Fr, 21:00 Uhr
25.10.2019
Wirtschaftspolitik am Freitagabend
Der Merz war da
Wen soll die CDU in diesem Land noch aufbieten, um authentische Politik zu vermitteln? Dem NUV und der Autohaus-Peter-Gruppe ist gelungen, was den Politikgrößen in diesem Freistaat nicht vergönnt war – sie holten Friedrich Merz nach Nordhausen und über 800 Frauen und Männer waren in das Opel-Haus gekommen…
Friedrich Merz in Nordhausen (Foto: nnz)
Die Begrüßung des Gastes aus dem Sauerland übernahm Andreas Peter, der von seinen Eindrücken der Grenzöffnung als Neunjähriger berichtete und den persönlichen Bogen weiterspann bis hin zum immer noch leeren Industriegebiet in der Goldenen Aue, versehen mit der Bitte an Merz, vielleicht seinen nationalen und internationalen Geschäftspartnern von dem 35-Millionen-Euro teuren und 100 Hektar großen Industriegebiet zu berichten.
Nach der Begrüßung freute sich CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring über die zahlreichen Gäste und begrüßte einige Ausgewählte. Mohring nutzte die Möglichkeit, noch einmal die Notwendigkeit eines Politikwechsels zu begründen und rezitierte dann die bekannten Punkte des christdemokratischen Wahlkampfes: eine andere Bildungspolitik, die innere Sicherheit und der ländliche Raum sowie die digitale Zukunft Thüringens. Diejenigen unter den Lesern, die sich für Landespolitik und vor allem für den zu Ende gehenden Wahlkampf interessieren, kennen die Ausführungen des Thüringer CDU-Chef nahezu auswendig. Und trotzdem ließen die 700 von ihnen das heute noch einmal über sich "ergehen".
Am Ende versuchte sich Mohring noch ein wenig in christdemokratischer Eigenkritik, natürlich in Richtung Berlin und plädierte für Meinungsfreiheit, die leider ein Stückchen abhanden gekommen sei, aber wieder den politischen Diskurs bestimmen müsse und nicht die Zurückhaltung einer eigenen – wenn auch unbequemen - Meinung.
Danach wurde Friedrich Merz mit erneutem Beifall am Rednerpult begrüßt worden. Er spann den historischen Bogen vom 9. November 1989 bis in diese heutige Zeit. In Richtung der Greta-Generation sagte Merz, dass sie in den zurückliegenden 30 Jahren in einer phantastischen Zeit aufgewachsen sind, die jungen Menschen ungeahnte Möglichkeiten der privaten und beruflichen Entfaltung gab und gibt. Noch nie ginge es einer ganzen Generation so gut.
Gespannte Zuhörerschaft (Foto: nnz)
Anschließend ging Merz auf Wirtschaftsthemen ein, auf andere notwendige Formate, bei denen es um die Frage geht, dass bei einem künftigen G3-Treffen (nich mehr 7 oder 8) neben China und USA auch Europa dabei sein wird. Deutschland allein wird nicht der Player neben den zwei Großen sein, aber Europa. Merz brach eine Lanze für eine andere Politik gegenüber Russland. Ohne Russland wird es in Europa nicht gehen, wir müssen Gespräche führen, wir müssen den Russen zeigen, dass wir für einen Dialog bereit sein können." Denn Russland gehört zu Europa, ist sich Merz sicher.
Zur automobilen Wirtschaft: Merz plädierte nachdrücklich für die Dieseltechnologie und: Wir dürfen uns von den Umweltverbänden nicht den Mut abkaufen lassen, weiterhin an der Spitze des technologischen Fortschritts zu stehen. Wir hatten und haben keinen Dieselskandal, sondern einen Betrugsskandal der Industrie an der gesamten Gesellschaft. Modernste Dieseltechnologie wird es in Jahrzehnten noch geben, nur stellt sich die Frage, wo sie entwickelt und zur Herstellung gebracht wird. Gleiches gelte für die Zukunft der E-Mobilität, die nicht auf die Batterie als Energiespender fokussiert sein darf.
