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Mi, 08:53 Uhr
24.11.2021
Blasii-Kirche

Konzert zum Ewigkeitssonntag

Am Ewigkeitssonntag gedenken die Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen, Freunde und Bekannten in verschiedener Weise. Sie besuchen die Grabstätten, zünden Kerzen an, es ist ein stiller Tag. Christel laude schreibt über ein denkwürdiges Konzert...

Konzert in der Blasii-Kirche (Foto: C.Laude) Konzert in der Blasii-Kirche (Foto: C.Laude)

In diesem Jahr waren insbesondere dieser Tag, wie auch das gesamte tägliche Leben, beeinflusst von der gegenwärtigen Last einer schlimmen und sich immer mehr ausbreitenden Krankheit. Viele Menschen suchen Trost und Hoffnung, finden sie im Gespräch, in inniger Umarmung, aber auch in der Musik.

So hatte der Kantor der Blasii-Kirche, Michael Kremzow, ein Konzert passenden Inhaltes geplant. Das angekündigte, sorgsam vorbereitete Programm, in dessen Mittelpunkt das Requiem von Faure mit großem Chor und Orchester stand, durfte jedoch auf Grund der Verordnungen zur Corona-Pandemie nicht aufgeführt werden.

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Die Zuhörer erlebten dann ein verändertes, wahrlich denkwürdiges, bewegendes Konzert. Es wird sie emotional noch lange begleiten.
Der Kantor selbst war die Stütze des Konzertes an der großen Orgel u. a. mit Präludium und Fuge h- Moll Johann Sebastian Bach sowie mit der Improvisation einer Passacaglia.

Exzellent beherrscht er dieses Instrument, das erst kürzlich nach der Restaurierung wieder eingeweiht wurde. Ein voller Klang erfüllte den Kirchenraum, silbern zart in der Höhe, machtvoll in der Tiefe. Ebenfalls von Bach erklang aus dem Anhang der „Kunst der Fuge“ „Wenn wir in höchsten Nöten sein“. Einen Ruhepunkt erreichte das Konzert mit dem 1. und 2. Satz aus dem Violinkonzert g-Moll von Max Bruch. Solistin war die noch junge Geigerin Christina Ardelean (Jg.1998).

Michael Kremzow übernahm an der Orgel den sonst üblichen Orchesterpart. Im ersten Satz hatte es die Solistin nicht immer leicht, sich an der Seite der großen Orgel in puncto Lautstärke zu behaupten. Sie meisterte aber virtuos die schwierigsten Passagen ihrer Solostimme. Im zweiten Satz, dem berühmten Adagio, musizierten beide sehr einvernehmlich, besonders schön die Stelle, an der beide Themen gleichzeitig zu hören sind, Violine und Orgel spielten zweistimmig, innig und zart. Ein Bravo der jungen Geigerin und weiterhin so schöne musikalische Momente.

Eine kurze Andacht von Pfarrer Wolf-Johannes von Biela, die das Totengedenken und die Hoffnung als Grundgedanken formulierte, unterstrich diesen Moment der Stille und Besinnung. In Gedenken an die Verstorbenen, aber auch für uns, die wir Mut zum Leben haben, zündete er Kerzen an. Am Ende des Konzertes erklang die Bachkantate „Ich habe genug“. Inhaltlich ziehen sich „Lobpreis und allgegenwärtige Todessehnsucht“ durch die Kantate. Thomas Kohl, Bariton, als erfahrener Oratoriensänger interpretierte überzeugend. Er wurde vom Orchester der Nordhäuser Kantorei unter der engagierten Leitung von Michael Kremzow begleitet. Die Solo-Oboe spielte Marius Schifferdecker.

Nach dem leisen Verklingen des Werkes, einem Moment der Stille und des andächtigen Verharrens, endete dieses bewegende Konzert unter lang anhaltendem, wohlverdientem Beifall.
Christel Laude
Autor: red

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