Sa, 13:40 Uhr
03.09.2005
nnz-On Tour: Alpen Spezial (6)
Nordhausen/Italien (nnz). Renés Schmerzen im Knie müssen behandelt werden. Eine der längsten Etappen beginnt mit Verspätung. Ein Lift kompensiert den Zeitverlust. Aber das schmierige Teilstück einer Abfahrt sorgt für neue Probleme.
nnz-On Tour: Alpen Spezial (6) (Foto: nnz)
Die vorletzte Etappe unserer Alpenüberquerung begann für René mit einem Arztbesuch. Als Ursache für seine latenten Knierschmerzen wurde ein entzündeter Meniskus diagnostiziert. Röntgenbild und Spritze gab es für 150 Euro in bar.
Wir anderen nutzen die Verzögerung um in Wolkenstein etwas einzukaufen. Spontan stellte sich uns die Frage, warum es hier all die tollen Dinge gibt, die man in Nordhausen vergeblich sucht. Wer schon mal versucht hat einen vernünftigen Rucksack oder eine Fahrradhose in Nordhausen zu kaufen, weiß wovon wir reden.
Um den entstandenen Zeitverlust wieder aufzuholen, fuhren wir zurück nach St. Ulrich und setzten uns dort in einen Lift zur Seiser Alm, größte Hochalm Europas. Ja, die nehmen hier auch Fahrräder mit. Nicht sehr sportlich, aber eine Erfahrung. Auch so lagen noch genügend Berge vor uns. Oben angekommen, dauerte es noch etwa zwei Stunden, bis wir auf der ursprünglich geplante Route waren.
Hierbei zeigte sich, dass Wege in den Alpen niemals so kurz und eindeutig sind, wie auf der Karte verzeichnet. Ob die gewählte Abkürzung wirklich eine war, wissen wir nicht. Auf einer kurvenreichen Asphaltstraße ging es von Kompatsch über Seis nach Ums zum Mittag – unspektakuläre 15 km.
Frisch gestärkt ließ die erste und einzige Schiebepassage des heutigen Tages in Richtung Schönblick nicht lange auf sich warten. Im Tourplan standen 10 Minuten – bei und dauerte es etwas länger. Um 17.00 Uhr hatten wir den Naturpark Schlern-Seiser Alm fast durch- bzw. umfahren und standen vor der größten Herausforderung des Tages, dem fast 700 Meter hohen Anstieg zum Karerpaß in 1.700 m. Es dauerte die Länge eines Spielfilms, bis auch dieser Berg bezwungen war.
Eine gut befahrbare Schotterpiste machte die Abfahrt nach Moena zum Höhepunkt des Tages. Nicht zuletzt aufgrund eines spektakulären Sturzes der sich im unteren, steileren Teil ereignete. Auf einem sehr schmierigen, steinigen Teilstück verweilte Volkers Hinterrad wie in Zeitlupe plötzlich in der Luft. Der nach vorne fallende Rucksack tat das übrige und katapultierte seinen Träger erneut über den Lenker. Im Gegenzug sorgte das Gepäckstück immerhin für eine weiche Landung.
Auch die lehrreichen Worte eines Freundes, dass man das Fahrrad bei steilen Passagen laufen lassen soll, halfen da nur wenig. Bis auf die üblich blauen Flecken passierte aber nichts.
Lange Diskussion über Ursachen und Folgen des Sturzes blieb aus, da wir von weitem schon den Donner eines heraufziehenden Gewitters vernahmen. Das führte zu einer deutlichen Steigerung der Geschwindigkeit auf dem Weg nach Predazzo (1.000 m). Unser Etappenziel erreichten wir punktgenau mit Einsetzen des Regens.
Das imposante Gewitter konnten wir dann entspannt vom Hotel aus genießen. Wenn kein Wunder passiert, wird der morgige, letzte Tag eine Schlammschlacht, aber dafür haben wir ja die Regensachen mit.
