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Mo, 18:33 Uhr
28.10.2019
NACH DER NIEDERLAGE CDU WIE SPD:

Kein weiter so! – Aber wie?


Man traute seinen Ohren nicht, was da Mike Mohring vor Fernsehkameras der Nachrichtensender Welt und NTV zu sagen hatte. Der Thüringer CDU-Chef machte aus seinem Herzen keine Mördergrube und für seine Wahlniederlage unverblümt den Hauptschuldigen aus: die derzeitige Bundespolitik der CDU. Unterstützung wie klare Aussagen aus Berlin hätten Wünsche offen gelassen: In der Asyl-, Innen-, Außen -und Klimapolitik.

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Kein weiter so in der CDU! Das forderte Friedrich Merz bei seinem Auftritt in Nordhausen und sprach nicht nur Landtagskandidaten Steffen Iffland aus der Seele. Iffland wie Merz, der vehement für den Mann aus Salza warb, sehen in der Niederlage der CDU hierzulande ebenfalls ein Versagen verfehlter Bundespolitik. Mit wem zu neuen Ufern? Eine Antwort blieb Merz schuldig, duckt sich – noch - unter dem anschwellenden Wind. Mit Angela Merkel in der letzten Etappe vor ihrem Abgang? Oder mit Annegret Kramp-Karrenbauer?

Da drängt sich mir ein Vergleich auf: Einst versprach Egon Krenz eine erneuerte DDR. Er, der Ziehsohn Honeckers, wollte das bewerkstelligen? Das Land lachte, der Ausgang bekannt. Vielleicht sollten die CDU-Granden mehr auf ihre Jugend hören. Ließ doch der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, bei einer Veranstaltung den Mann mit der Bierdeckel-Steuererklärung hochleben. Frenetisch von den jungen Leuten im Saal gefeiert. So, als ob sie sagen wollten: Mit ihm könnte es was mit der Erneuerung der Partei werden.

Vielleicht wäre auch die SPD gut beraten, auf ihre Jugend zu hören. Ist ihre eklatante Niederlage in Thüringen nicht auch dem Kuschelkurs mit der CDU zu verdanken? Raus aus der Groko ruft die SPD-Jugend um Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert. Derzeit aber steht in den Sternen, wer die Sozialdemokratie führen wird. Olaf Scholz mit seiner Beisitzerin, die einen Verbleib befürworten, oder das gegenteilige Duo?

SPD im Abgesang? In Thüringen wird sie mehr oder weniger nur noch über Wolfgang Tiefensee wahrgenommen. Ein gestandener, aber siegloser Genosse. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, versicherte der Spitzenkandidat nach der Niederlage und betonte: Die SPD werde gebraucht! Wofür eigentlich, wenn das Gebrauchtsein der Wähler nicht erkennt und sein Kreuzchen auf dem Wahlschein bei anderen macht? Und die Sozialdemokratie im Landkreis? Das Urgestein Dagmar Becker? Ihr CDU-Gegenpart Egon Primas ist da weitaus bekannter und wirkungsvoller. Das Gesicht der SPD, das alle kennen, ist hierzulande Matthias Jendricke, auch dank seiner Funktion als Landrat. Ansonsten nur ab und an Lebenszeichen, dass es die Partei noch gibt.

Mit welchem Duo weiter in der SPD? Mit wem in der CDU? Parteitage und Entscheidungen stehen an. Mit der Kanzlerin zu neuen Siegen? Das war einmal. Wird der Unmut allenthalben in der Basis-CDU sich zu einem Sturm gegen das Damen-Duo entwickeln oder nur zu einem lauen Lüftchen mutieren? Mit der Aussage: Wir haben uns erneuert und machen kraftvoll weiter! Wird die SPD weiter in der Groko ihr Heil suchen?