Weitere Themen seiner Ausführungen waren die digitale Technologie, die berufliche Aus- und Weiterbildung. Der berufliche Mittelbau müsse gestärkt werden, denn die Werkleiter oder die Meister und Vorarbeiter werden in den Unternehmen entscheiden, ob Deutschland seine noch vorhandene Leistungsfähigkeit behalte oder verliere.
Von der Wirtschaft zum Kampf der Kulturen, "von dem wir nicht wissen, ob wir ihn gewinnen". Es könne nicht sein, dass ein ehemaliger Innenminister an einer Lesung in Göttingen oder das ein Prof. Lucke durch linke Chaoten an Vorlesungen gehindert werden. Merz bekannte auch, dass die Energie- oder auch die Einwanderungspolitik der Bundesregierung nicht mit Europa vereinbar sei. Wir wollen, dass die bisherige Politik der Union korrigiert wird, dass sich nicht nur die Deutschen an Gesetze halten müssen, sondern auch diejenigen, die bei uns Schutz oder einen wirtschaftlichen Neuanfang suchen. Die CDU müsse schließlich zu einer alten Stärke zurückfinden, denn letztlich sei das Erstarken der AfD das Ergebnis einer verfehlten CDU-Politik. Die Politik der CDU in Berlin müsse sich ändern.
Nach einem Zwischenruf aus der Zuhörerschaft, warum die CDU das alles nicht schon längst geändert habe, redete sich der Sauerländer in Rage und wandte sich gegen Pöbeleien, gegen Hass und Hetze von Rechts und von Links. "Auch deshalb brauchen wir die Mitte, ich bin bereit diese Mitte wieder zu erobern. Ich will nicht, dass meine Kinder mich eines Tages fragen, warum habt ihr die Fehler erkannt, aber warum habt ihr nicht das Notwendige getan?"
Am Ende ein Nordhäuser Geschenk (Foto: nnz)
Die letzten fünf Minuten waren das, was die Menschen am "neuen" Merz schätzen, was sie hören wollten: die klaren Ansagen, die aus Analysen kommen. Man merkte (oder sollte merken?), dass diese derzeitige Union, vor allem die in Berlin, nicht mehr die CDU des Friedrich Merz ist.
Merz mit klarer Ansage
Der nahezu frenetische Beifall, vor allem bei seiner Kritik an der Wirtschafts- und der Migrationspolitik der Bundesregierung, zeigten dass der Sauerländer den Nerv der CDU-Basis traf. Bleibt nur die Frage, was nützt dieses gemeinsame Gefühl...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Friedrich Merz in Nordhausen (Foto: nnz)
Die Begrüßung des Gastes aus dem Sauerland übernahm Andreas Peter, der von seinen Eindrücken der Grenzöffnung als Neunjähriger berichtete und den persönlichen Bogen weiterspann bis hin zum immer noch leeren Industriegebiet in der Goldenen Aue, versehen mit der Bitte an Merz, vielleicht seinen nationalen und internationalen Geschäftspartnern von dem 35-Millionen-Euro teuren und 100 Hektar großen Industriegebiet zu berichten.
Nach der Begrüßung freute sich CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring über die zahlreichen Gäste und begrüßte einige Ausgewählte. Mohring nutzte die Möglichkeit, noch einmal die Notwendigkeit eines Politikwechsels zu begründen und rezitierte dann die bekannten Punkte des christdemokratischen Wahlkampfes: eine andere Bildungspolitik, die innere Sicherheit und der ländliche Raum sowie die digitale Zukunft Thüringens. Diejenigen unter den Lesern, die sich für Landespolitik und vor allem für den zu Ende gehenden Wahlkampf interessieren, kennen die Ausführungen des Thüringer CDU-Chef nahezu auswendig. Und trotzdem ließen die 700 von ihnen das heute noch einmal über sich "ergehen".
Am Ende versuchte sich Mohring noch ein wenig in christdemokratischer Eigenkritik, natürlich in Richtung Berlin und plädierte für Meinungsfreiheit, die leider ein Stückchen abhanden gekommen sei, aber wieder den politischen Diskurs bestimmen müsse und nicht die Zurückhaltung einer eigenen – wenn auch unbequemen - Meinung.