Daten des Tages
Distanz: 79,6 km
Höchster Punkt: 2.053 m
Höhe
nach oben: 2.160 m (-700 m Lift)
nach unten: 2.593 m
Steigung
durchschnittliche: 9%
maximal: 27%
Gefälle
durchschnittliche: 9%
maximal: 25%
Autor: nnz
nnz-On Tour: Alpen Spezial (6) (Foto: nnz)
Die vorletzte Etappe unserer Alpenüberquerung begann für René mit einem Arztbesuch. Als Ursache für seine latenten Knierschmerzen wurde ein entzündeter Meniskus diagnostiziert. Röntgenbild und Spritze gab es für 150 Euro in bar.
Wir anderen nutzen die Verzögerung um in Wolkenstein etwas einzukaufen. Spontan stellte sich uns die Frage, warum es hier all die tollen Dinge gibt, die man in Nordhausen vergeblich sucht. Wer schon mal versucht hat einen vernünftigen Rucksack oder eine Fahrradhose in Nordhausen zu kaufen, weiß wovon wir reden.
Um den entstandenen Zeitverlust wieder aufzuholen, fuhren wir zurück nach St. Ulrich und setzten uns dort in einen Lift zur Seiser Alm, größte Hochalm Europas. Ja, die nehmen hier auch Fahrräder mit. Nicht sehr sportlich, aber eine Erfahrung. Auch so lagen noch genügend Berge vor uns. Oben angekommen, dauerte es noch etwa zwei Stunden, bis wir auf der ursprünglich geplante Route waren.
Hierbei zeigte sich, dass Wege in den Alpen niemals so kurz und eindeutig sind, wie auf der Karte verzeichnet. Ob die gewählte Abkürzung wirklich eine war, wissen wir nicht. Auf einer kurvenreichen Asphaltstraße ging es von Kompatsch über Seis nach Ums zum Mittag – unspektakuläre 15 km.
Frisch gestärkt ließ die erste und einzige Schiebepassage des heutigen Tages in Richtung Schönblick nicht lange auf sich warten. Im Tourplan standen 10 Minuten – bei und dauerte es etwas länger. Um 17.00 Uhr hatten wir den Naturpark Schlern-Seiser Alm fast durch- bzw. umfahren und standen vor der größten Herausforderung des Tages, dem fast 700 Meter hohen Anstieg zum Karerpaß in 1.700 m. Es dauerte die Länge eines Spielfilms, bis auch dieser Berg bezwungen war.
Eine gut befahrbare Schotterpiste machte die Abfahrt nach Moena zum Höhepunkt des Tages. Nicht zuletzt aufgrund eines spektakulären Sturzes der sich im unteren, steileren Teil ereignete. Auf einem sehr schmierigen, steinigen Teilstück verweilte Volkers Hinterrad wie in Zeitlupe plötzlich in der Luft. Der nach vorne fallende Rucksack tat das übrige und katapultierte seinen Träger erneut über den Lenker. Im Gegenzug sorgte das Gepäckstück immerhin für eine weiche Landung.
Auch die lehrreichen Worte eines Freundes, dass man das Fahrrad bei steilen Passagen laufen lassen soll, halfen da nur wenig. Bis auf die üblich blauen Flecken passierte aber nichts.
Lange Diskussion über Ursachen und Folgen des Sturzes blieb aus, da wir von weitem schon den Donner eines heraufziehenden Gewitters vernahmen. Das führte zu einer deutlichen Steigerung der Geschwindigkeit auf dem Weg nach Predazzo (1.000 m). Unser Etappenziel erreichten wir punktgenau mit Einsetzen des Regens.
Das imposante Gewitter konnten wir dann entspannt vom Hotel aus genießen. Wenn kein Wunder passiert, wird der morgige, letzte Tag eine Schlammschlacht, aber dafür haben wir ja die Regensachen mit.
Daten des Tages
Distanz: 79,6 km
Höchster Punkt: 2.053 m
Höhe
nach oben: 2.160 m (-700 m Lift)
nach unten: 2.593 m
Steigung
durchschnittliche: 9%
maximal: 27%
Gefälle
durchschnittliche: 9%
maximal: 25%

