Mi, 08:03 Uhr
29.09.2004
Geheimplan Südharz oder: Wer mit wem? (3)
Nordhausen (nnz). Die nnz-Beitragsserie beschäftigte sich in den zurückliegenden beiden Folgen mit dem westlichen Landkreis Nordhausen. Wer mit wem denn nun eigentlich im Südharz will, das erfahren Sie mit einem weiteren Klick.
Neben Martin Höche in Mackenrode gibt es im Landkreis Nordhausen einen weiteren Quertreiber, der immer gut für einen Vorstoß ist. Gerald Schröder heißt der Mensch und ist Bürgermeister der Einheitsgemeinde Ellrich. Nicht nur vom politischen Gebilde her sind beide Areale also gleich, auch eine weitere Gemeinsamkeit ist nicht zu verachten. Sowohl Mackenrode als auch Ellrich haben die gleiche Postleitzahl: 99755. So wäre bei einer Fusion dieses Problem schon geklärt.
Doch Spaß beiseite. Gespräche unverbindlicher Art zwischen den beiden Hauptstädten soll es schon mehrfach gegeben haben. Ellrichs Bürgermeister spricht zu Gebietsreformen sehr gern, wenn auch nicht immer erfolgreich. Im vergangenen Jahr bandelte er mit dem Nordhäuser Rathaus an. Allerdings hatte der Verwaltungschef die Rechnung ohne seinen Stadtrat aufgemacht, der ihm eine bildlich gesehen blutige Nase verpaßte. Doch Ellrich und Mackenrode, das könnte zusammen beide Einheitsgemeinden zu einem relativ stabilen Gebilde mit fast 10.000 Einwohner machen. Und das ist für den Meister der Ellricher Bürger die Dimension des Überlebens. Das, was die Landeregierung mit ihrem aktuellen Landesentwicklungsplan vorgegeben hat, das bezeichnet Schröder als Tor zur Gebietsreform. Der Druck wird übers Geld kommen.
Gesprochen hat der Ellricher Bürgermeister hingegen seit einigen Monaten nicht mehr mit der Verwaltungsgemeinschaft Südharz/Hohnstein. Doch da gerade wäre er willkommen, hört man aus Ilfeld. Eine Zusammenarbeit mache doch vor allem aus touristischer Sicht ihren Sinn, argumentiert VG-Vorsitzender Bernd Meyer und macht den Ellricher ein Angebot: Sie sind in unserer Verwaltungsgemeinschaft herzlich willkommen, die Stadt Ellrich verliert keinerlei Rechte und kann sogar noch einen hauptamtlichen Bürgermeister haben. Statt die kommunalen Abrechnungen im teueren Rechenzentrum in Göttingen machen zu lassen, habe man in Ilfeld die passende und preiswertere EDV-Lösung anzubieten.
Klar wird an dieser Stelle, Meyer hält wie seine VG-Chef-Kollegen an dem Gebilde Verwaltungsgemeinschaft fest. Die Kleinteiligkeit sei nicht schlecht, vor allem fördere sie das Ehrenamt in den Kommunen. Und noch mehr: In der Finanzwirtschaft stehen die ganz kleinen Gemeinden wesentlich besser da als die großen innerhalb der VG. Meyer hat dann auch noch mal in seinem eigenen Haus nachrechnen lassen und kam zu einem für die nnz erstaunlichen Ergebnis: Die reinen Verwaltungskosten würden in Ellrich um 30 Euro je Bürger und Jahr höher liegen als in der VG Südharz. Das könne Meyer belegen und sagte der nnz, daß man bei diesem Vergleich sehr großzügig gerechnet habe. Soviel aus Ilfelder Sicht zum Effektivitätsvergleich zwischen Einheitsgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften.
Und wenn dann doch der Geld-Druck aus Erfurt nicht mehr auszuhalten sei, dann müsse man selbst im Südharz überlegen, ob man nicht doch eine Einheitsgemeinde gründet. Die wäre auf Grund ihrer Einwohnerzahl nicht nur überlebensfähig, sondern auch eine ideale Größe zum Regieren. Sie wäre es auch dann, wenn die Gemeinden, die bereits an Nordhäuser Rathaus geklopft haben, den Weg zur Rolandstadt beschreiten würden. Aber diese Kommunen haben neben den Gesprächen in Nordhausen momentan gänzlich andere Probleme. Nämlich mit dem leidigen Thema Abwasser.