Danach wurde Friedrich Merz mit erneutem Beifall am Rednerpult begrüßt worden. Er spann den historischen Bogen vom 9. November 1989 bis in diese heutige Zeit. In Richtung der Greta-Generation sagte Merz, dass sie in den zurückliegenden 30 Jahren in einer phantastischen Zeit aufgewachsen sind, die jungen Menschen ungeahnte Möglichkeiten der privaten und beruflichen Entfaltung gab und gibt. Noch nie ginge es einer ganzen Generation so gut.
Gespannte Zuhörerschaft (Foto: nnz)
Anschließend ging Merz auf Wirtschaftsthemen ein, auf andere notwendige Formate, bei denen es um die Frage geht, dass bei einem künftigen G3-Treffen (nich mehr 7 oder 8) neben China und USA auch Europa dabei sein wird. Deutschland allein wird nicht der Player neben den zwei Großen sein, aber Europa. Merz brach eine Lanze für eine andere Politik gegenüber Russland. Ohne Russland wird es in Europa nicht gehen, wir müssen Gespräche führen, wir müssen den Russen zeigen, dass wir für einen Dialog bereit sein können." Denn Russland gehört zu Europa, ist sich Merz sicher.
Zur automobilen Wirtschaft: Merz plädierte nachdrücklich für die Dieseltechnologie und: Wir dürfen uns von den Umweltverbänden nicht den Mut abkaufen lassen, weiterhin an der Spitze des technologischen Fortschritts zu stehen. Wir hatten und haben keinen Dieselskandal, sondern einen Betrugsskandal der Industrie an der gesamten Gesellschaft. Modernste Dieseltechnologie wird es in Jahrzehnten noch geben, nur stellt sich die Frage, wo sie entwickelt und zur Herstellung gebracht wird. Gleiches gelte für die Zukunft der E-Mobilität, die nicht auf die Batterie als Energiespender fokussiert sein darf.
Weitere Themen seiner Ausführungen waren die digitale Technologie, die berufliche Aus- und Weiterbildung. Der berufliche Mittelbau müsse gestärkt werden, denn die Werkleiter oder die Meister und Vorarbeiter werden in den Unternehmen entscheiden, ob Deutschland seine noch vorhandene Leistungsfähigkeit behalte oder verliere.
Von der Wirtschaft zum Kampf der Kulturen, "von dem wir nicht wissen, ob wir ihn gewinnen". Es könne nicht sein, dass ein ehemaliger Innenminister an einer Lesung in Göttingen oder das ein Prof. Lucke durch linke Chaoten an Vorlesungen gehindert werden. Merz bekannte auch, dass die Energie- oder auch die Einwanderungspolitik der Bundesregierung nicht mit Europa vereinbar sei. Wir wollen, dass die bisherige Politik der Union korrigiert wird, dass sich nicht nur die Deutschen an Gesetze halten müssen, sondern auch diejenigen, die bei uns Schutz oder einen wirtschaftlichen Neuanfang suchen. Die CDU müsse schließlich zu einer alten Stärke zurückfinden, denn letztlich sei das Erstarken der AfD das Ergebnis einer verfehlten CDU-Politik. Die Politik der CDU in Berlin müsse sich ändern.
Nach einem Zwischenruf aus der Zuhörerschaft, warum die CDU das alles nicht schon längst geändert habe, redete sich der Sauerländer in Rage und wandte sich gegen Pöbeleien, gegen Hass und Hetze von Rechts und von Links. "Auch deshalb brauchen wir die Mitte, ich bin bereit diese Mitte wieder zu erobern. Ich will nicht, dass meine Kinder mich eines Tages fragen, warum habt ihr die Fehler erkannt, aber warum habt ihr nicht das Notwendige getan?"
Am Ende ein Nordhäuser Geschenk (Foto: nnz)
Die letzten fünf Minuten waren das, was die Menschen am "neuen" Merz schätzen, was sie hören wollten: die klaren Ansagen, die aus Analysen kommen. Man merkte (oder sollte merken?), dass diese derzeitige Union, vor allem die in Berlin, nicht mehr die CDU des Friedrich Merz ist.
Merz mit klarer Ansage
Peter-Stefan Greiner

