese nur für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Dagegen gehen wir gerade vor, erklärte der Werkleiter aus Walkenried. Weiterhin bestehen für diese Flächen Pachtverträge, die geprüft werden müssen. Der Weg zur Abbaufläche ist öffentlich, gehört also der Kommune. Sechs LKW-Fuhren pro Tag sind für den Abbau Am Kuhberg und sechs LKW-Fuhren für die Abbaufläche Günzdorf eingeplant.
Geplant ist ein kleinflächiger Abbau auf rund 3 Hektar ab 2018 für 12 Jahre – vorerst. Hier wird wieder nach der Salamitaktik verfahren, bemerkte Gabriela Sennecke, die sich seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt der Südharzer Gipskarstlandschaft einsetzt. Stück für Stück soll dann das Abbaufeld erweitert werden. So werden aus 12 Jahren schnell 25 Jahre oder noch mehr. Dieses naturschutzwertvolle Gebiet ist im Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht als Abbaugebiet vorgesehen, ergänzt sie.
Der Kampf für den Erhalt der Gipskarstlandschaft Am Kuhberg wurde nötig, da das Bergamt einen ablehnenden Bescheid aus dem Jahr 2001 nicht mit Argumenten unterlegt hat, erklärte Elke Blanke den Anwesenden. Das Unternehmen Saint-Gobain Formula mit dem Zweigwerk in Walkenried betreibt insgesamt drei Steinbrüche mit einem Vorrat für mindestens 40 Jahre.
Was ist wird akzeptiert aber nicht mehr, äußerte Heidi Schell, Vorsitzende des BUND Kreisverbandes in ihrer Stellungnahme. Sie sollten kein Terrain preisgeben und keinen Präzedenzfall für die Gipsunternehmen schaffen, warnte sie eindringlich. In Erfurt ist ein Verfahren anhängig, das Gebiet Am Kuhberg als Naturschutzgebiet auszuweisen. Sollte es zu einem Klageweg kommen, werden wir vom BUND die Gemeinde unterstützen, versprach Schell.
Auch Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt (CDU) zeigte sich besorgt über die Abbauvorhaben. Es sollten wieder die Arbeitsplätze der Gipsindustrie gegen die im Tourismus ausgespielt werden, resümierte er. Neustadt ist vom Vorhaben Am Kuhberg zwar nicht direkt betroffen, kämpft aber seit mehreren Jahren gegen einen Steinbruch in Günzdorf.
Weitere Abbauflächen liegen nicht im öffentlichen Interesse, dass sollte auf der heutigen Gemeinderatssitzung deutlich geworden sein.
Die Gemeinde hat in ihrer Stellungnahme auf ihre Bedenken zum Abbauvorhaben hingewiesen, erklärte Bürgermeister Stephan Klante (CDU) nach Abschluss der Sitzung.
Sandra Witzel










