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Di, 13:29 Uhr
21.09.2004

Auf nach Berlin

Nordhausen (nnz). „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!“ So hört man es regelmäßig in deutschen Fußballstadien, wenn um den Pokal gelickt wird. Am 2. Oktober werden auch viele Menschen nach Berlin fahren, doch ihr Ziel ist nicht das Olympiastadion,...


...sondern der Alexanderplatz. Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren fand dort die erste Großdemo zu DDR-Zeiten statt. Über eine Million Menschen forderten mehr Demokratie und die Entmachtung einer Partei, die immer Recht hatte. Ihre Forderungen hatten sich erfüllt. Wie viele Demonstranten am 2. Oktober 2004 nach Berlin kommen werden, das vermag derzeit niemand zu prophezeien. Doch (fast) fest steht, daß das, was die Teilnehmer der Demo fordern, nicht geschehen wird. Hartz IV wird umgesetzt werden.

Und trotzdem ist es richtig, daß in Berlin demonstriert wird. Es der Gebrauch jenes Grundrechtes, das vor 15 Jahren eingefordert worden war. Dass damit auch einige andere Unannehmlichkeiten verbunden waren, das wird schlichtweg vergessen. Der SPIEGEL schreibt in seiner jüngsten Ausgabe, mit Hartz IV ist die ehemalige DDR in der BRD angekommen.

Doch zurück zur Demo in Berlin: Das Nordhäuser OrgKomitee bietet allen Teilnehmern die Möglichkeit, Bahnkarten bis zum 24. September im TicketCenter in der Nordhäuser Rautenstraße zu bestellen und dort anschließend abzuholen. Empfohlen wird das Wochenendticket der Bahn AG für 28 Euro. Mit diesem Ticket können fünf Personen von Nordhausen nach Berlin und zurück fahren (außer ICE und IC). Weiterhin bittet das OrgKomitee darum, dass reichlich Banner, Spruchbänder und Transparente mitgenommen werden, schließlich will man in der Hauptstadt dieses Landes zeigen: „Nordhäuser sind eine Macht – gemeinsam gegen Hartz IV!“

Und dann wurde während der gestrigen Demo noch ein Flugblatt gereicht. Es trägt den unscheinbaren Titel „Agenturschluss“. Darin ruft eine „Initiative von sozialpolitisch engagierten Gruppen“ auf, am ersten Werktag des kommenden Jahres (3.1.2005) die Arbeitsagenturen und Personal-Service-Agenturen (PSA) zu besetzen. „Wir werden in Form von Besetzungnen, Blockaden oder Versammlungen in den Ablauf der Erwerbslosenbürokratie eingreifen. ... Unsere Wut und unsere Phantasie sind aber noch lange nicht aufgebraucht.“ Und so können sich die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen an ihrem ersten Arbeitsatg des Jahres 2005 auf einiges gefaßt machen, denn das, „was da passieren wird, ist abhängig von den Menschen vor Ort, von ihrem Zorn und von dem, was Sie sich zutrauen“. So jedenfalls ist es in dem gestern verteilten Flugblatt zu lesen.
Autor: nnz

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