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Do, 06:31 Uhr
20.12.2018
Mythos oder Naturschutzobjekt?

Die Kunzenhöhle im Kohnstein Gipskarst

Vor vielen Jahren wurde eine gewisse Kunzenhöhle an der Flanke des Kohnsteins noch durch Salzaer Schüler besucht, deren Lehrer sich dafür begeisterte und mit der Schuljugend das Abenteuer Höhleneinstieg wagte. Heute jedoch ist auch die Kunzenhöhle in der Nähe des Gipstagebaus Hohe Schleife nicht mehr gegenwärtig. Beinah vergessen. Beinah…


Skizze (Foto: Archiv Schäfer) Skizze (Foto: Archiv Schäfer) „Am östlichen Ende des Kohnsteins, unweit der durch ihre Aussicht gegen den Harz berühmten Trift, zieht zwischen Kohnstein und den Hörninger Gipsbergen (Sattelköpfe) ein Tälchen in Richtung Woffleben zur Wieda hinab. Oberhalb des Tälchens leuchten Gipssteilwände, über denen die Kunzenhöhle liegt... Die Kunzenhöhle ist eine reine Spalthöhle, die ihre Entstehung in erster Linie tektonischen Vorgängen verdankt. Sie besteht aus zwei Abteilungen, von denen die nördlichste nicht weiter bemerkenswert ist.

Die südliche Abteilung fällt als Kluft neun Meter steil in die Tiefe und ist nur mit Kletterseil befahrbar. Ihr Besuch erfordert bergsteigerische Vorsicht. Durch einen meterlangen, nur 40 Zentimeter breiten Spalt seilt man sich auf ein 2,6 Meter tiefer liegendes Podest ab und von hier auf den Grund der NW–SO streichenden, steil unter 60 Grad einfallenden Kluft, die in unpassierbare Schlupfe verläuft. Interessanter ist, vom Podest nach Südwest in eine Querspalte abzusteigen, die den Eingang unterfährt.

Hier geht es erst in engem Kriechgang hinab und von dort am Seil in einen vier Meter tiefen Schacht, der in wüstes Geklüft zwischen verkeilten Trümmern führt, wo ein starker Luftstrom bemerkbar ist. Der Luftstrom weist auf das Vorhandensein weiterer Hohlräume hin, über deren mutmaßliche Größe sich nur schwer etwas sagen lässt“. (Aus Zeitschrift „DER Harz“ vom Oktober 1924 (Auszug)).

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Der Überlieferung nach soll die Kunzenhöhle ihren Namen durch einen Unhold Kunze erhalten haben, der diese Höhle als Zufluchtsort ausgenutzt hat. Die Höhle befindet sich im Bereich der Kohnsteinschwinde, an oder auf den massiven Gipshügeln darüber. Die Kunzenhöhle selbst ist eine tektonische Klufthöhle, die mit zwei Abteilungen beschrieben worden ist. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Höhle bisher nie vollends erkundet worden ist. Die Klufte dienen auch Fledermausarten als Quartier.

Unmittelbar in der Nähe befindet sich ein aktiver Gipssteintagebau an der hohen Schleife. Die Hinweise auf die Kunzenhöhle sollen demontiert worden sein. Da drängt sich eine Frage auf: Soll der Tagebau in Kürze die Kunzenhöhle terminieren? Oder findet sich ein Schutz, etwa durch Einschränkung im Bergrecht oder erwirken eines Schutzstatus? An sich ja schwer vorstellbar, dass die Kohnsteinschwinde weggebaggert wird, damit auch die Kunzenhöhle. Genaues konnte aber noch nicht in Erfahrung gebracht werden, was diese Optionen angeht.

Die Höhlen am Kohnstein sind oftmals abbaubedingt allesamt temporärer Natur gewesen oder sind verschüttet oder verschlossen. Sie waren alle entweder Schlotten, also schacht- oder kesselförmige Aushöhlungen nahe der Oberfläche (Gängertalhöhle, Maienhöhle, Kolochs), oder Spalt- bzw. Kluft hohlen (z. B. die zwar auf dem Kohnstein, jedoch nicht mehr in der Gemarkung von Niedersachswerfen gelegene Kunzenhöhle). Entstanden waren all diese Höhlen durch einsickerndes Wasser, das den Gips löste und auswusch. Soll man die Kunzenhöhle nicht erhalten?
Tim Schäfer

Die Skizze ist frei nach Stolberg, Höhlen des Harzes, S. 19.
Autor: red

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Kommentare
Dorakind
20.12.2018, 19:43 Uhr
Kunzenhöhle
Da muss ich als im Artikel erwähnter Schüler,es war im April 1963...doch Mal fragen,ob jemand zufälligigerweise....ein Foto vom Höhleneingang hat... vielen Dank!
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