Autor: nnzNeben Martin Höche in Mackenrode gibt es im Landkreis Nordhausen einen weiteren Quertreiber, der immer gut für einen Vorstoß ist. Gerald Schröder heißt der Mensch und ist Bürgermeister der Einheitsgemeinde Ellrich. Nicht nur vom politischen Gebilde her sind beide Areale also gleich, auch eine weitere Gemeinsamkeit ist nicht zu verachten. Sowohl Mackenrode als auch Ellrich haben die gleiche Postleitzahl: 99755. So wäre bei einer Fusion dieses Problem schon geklärt.
Doch Spaß beiseite. Gespräche unverbindlicher Art zwischen den beiden Hauptstädten soll es schon mehrfach gegeben haben. Ellrichs Bürgermeister spricht zu Gebietsreformen sehr gern, wenn auch nicht immer erfolgreich. Im vergangenen Jahr bandelte er mit dem Nordhäuser Rathaus an. Allerdings hatte der Verwaltungschef die Rechnung ohne seinen Stadtrat aufgemacht, der ihm eine bildlich gesehen blutige Nase verpaßte. Doch Ellrich und Mackenrode, das könnte zusammen beide Einheitsgemeinden zu einem relativ stabilen Gebilde mit fast 10.000 Einwohner machen. Und das ist für den Meister der Ellricher Bürger die Dimension des Überlebens. Das, was die Landeregierung mit ihrem aktuellen Landesentwicklungsplan vorgegeben hat, das bezeichnet Schröder als Tor zur Gebietsreform. Der Druck wird übers Geld kommen.
Gesprochen hat der Ellricher Bürgermeister hingegen seit einigen Monaten nicht mehr mit der Verwaltungsgemeinschaft Südharz/Hohnstein. Doch da gerade wäre er willkommen, hört man aus Ilfeld. Eine Zusammenarbeit mache doch vor allem aus touristischer Sicht ihren Sinn, argumentiert VG-Vorsitzender Bernd Meyer und macht den Ellricher ein Angebot: Sie sind in unserer Verwaltungsgemeinschaft herzlich willkommen, die Stadt Ellrich verliert keinerlei Rechte und kann sogar noch einen hauptamtlichen Bürgermeister haben. Statt die kommunalen Abrechnungen im teueren Rechenzentrum in Göttingen machen zu lassen, habe man in Ilfeld die passende und preiswertere EDV-Lösung anzubieten.
Klar wird an dieser Stelle, Meyer hält wie seine VG-Chef-Kollegen an dem Gebilde Verwaltungsgemeinschaft fest. Die Kleinteiligkeit sei nicht schlecht, vor allem fördere sie das Ehrenamt in den Kommunen. Und noch mehr: In der Finanzwirtschaft stehen die ganz kleinen Gemeinden wesentlich besser da als die großen innerhalb der VG. Meyer hat dann auch noch mal in seinem eigenen Haus nachrechnen lassen und kam zu einem für die nnz erstaunlichen Ergebnis: Die reinen Verwaltungskosten würden in Ellrich um 30 Euro je Bürger und Jahr höher liegen als in der VG Südharz. Das könne Meyer belegen und sagte der nnz, daß man bei diesem Vergleich sehr großzügig gerechnet habe. Soviel aus Ilfelder Sicht zum Effektivitätsvergleich zwischen Einheitsgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften.
Und wenn dann doch der Geld-Druck aus Erfurt nicht mehr auszuhalten sei, dann müsse man selbst im Südharz überlegen, ob man nicht doch eine Einheitsgemeinde gründet. Die wäre auf Grund ihrer Einwohnerzahl nicht nur überlebensfähig, sondern auch eine ideale Größe zum Regieren. Sie wäre es auch dann, wenn die Gemeinden, die bereits an Nordhäuser Rathaus geklopft haben, den Weg zur Rolandstadt beschreiten würden. Aber diese Kommunen haben neben den Gesprächen in Nordhausen momentan gänzlich andere Probleme. Nämlich mit dem leidigen Thema Abwasser.

