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Di, 12:20 Uhr
26.11.2019
Datenauswertung:

Animal Hoarding-Fälle nehmen weiterhin zu

Der Deutsche Tierschutzbund hat für das Jahr 2018 die im Vergleich zu den Vorjahren bisher höchste Anzahl von Fällen dokumentiert, in denen Privatpersonen Tiere auf krankhafte Art „sammelten“ und unter tierschutzwidrigen Bedingungen hielten...


In Niederbayern entdeckt (Foto: Deutscher Tierschutzbund) In Niederbayern entdeckt (Foto: Deutscher Tierschutzbund) Die Aufnahme zahlreicher, oft kranker Tiere aus Animal Hoarding-Fällen bringt die Tierheime vielfach an ihre Grenzen.

Insgesamt wurden dem Verband 59 solcher Animal Hoarding-Fälle bekannt. Auch die Zahl der gehorteten Tiere erreichte mit insgesamt 3.888 ihren Höchststand seit 2012. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen. Animal Hoarding ist mit großem Leid für die betroffenen Tiere und Menschen verbunden. Wenn viele verwahrloste und kranke Tiere auf einmal versorgt werden müssen, bedeutet dies zudem für Tierheime einen enormen personellen Einsatz, eine große psychische Belastung sowie finanzielle Kosten.

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„Obwohl unsere Auswertung zeigt, wie relevant die Problematik hierzulande ist, ist das Phänomen Animal Hoarding leider bisher wenig bekannt“, sagt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Bedingungen, denen die Tiere in solchen Fällen oft über lange Zeit ausgesetzt sind, sind nicht artgerecht und hygienisch meist absolut untragbar. Die Tiere pflanzen sich unkontrolliert fort und die überforderten Halter können ihnen weder eine richtige Ernährung noch eine hinreichende medizinische Versorgung bieten.“

Im ersten Jahr der Dokumentation der Fallzahlen, 2012, wertete der Deutsche Tierschutzbund 22 bekannt gewordene Animal Hoarding-Fälle mit 3.098 betroffenen Tieren aus. Seitdem waren bis heute mindestens 18.746 Tiere betroffen. Ob die tendenziell steigende Anzahl auf eine tatsächliche Zunahme von Animal Hoarding zurückzuführen ist, bleibt aber unklar. Ebenso könnte ein verbesserter Vollzug, eine häufigere Berichterstattung in den Medien oder eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit und damit eine vermehrte Meldung von Verdachtsfällen bei Polizei und Veterinärbehörden Ursache für den Anstieg sein.

Tierheime helfen. Helft Tierheimen!

Jedes dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Tierheim muss im Jahr durchschnittlich fünf Mal Tiere aus Animal Hoarding-Fällen aufnehmen. Sind viele Tiere betroffen, bewegen sich die Kosten schnell im fünfstelligen Bereich. Die Kommunen erstatten den Tierheimen die entstandenen Kosten häufig nur unzureichend. Mit der Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ macht der Dachverband auf das Problem aufmerksam.

„Tierheime helfen, aber gerade in solchen Notfällen sind sie selbst auf Hilfe angewiesen“, sagt Caterina Mülhausen, Leitung Campaigning beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Behörden beschlagnahmen die Tiere, aber es sind die Tierheimmitarbeiter, die diese aufnehmen und tierärztlich versorgen.“ Als Dachverband fordert der Deutsche Tierschutzbund daher von den Behörden schnelle und kostendeckende finanzielle Unterstützung für die Tierheime.
Autor: red


Kommentare
Spürnase
26.11.2019, 12.47 Uhr
Kein Wunder!
Wenn man hier zum Thema "Tierschutz" Kommentare liest und auch andere Debatten in sozialen Netzwerken von Menschen verfolgt, bei denen es um dieses Thema geht, wundert das nicht.

Es gibt bei vielen kein gesundes Maß mehr, weil oftmals die geistige Reife fehlt. Steckengeblieben im Plüschtieralter, ohne ausreichende soziale Kompetenzen im Umgang mit Menschen: Und schon ergibt man sich in übertriebener Tierliebe. Sowas kann man, wenn man will und es vorallem auch erkennt, mit vernünftiger und naturverbundener Erziehung lösen.

Tierrechtler, Veganer, Jagdhasser - weil man in der Vergangheit der "Klügere" sein wollte und nachgab, haben diese Typen nun Oberhand. Ein Trauerspiel für alle Beteiligten!
Quallensammler
26.11.2019, 14.40 Uhr
Magenschmerzen...
"Die Behörden beschlagnahmen die Tiere, aber es sind die Tierheimmitarbeiter, die diese aufnehmen und tierärztlich versorgen." und „Die Kommunen erstatten den Tierheimen die entstandenen Kosten häufig nur unzureichend." Und das in Deutschland?

Bevor ein Veterinäramt aktiv wird, braucht es ordentlich Druck. Und rafft sich mal ein Amt auf und führt eine Beschlagnahme der Tiere durch, dann bleibt das Tierheim auf den Kosten sitzen. Traurig! Zum Glück gibt es (noch) Tierschutzvereine, die ehrenamtlich und zur permanenten Spendenbettelei gezwungen auch solche Fälle "nebenbei" unterbringen.

