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Mo, 20:56 Uhr
16.08.2004

2.500 an einem Montagabend

Nordhausen (nnz). Marion Schmidt und Petra Wenkel haben es mit ihren Protesten wieder geschafft: Es kamen noch mehr Menschen auf den Nordhäuser Rathausplatz als in der vorigen Woche. Die nnz war für Sie wieder dabei und hat interessante Veränderungen notiert.


2.500 an einem Montagabend (Foto: nnz) 2.500 an einem Montagabend (Foto: nnz)

Natürlich gab es an diesem Montagabend wieder Sprüche wie: Herr Bundeskanzler, lösen Sie das Volk auf! Doch die Redner hatten wesentlich mehr Qualität zu bieten. Viele von ihnen beriefen sich auf das Grundgesetz dieser Republik, auf die Würde des Menschen. Und zu dieser Würde gehöre eben auch das Recht auf Arbeit, und das zu einem menschenwürdigen Lohn.

Kritik gab es massiv an den Parteien, die schon lange nicht mehr für die da seien, die sie einst gewählt hätten. Man dürfe in diesen Protesten nicht nachlassen, auch wenn die CDU in Form von „Frau Merkel“ die Macht habe, würde es nicht besser werden. Den Politikern würde es lediglich um Macht und ihre Diäten gehen. Übrigens wurde von einem Redner eine Diätensteuer verlangt, für die es natürlich sehr viel Beifall gab.

Und dann wurde noch eine andere Zielgruppe als Übel fast alles Bösen ausgemacht: Die Beamten. Bei denen solle gestrichen werden, sie sollten endlich nach Leistung bezahlt werden. Und schließlich würden die Minister in Berlin und anderswo sowie so lügen, dass sich die Balken biegen. Es wurden hin und wieder allerdings Warnungen ausgestoßen: „Wir haben schon einmal eine Regierung zum Teufel gejagt – und das trotz Gefahr, von Panzern überrollt zu werden.“

Den Demonstranten ging es heute nicht mehr nur um die Rücknahme von Hartz IV. Der protestierende Teil des Volkes – so scheint es - macht langsam aber sicher gegen das System mobil. „Was ist das für ein System, dass Menschen von Rügen zur Arbeit in den Schwarzwald deportiert?“, fragte ein Redner in die Menge hinein. Er beantwortete die Frage selbst und die Masse johlte: „Apartheit – made in Germany!“

Ein Vertreter der PDS verkündete denn, dass am vergangenen Montag 720 Unterschriften gegen Hartz IV gesammelt und an den Petitionsausschuß des Bundestages geschickt. Gleiches werde man auch diesmal tun. Und so unterschrieben jung und alt, Nordhäuser – und zum ersten Mal auch Menschen aus Sondershausen, die zur Demo nach Nordhausen gekommen waren.

Mehrere Redner verlangten Arbeit, für deren Lohn man menschenwürdig leben könne, statt für eine warme Mahlzeit zu schuften. Die Arbeit habe die Menschen zum Menschen gemacht. Man wolle Arbeit, die Menschen wollen arbeiten. Was sie nicht wollen: Das ist Hartz IV, das ist vielleicht auch dieses gesamte System. Ob sich dieser Protestrichtung verfestigt, das werden die nächsten Montag zeigen. Das gemeinsame Singen von „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“, das war dann schon wieder ein klitzekleine Nummer zu viel.

Autor: nnz

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