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Mo, 11:36 Uhr
28.10.2019
Ellrich trug er im Herzen

Dauerausstellung erinnert an Rolf Hoppe

In einer neuen Dauerausstellung im Café Nikolai in Ellrich wird jetzt an den Schauspieler Rolf Hoppe erinnert. Die Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag war Höhepunkt der Rolf-Hoppe-Tage, bei denen der Ehrenbürger und berühmteste Sohn der kleinen Harzstadt im Fokus stand...

Hoppes Tochter Josephine erläuterte die Fotos. Hier ist Rolf Hoppe in einer seiner letzten Fernsehrollen zu sehen.  (Foto: Susanne Schedwill) Hoppes Tochter Josephine erläuterte die Fotos. Hier ist Rolf Hoppe in einer seiner letzten Fernsehrollen zu sehen. (Foto: Susanne Schedwill)

Rolf Hoppe mit Zuckertüte oder aber mit seinen Eltern Hilde und Hermann vor der Bäckerei. Hoppe als Clown, als Schurke James Bashan oder als König in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Nur wenige Tage vor dem ersten Todestag von Rolf Hoppe am 14. November erinnert jetzt die neue Ausstellung an seine Kindheit und Jugend in der Südharzstadt, aber auch an seine weltweiten Schauspielerfolge. „Ich freue mich, dass hier ein so schöner Ort geschaffen wurde, an dem Papa weiterlebt“, sagte seine Tochter Josephine Hoppe zur Eröffnung.

Ihr Vater habe seine Geburtstagstadt Ellrich bis zuletzt im Herzen getragen. „Ellrich hatte immer eine große Bedeutung für ihn“, sagte sie und ergänzte: „Noch heute hängen über seinem Schreibtisch zahlreiche Erinnerungen. Fotos aus seiner Jugend, von der elterlichen Bäckerei und Ellricher Motive.“ Ihr Vater war regelmäßig in Ellrich und im Südharz zu Besuch.

Antje und Jürgen Weyand hatten zu Josephine Hoppe den Kontakt gesucht, um eine Ausstellung in ihrem Café zu zeigen. (Foto: Susanne Schedwill) Antje und Jürgen Weyand hatten zu Josephine Hoppe den Kontakt gesucht, um eine Ausstellung in ihrem Café zu zeigen. (Foto: Susanne Schedwill)

Die Cafébetreiber Jürgen und Antje Weyand hatten Anfang des Jahres Kontakt zu der Dresdnerin aufgenommen und schilderten ihr die Idee, mit einer Ausstellung an Hoppe, den einzigen Ehrenbürger der Stadt, zu erinnern. Schnell war man sich einig: Familie Hoppe stellte die Fotos zur Verfügung, die allesamt aus dem Familienarchiv stammen. Ergänzt wird die Ausstellung von einigen Originalutensilien aus der Bäckerei der Hoppes. Und weil Rolf Hoppe gern Apfelkuchen mit einem Schuss Zitrone aß, hat Antje Weyand diesen nachgebacken.

Rolf Hoppe wurde am 6. Dezember 1930 in Ellrich als Sohn des Bäckermeisters Hermann Hoppe geboren. Sein Elternhaus stand in der heutigen Lindenstraße; heute sind hier die Garagen der beiden Nachbargrundstücke zu finden. Der junge Hoppe machte auf Wunsch seines Vaters eine Bäckerlehre, entdeckte aber schon früh die Liebe zum Theater. Nachmittags habe er auf der Straße die Nachbarskinder mit Puppentheater unterhalten – für einen Pfennig Eintritt, wusste Kurt Schulze, sein Freund aus Kindheitstagen, zu berichten.

Rolf Hoppe als Heranwachsender zwischen seinen Eltern vor der Bäckerei.   (Foto: Susanne Schedwill) Rolf Hoppe als Heranwachsender zwischen seinen Eltern vor der Bäckerei. (Foto: Susanne Schedwill)

Schon als Jugendlicher trat Hoppe in den Ellricher Klampfenchor und bei den Südharzer Jungspatzen ein, studierte später am Staatlichen Landeskonservatorium in Erfurt. Mit dem Zug pendelte der junge Hoppe zwischen Erfurt und Ellrich. „Das Zugabteil machte er zur Theaterbühne“, wusste sein Freund Schulze. Gesundheitliche Probleme mit den Stimmbändern zwangen den jungen Mimen, zeitweise zu pausieren. In dieser Zeit arbeitete er als Pferdepfleger beim Zirkus. Später wurde seine sanfte, leise und dennoch markante Stimme zu seinem Markenzeichen.

Rolf Hoppe hat bis zum Lebensende auf der Bühne oder vor der Kamera gestanden, mehr als 400 Rollen hat er in seinem Berufsleben gespielt. Besonders die Rolle als Bösewicht blieb an ihm hängen.

International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Darstellung des Hermann Göring in dem Spielfilm Mephisto. 1982 erhielt dieser Film den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Warum er so oft den Bösen gespielt habe? „Das Böse hat viele Gesichter, auch ein freundliches und das macht das Böse so gefährlich“, versuchte die Tochter die Leidenschaft des Vaters für ambivalente Rollen zu beschreiben.
Doch eigentlich, so Josephine Hoppe, wollte ihr Vater immer nur im Herzen ein Clown sein und die Menschen zum Lachen bringen.

Auch nach der politischen Wende blieb er ein gefragter Schauspieler. 1995 erfüllte sich Hoppe einen großen Wunsch: Er wollte ein eigenes „Theaterchen“ haben, wie er sagte und kaufte 1995 am Rand von Dresden einen Bauernhof. Dort gründete er mit Freunden das Hoftheater Dresden, das heute seine Tochter mit ihrem Mann zusammen mit einem Verein ehrenamtlich betreibt.

Spätestens in den kommenden Weihnachtswochen wird Hoppe wieder viele Male im Fernsehen zu sehen sein: Der König in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ war wohl seine bekannteste Rolle und hält die Erinnerung an den Harzer Jungen, wie Hoppe über sich sagte, mit dem außergewöhnlichen Schauspieltalent auch in Zukunft wach.

Susanne Schedwill
Autor: ssc

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