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Do, 16:54 Uhr
16.09.2004

Wichtig ist Industriegebiet

Nordhausen (nnz). Die gestrige Sozialforum nutzten Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und Landrat Joachim Claus (CDU) zum Ende auch für persönliche Statements. Die hatten vorwiegend wirtschaftliche Aspekte zum Inhalt...


Barbara Rinke (SPD) hat die Anbindung der Stadt an die Autobahn, das Bereitstellen von Fördermittel und ausreichende Industrieflächen als wesentlich für die Bewältigung des Strukturwandels in Nordhausen bezeichnet. Auf dem Sozialforum sagte sie mit Blick auf die wiederholten Forderungen nach Schaffung von Arbeitsplätzen, dass der Strukturwandel für Nordhausen eine "Riesen-Herausforderung" sei. So habe es vor 1990 rund 40.000 Arbeitsplätze gegeben. Anfang der 90er Jahre habe man davon mehrere 10.000 verloren. Aktuell gebe es wieder 26.800 Beschäftigte.

Mit Blick auf die jüngste Ansiedlung in Nordhausen, der Investition des Backwarenherstellers Klemme AG, sagte sie: "Damit 100 Arbeits- und 12 Auszubildendenplätze entstehen können, ist eine Investition von 40 Millionen Euro nötig." Kommunen könnten selbst unmittelbar keine Arbeitsplätze schaffen, "aber sehr wohl für die entsprechende Bedingungen bzw. Infrastrukturvoraussetzungen sorgen. Das ist in erster Linie eine gute Verkehrsanbindung, vor allem an die Autobahn, und das Vorhalten von ausreichenden Industrie- bzw. Gewerbeflächen. Allein für die Infrastruktur haben wir mit unseren Partnern bis jetzt als 100 Millionen Euro investiert.

Darüber hinaus spielt in den neuen Bundesländern das Bereitstellen von Fördermitteln eine wesentliche Rolle. Und hier läuft für uns die Höchstförderung schon 2006 aus. Uns bleiben also noch rund anderthalb Jahre - bis dahin müssen wir dringend aufholen, was aufzuholen ist." Deshalb sei eine schnelle Realisierung des geplanten Industriegebietes in der Goldenen Aue nötig.

Sie verstehe die Skepsis vieler Bürger, die mit Blick auf einzelne Brachen die Notwendigkeit weiterer Industrieflächen in Frage stellten. "Doch man muss wissen, dass wir als Stadt auf viele Flächen schlicht keinen Zugriff haben, weil wir kein Eigentümer sind." Die Ausweisung einer großen zusammenhängenden Industriefläche sei deshalb nötiger denn je - um die Nachfrage zu bedienen. Dass es diese gebe, könne man nicht in Zweifel ziehen - das Beispiel der Klemme AG habe es aktuell gezeigt. Die Ausweisung eines Industriegebietes sei natürlich ein Einschnitt für die Landwirtschaft - doch mit den anstehenden Einsparungen bei den Subventionen in diesem Wirtschaftssektor werde auch dort die Situation schwieriger.

Landrat Joachim Claus verwies darauf, das jede Industrieansiedlung oft langjähriges Werben voraussetze. "Dies zu tun, ist unsere Pflicht - da hat man Erfolge, aber auch Rückschläge." Wichtig seien die Rahmenbedingungen - "qualifizierte Arbeitskräfte und eine ordentliche Bildung und Ausbildung."
Autor: nnz

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