Spannung garantiert. Auch in Thüringen. Wer mit wem? Womöglich könnten wir über eine Partei urteilen: Was interessierte sie ihr Geschwätz von gestern!
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Leser X
28.10.2019, 19:11 Uhr
Feige
Ich bin kein Freund der CDU und werde es auch nicht. Aber erstaunt bin ich über die Mutlosigkeit, eine Kanzlerin loszuwerden, die immer mehr an den Ersten Sekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates... na Sie wissen schon... erinnert. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.

Von mir aus kann es so weiter gehen. Das hilft sehr bei der Neuordnung des Parteienspektrums und mehr Vielfalt. Wahlen werden wieder spannender, den Tatort braucht's nicht mehr.
geloescht.20250302
28.10.2019, 19:15 Uhr
Es kann nicht funktionieren...
...was nicht zusammengehört.

Mohring erklärt Ramelow zum Wahlverlierer und sucht gleichzeitig die Schuldigen für das Desaster (Verlierer ist ja nicht er sondern Ramelow) in Berlin.

Ministerpräsident wird er keinesfalls (Höchstens in Koalition mit der AfD, aber die sind ja Faschisten), aber als Stellvertreter in der Hoffnung auf... Ja, was?

Welches Ministerium welcher bisherigen Regierungspartei sollte denn Ramelow opfern, um CDU-Leute unterzubringen, damit man so ein Konstrukt Koalition nennen kann?

Die CDU ist zum Bittsteller verkommen und paktiert zum Machterhalt quer durch alle Bundesländer mit "Partnern", die sie vor nicht allzu langer Zeit in den Parlamenten gerade mal mit Seitenblicken würdigte.

Kaum erwartbar, aber ihre opportunistische Blockflöten-Vergangenheit hat sie zumindest im Osten wieder eingeholt.
Psychoanalytiker
29.10.2019, 11:58 Uhr
Nicht ganz, tannhäuser ...
... in der Bundespolitik ist die CDU NOCH NICHT der Bittsteller, das ist noch die SPD, aber die merkt es nicht, glaubt noch, dass sie Einfluss hat. Dass sie ihre ureigensten Prinzipien und Wähler verrät, merkt sie bestimmt erst, wenn sie die 5 Prozent-Hürde nicht mehr überspringt. Mit der FDP hat es die CDU ähnlich gemacht, und schwupp war diese verschwunden.

Und Ministerpräsident kann Herr Mohring auch nicht werden, weil es eine "stille Absprache" gibt, die dafür sorgt, dass die Partei mit der höheren Prozentzahl den Präsidenten stellt. Und das ist bei beiden, theretisch in Frage kommenden Parteien (Die Linke, AfD) immer Herr Ramelow.

Aber wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, ich favorisiere DIE LINKE mit AfD. Da können bzw. müssen beide miteinander reden, beweisen was sie können und wie sie Thüringen voranbringen. Und in der "Flüchtlingsfrage" kümmert sich DIE LINKE um die Wirtschaftsflüchtlinge und die AfD um die Asylsuchenden. Für mich wäre dies die beste Option in dieser schwierigen Koalitionsfrage ...
geloescht.20250302
29.10.2019, 17:07 Uhr
Des Kaisers neue Kleider...
...tragen derzeit sowohl die SPD als auch die CDU, lieber Psychoanalytiker.

Nur hat die SPD die Umkleidekabine schon vor der CDU nackt verlassen.

Erstere werden es nicht begreifen, obwohl die Klamotten verloren sind. Die CDU sucht noch, entfernt sich aber auch immer weiter vom Kleiderständer.

Was Letztere retten könnte, wäre ein parteiinternes Erdbeben. Aber mit wem?

Altherrenkader, so genannte junge Wilde oder beide? Erstere gibt's genug, die jetzt ihr Mütchen kühlen wollen, aber ist die 2. Gruppe auch eine ernsthafte Option, wenn sich plötzlich opportunistische Wahlverlierer wie Mohring dazu berufen fühlen, in der Berliner Parteizentrale ausmisten zu wollen?
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