So lange "Hobby-Züchter" Tierkinder mit Gewinn verscherbeln und die Überhänge entsorgen können - so lange erwachsene Menschen nach der Niedlich-Phase der Welpen überrascht feststellen, dass die Kleinen Ansprüche haben und ach so schnell vermehrungsfähig und -willig sind - so lange unerwünschter Tiernachwuchs erhängt/ersäuft/erschlagen wird und sich daran keiner stört - so lange Tierquälerei ignoriert oder verharmlost wird - so lange...

Tiersammelwut wird sich nicht verhindern lassen, aber an den Stellschrauben für das "wie konnte es dazu nur kommen" lässt sich drehen. Die Tiere werden vermutlich nicht in Massen von verantwortungsvollen Züchtern aufgekauft, sondern vereinnahmte Tiere scheinen aus Sicht der Sammler Unterstützung zu benötigen. Oft wird das auch so sein und ist hilfreich. Ausgesetzte Tiere, üble Haltung, Tierquälerei usw.. Doch wer mehr helfen möchte, als er kann, benötigt selbst Hilfe!

Animal Horder haben bestimmt nicht von heute auf morgen die Bude voll mit Tieren. Das baut sich auf. Sie haben Verwandte, Freunde, Nachbarn - genügend Chancen, Unterstützung anzubringen. Oder Aufklärung. Oder zur Not Amtshilfe. Besteht eine Vermutung, muss man auch mal selbst raus aus der Wohlfühlzone und was anstoßen. Animal Horder sind zum Glück kein Massenproblem - und wie war das mit Ursache und Wirkung oder dem Ei und der Henne?
tannhäuser
26.11.2019, 17.02 Uhr
Das Problem...
...wie ich es sehe, ist auch bei den Hoardern die an Tierheime und Gnadenhöfe (Sowie deren Finanzierer/Spender) gerichtete Einstellung:

"Ihr müsst mir helfen, dafür seid ihr da!"

Es war von Anfang an Sinn dieser Einrichtungen, durch Schicksalsschläge oder andere unerwartete Lebensbrüche in Not geratenen Tieren und Menschen zu helfen und nicht den Tätern falsch verstandener Tierliebe oder der Dummheit, den Futterautomaten auf 2 Beinen zu spielen, ohne die Tatsache der biologisch bedingten Fortpflanzungsfreude zu berücksichtigen, aus dem selbstverschuldeten Schlamassel zu retten.
Cassy
26.11.2019, 18.11 Uhr
Es könnte so einfach sein.
Die Städte nehmen genügend Gelder an Hundesteuern ein.Für was wird dieses Geld genutzt? Den Tieren zu gute kommt dieses nicht.Es wird viel auf die Tiere und Halter geschimpft,das die Hunde überall hin machen.Ja wenn wenigstens die Stadt von diesem Geld Behälter auf stellen lassen würde,wo man den Beutel entsorgen kann und ihn nicht mit sich herum tragen muss.Und Gelder an die Tierheime gehen um diese zu unterstützen, habe ich als Tierhalter kein Problem die Hundesteuer zu bezahlen.
Da sieht man das es immer nur ums Geld geht,Profit scheufeln ist angesagt.
Wenn wir an alte Zeiten zurück Denkt ,waren wir auch mit weniger zu Frieden als immer mehr Bauen zu wollen und die Stadt zu vergrößern und dicht an dicht zu Bauen.
Grün
26.11.2019, 21.32 Uhr
Rolf Schneider
Also ich habe hier selten so einen furchtbar dämlichen Kommentar gelesen. Der ist so dämlich, dass ich schon wieder lachen muss darüber. Vielen Dank für das Vergnügen. Was haben denn "Tierrechtler, Veganer, Jagdhasser" mit animal hording zu tun? Und ja...Ich fühle mich angesprochen, da ich alle 3 in einer Person verkörpere und Ihnen eigentlich mit Ihren ersten Sätzen voll und ganz hätte zu stimmen können. Nur der letzte Abschnitt...völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Von irgendwelchen Kommentaren auf diese 3 "Menschensorten" zu schließen zeugt von heftig viel Unwissen. Diese würden Ihnen nämlich eigentlich mit dem zuerst Gesagten zu stimmen.
Kobold2
26.11.2019, 22.23 Uhr
Naja Cassy
Man kann sich's einfach machen, die Schuld anderen zuzuschieben.
Wenn es an Behältern mangelt und man ein Problem damit hat, den Beutel länger mit sich rumzutragen, dann ist bei der Wahl zur Tierhaltung etwas schief gelaufen.Die Randbedingungen sind bekannt und wenn nicht, kann man sich vorher erkundigen. Wenn sie einem nicht zusagen, dann rechtfertigt das nicht irgendwelches Fehlverhalten, bei dem man die Schuld wieder anderen zuschiebt.
Leser X
27.11.2019, 07.09 Uhr
Animal Hoarding...
... ist entsetzlich, aber leider bei weitem nicht das einzige - letztlich psychische - Problem gestörter Menschen in einer kranken Gesellschaft, in der eine Sinnkrise die nächste jagd.
Sonntagsradler 2
27.11.2019, 08.07 Uhr
@Leser X
Welch wahre Weiser Kommentar von Ihnen.
Von mir gibt es ein "(Y)"
Und es geht weiter so in der Gesellschaft.
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