Im zweiten Teil unseres Projektes DenkAnStöße mit demTheater Nordhausen zu Thesen über die DDR, die friedliche Revolution, die Wende, den Mauerfall und die Nachwendezeit, geht es heute um die einstige Euphorie. Nutzen Sie bitte rege unsere Kommentarfunktion…
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Euphorie damals - Frust heute?
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Lea Welsch (Foto: Lea Welsch) Grafik von Lea Welsch, Klasse 11, Humboldt-Gymnasium Nordhausen
Weitere Hintergründe zur Aktion, die bis zum 5. November in der nnz läuft, finden Sie hier.
Sorry,liebe nnz-online.
Ich hätte gerne meine Gedanken zur friedlichen Revolution,Wende und den Jahren danach geteilt,gerade weil ich zu den Zeitzeugen gehöre und damals montags auf der Straße war.
Aber ich glaube nicht,dass das Theater nach den
jüngsten Vorfällen der richtige Partner für eine solche Diskussion ist.
Wir DDR-Bürger sind damals für Freiheit,Meinungsfreiheit und Demokratie auf die Straße gegangen,gegen die Einschränkung
unserer Persönlichkeitsrechte,gegen Meinungsdiktat und Zensur und Gängelung!
Aber jetzt stelle ich mit Erschrecken fest,dass wir wieder auf dem Weg dahin sind,wo wir 1989 waren !
Das Theater Nordhausen erhebt sich zum Moralapostel und meint,mündige Bürger dieser Stadt in die Schranken weisen zu müssen.Dabei lebt doch Demokratie von der Meinungsvielfalt und von der lebhaften Disskussion darum.
Nein,das Theater ist nicht der geeignete Partner für diese Diskussion.
Es ist ein Tell des neu entstandenen Problems in diesem Land!
Vor 30 Jahren war die Freude über die Neuerrungennschaft Meinungsfreiheit groß. Heute ist bei einigen der Frust groß, wenn sie merken, dass Meinungsfreihwit zwangsläufig zu vielen verschiedenen Meinungen und deren Äußerung führt.
Petra6758 ist hier ein schönes Beispiels: Sie proklamiert Meinungsfreiheit und möchte im Gegenzug die Meinungsfreiheit der Theatermitarbeiter offenbar einschränken.
Freiheit macht also nicht immer Lust, sondern manchmal auch Frust.
... das ist doch hier die Frage. Was als Wende begann, wurde als technokratischen Anschluss vollendet. Die Folgen spüren wir noch heute, morgen und übermorgen.
Heute sind wir an einem Punkt angelangt, wo rechter Ungeist wieder um sich greift. Auch eine Folge vertaner Chancen im "Vereinigungs"prozeß.
Vielen Dank nochmal an den couragierten Theatermitarbeiter. Kultur und dumpfer Nationalismus passen nun mal nicht zusammen.