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Do, 14:50 Uhr
23.09.2004

Krisensitzung zur Nobas

Nordhausen (nnz). Die Bilder gleichen sich: Bereits vor einem Jahr fanden im Nordhäuser Rathaus Beratungen zur Situation beim Baumaschinenhersteller Nobas statt. Heute gab es wieder eine Sitzung. Und die Fronten scheinen verhärteter denn je.


Es war wiederum Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD), die zu einem Gespräch unter anderem die Unternehmensleitung sowie die Arbeitnehmervertreter der Nobas eingeladen hatte. Rinke sagte gegenüber der nnz, daß sie sich als Moderatorin verstehe, denn in erster Linie sei die Zukunft des Unternehmens (siehe nnz-Archiv) zwischen den betrieblichen Parteien zu verhandeln. Die Standpunkte sind bekannt und darüber wurde mehrfach berichtet. Letztlich geht es um ein Sanierungskonzept, das jetzt noch einmal in Auftrag gegeben werden soll. Dessen Ansatz geht davon aus, daß im Unternehmen gespart werden müsse, trotz voller Auftragsbücher. Und bei den Kosten seien die des Personals ein gewichtiger Faktor. Das Sanierungskonzept ist wichtig, um die Marschrichtung des Unternehmens zu erkennen, auch für das Thüringer Wirtschaftsministerium, das einen Vertreter zu der Rathausrunde entsandt hatte.

Der Hauptgesellschafter der Nobas, Günter Papenburg, habe erklärt, daß er die angedachten Kündigungen zurückstellen werde, bis das Konzept auf dem Tisch liege. Nach Informationen des Betriebsrates sollte vermutlich den Mitarbeitern gekündigt werden, die die neuen Arbeitsverträge nicht unterschreiben wollen. Die Aussagen über die Zahl der unterschriebenen Verträge gehen indes auseinander. Die Geschäftsführung soll von 30 Prozent der Belegschaft gesprochen haben, Betriebsratschef Eberhard Klaus meinte, daß es weit aus weniger seien. Dagegen sei die Zahl der Aufnahmeanträge in die IG Metall in den vergangenen Tagen in der Nobas nach oben gegangen.

Sowohl Klaus als auch IG-Metall-Vetreterin Astrid Schwarz-Zaplinski machten deutlich, daß die Belegschaft durchaus zu einem Sanierungsbeitrag bereit wäre, doch die angebotenen Konditionen wären ein zu herber Verlust von Arbeitnehmerrechten, die sich vor allem aus tariflichen Regelungen ergeben würden. So würde allein der Verzicht auf Sonderzahlungen ein volles Monatsgehalt ausmachen. Schwarz-Zaplinski bezeichnete das Vorgehen der Nobas-Chefetage als verantwortungsloses Handeln. Sie forderte die Unternehmensleitung auf, zum Beispiel verbindliche Aussagen zum Ausschluß von betriebsbedingten Kündigungen schriftlich zu fixieren.

Die Fronten waren auch während des heutigen Gespräches im Nordhäuser Rathaus verhärtet. Oberbürgermeisterin Rinke bezeichnte die Unterredung letztlich als ein „nicht sehr erfolgreiches Gespräch“.
Autor: nnz

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