Fr, 15:43 Uhr
02.09.2005
Angekommen in Deutschland?
Nordhausen (nnz). Ein halbes Jahr haben sie Deutsch gebüffelt und deutsche Kultur kennengelernt. 23 Aussiedler und Ausländer aus der ehemaligen Sowjetunion versuchten sich mit Hilfe der Kreisvolkshochschule zu integrieren. Sind sie schon angekommen in Deutschland?
Angekommen in Deutschland? (Foto: nnz)
Elena und Johann Koch haben durchgehalten und ein halbes Jahr lang täglich fünf Stunden gelernt. Heute erhielten sie ihre Abschlußzertifikate aus den Händen von Volkshochschuldirektor Gerhard Tölle. Zusammen mit 21 anderen Teilnehmern lernte das Ehepaar im Integrationskurs die deutsche Sprache. Dieser vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierte Kurs ist der erste seiner Art in Nordhausen und einer der ersten in Thüringen.
Seit dem 01. Januar und der Einführung des neuen Zuwanderungsgesetzes haben Migranten einen Anspruch auf einen solchen Integrationskurs. Nicht nur die Vermittlung von Sprachkenntnissen steht auf dem Plan. Die Ausländer und Aussiedler sollen außerdem lernen sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, Computerkenntnisse erwerben und möglichst eine Arbeit aufnehmen.
Reine Spätaussiedlerkurse werden nicht mehr angeboten, wie Jürgen Bennewitz von der Kreisvolkshochschule erklärte. Der heute abgeschlossene Kurs erinnert aber noch stark daran, denn alle Teilnehmer kommen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Untereinader sprechen sie Russisch. Auch die Kochs machen trotz ihres deutschen Namens keine Ausnahme. Das soll sich beim nächsten Mal ändern, dann wird der Kurs international, Syrer, Iraker und Perser nehmen daran teil, sagte Jürgen Bennewitz. Teilnehmer, die schon Grundkenntnisse mitbrächten, hätten weit bessere Chancen sich in Deutschland zurecht zu finden, so Bennewitz weiter. Leider kämen die Migranten mit sehr unterschiedlichem Wissen. Manche können kein Wort, andere sich schon recht gut verständlich machen. Kurse nach Kenntnisstand wären am sinnvollsten, meint der pädagogische Mitarbeiter der Volkshochschule.
Direktor Gerhard Tölle verabschiedete die 23 Teilnehmer mit freundlichen Worten und wünschte ihnen viel Erfolg für die Zukunft, bei Wohnungs- und Arbeitssuche und der hoffentlich erfolgreichen Integration in Thüringen. Er hoffte, daß der Kurs gefallen und geholfen hat. Einige Teilnehmer wird er in der nächsten Woche in anderen Kursen erneut begrüßen können. Jeder Absolvent erhielt eine Teilnahmebescheinigung der Kreisvolkshochschule, ein Zertifikat in komprimierter Form mit dem Logo der Einrichtung. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gab es für die 630 Unterrichtsstunden übrigens insgesamt sieben Zertifikate. In Sachen Bürokratie sind die Teilnehmer also schon angekommen in der neuen Heimat.
Autor: wf
Angekommen in Deutschland? (Foto: nnz)
Elena und Johann Koch haben durchgehalten und ein halbes Jahr lang täglich fünf Stunden gelernt. Heute erhielten sie ihre Abschlußzertifikate aus den Händen von Volkshochschuldirektor Gerhard Tölle. Zusammen mit 21 anderen Teilnehmern lernte das Ehepaar im Integrationskurs die deutsche Sprache. Dieser vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanzierte Kurs ist der erste seiner Art in Nordhausen und einer der ersten in Thüringen.
Seit dem 01. Januar und der Einführung des neuen Zuwanderungsgesetzes haben Migranten einen Anspruch auf einen solchen Integrationskurs. Nicht nur die Vermittlung von Sprachkenntnissen steht auf dem Plan. Die Ausländer und Aussiedler sollen außerdem lernen sich in der neuen Heimat zurechtzufinden, Computerkenntnisse erwerben und möglichst eine Arbeit aufnehmen.
Reine Spätaussiedlerkurse werden nicht mehr angeboten, wie Jürgen Bennewitz von der Kreisvolkshochschule erklärte. Der heute abgeschlossene Kurs erinnert aber noch stark daran, denn alle Teilnehmer kommen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Untereinader sprechen sie Russisch. Auch die Kochs machen trotz ihres deutschen Namens keine Ausnahme. Das soll sich beim nächsten Mal ändern, dann wird der Kurs international, Syrer, Iraker und Perser nehmen daran teil, sagte Jürgen Bennewitz. Teilnehmer, die schon Grundkenntnisse mitbrächten, hätten weit bessere Chancen sich in Deutschland zurecht zu finden, so Bennewitz weiter. Leider kämen die Migranten mit sehr unterschiedlichem Wissen. Manche können kein Wort, andere sich schon recht gut verständlich machen. Kurse nach Kenntnisstand wären am sinnvollsten, meint der pädagogische Mitarbeiter der Volkshochschule.
Direktor Gerhard Tölle verabschiedete die 23 Teilnehmer mit freundlichen Worten und wünschte ihnen viel Erfolg für die Zukunft, bei Wohnungs- und Arbeitssuche und der hoffentlich erfolgreichen Integration in Thüringen. Er hoffte, daß der Kurs gefallen und geholfen hat. Einige Teilnehmer wird er in der nächsten Woche in anderen Kursen erneut begrüßen können. Jeder Absolvent erhielt eine Teilnahmebescheinigung der Kreisvolkshochschule, ein Zertifikat in komprimierter Form mit dem Logo der Einrichtung. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gab es für die 630 Unterrichtsstunden übrigens insgesamt sieben Zertifikate. In Sachen Bürokratie sind die Teilnehmer also schon angekommen in der neuen Heimat.

