Do, 09:50 Uhr
02.09.2004
Feuerwehr zum Anfassen
Feuerwehr zum Anfassen (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Eigentlich ist es nichts besonderes, dass sich die Wehrleiter und Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein regelmäßig treffen, um über Neuigkeiten und Aktuelles zu reden. So auch gestern, doch da wurde es brandheiß. Im Beisein von Kreisbrandinspektor Erich Etzrodt und Bernd Meyer, Vorsitzender der VG Hohnstein, wurde im Gerätehaus Neustadt das Thema Waldbrand- und Katastrophenmanagement im Südharz diskutiert. Als besonderer Höhepunkt stand die Vorstellung neuester Hochdrucklöschtechnik auf der Tagesordnung. Darauf hatten sich die Floriansjünger der Südharzgemeinde Neustadt lange vorbereitet. In über 420 Arbeitsstunden hatten sie zusammen mit einigen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Osterode ihr altes Löschfahrzeug vom Typ LO aus dem Jahr 1974 komplett überholt, lackiert und eine moderne Löschanlage aufgerüstet.
Die besteht aus einem Tank mit 2000 Liter Wasser, einem Hochdruckgerät Powerjet und einem 40 Meter langen Schnellangriffsschlauch samt Löschpistole. Die Sitzungsteilnehmer und im Besonderen die anwesenden Bürgermeister konnten sich bei einer kleinen Vorführung selbst ein Bild von der beeindruckenden Löschleistung des Gerätes machen.
Die Idee, die hinter diesem seltenen Fahrzeugkonzept steht, ist der sehr geringe Wasserverbrauch bei maximalem Löscherfolg: Die Wassermenge im Tank reicht für über 50 min Löschdauer, kommentiert Wehrleiter Paul Lange die Vorführung. Der Hauptzweck des Tanklöschfahrzeuges Florian Neustadt 29 ist neben der effektiven Bekämpfung von Wohnungs-, Zimmer- oder Kraftfahrzeugbränden in erster Linie der Einsatz bei Waldbränden. Durch die unumstrittene Geländegängigkeit des TLF 8/20 ist ein Vordringen in unwegsame Waldabschnitte zur Brandbekämpfung möglich. Zusätzlich werden neben einer Kettensäge samt Schutzausrüstung auch Schaufeln, Spaten und Äxte für den Waldeinsatz mitgeführt.
Besonderer Dank, so Ortsbrandmeister Mike Domhardt, gebührt sowohl der Gemeindeverwaltung Neustadt, die kurzfristig finanzielle Mittel zur Beschaffung der Wassertanks bereitstellte, als auch dem Landkreis Nordhausen für die Übergabe des Löschgerätes. Nicht zuletzt dankte er den vielen fleißigen Kameraden, die in unzähligen ehrenamtlichen Stunden bei der Fertigstellung des Löschfahrzeuges tätig waren.


